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Symbolischer Akt vor Kirche (v. l.): Harald Woellert, Sebastian Henrich, OB Max Gotz, Arno Staudinger (Wadle Bau), Ingenieur Erich Seitz und Karlheinz Martinetz gaben die Ortsdurchfahrt von Indorf offiziell frei.

Ortsdurchfahrt Indorf 

Ein Pilot unter der Erde

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Indorf – Der Asphalt ist längst ausgehärtet, nun wurde die neue Ortsdurchfahrt von Indorf auch offiziell für den Verkehr freigegeben. Die Besonderheit des Projekts liegt unter der Straße – und könnte ein Vorbild für künftige Straßenbaustellen sein.

Die St. Martin-Staße in Indorf beschäftigt Oberbürgermeister Max Gotz seit seinem ersten Tag im Amt. „2008 sah es gar nicht gut für die Sanierung aus“, berichtete er gestern bei der Freigabe. „Wir haben damals schon nicht mehr dran geglaubt, dass das noch was wird.“ Damit meinte der OB nicht nur den schlechten Zustand der Ortsdurchfahrt, sondern vor allem auch ein Geflecht an Leitungen, Rohren und dem Kanal – letzterer in einem sehr schlechten Zustand.

Dennoch packte das Stadtbauamt das Projekt an. Die Straße wurde in zwei Abschnitten erneuert – auf einer Länge von etwa 640 Metern und mit einer Breite von 5,50 Metern mit zwei 50 Zentimeter breiten Banketten. Dahinter wurden Grünflächen angelegt. Die trübe Stimmung mit Nebel am Donnerstagmorgen war passend, denn Gotz machte keinen Hehl daraus, dass er gerne eine größere Lösung realisiert hätte. „Es hätte die Chance bestanden, nicht nur die Fahrbahn zu erneuern, sondern die Ortsdurchfahrt auch gleich ansprechender zu gestalten, etwa mit einem weiteren Platz oder Bäumen.“ Dies sei nicht am Geld gescheitert. „Seitens der Indorfer bestand einfach kein Interesse. Dann haben wir es gelassen“, so der CSU-Politiker achselzuck

end. Er verwies einmal mehr darauf, dass es in Erding nach wie vor keine Straßenausbaubeitragssatzung gebe und auch keine wiederkehrenden Beiträge erhoben würden. Gefälliger gestaltet werden soll im Frühjahr noch der Platz zwischen dem Backhäusl und der Kirche.

Der Grund, warum die Sanierung der Ortsdurchfahrt für die Stadt dennoch ein Vorzeigeprojekt ist, ist unter der Asphaltdecke zu suchen. Gotz, Stadtbaumeister Sebastian Henrich und Tiefbauamtsleiter Harald Woellert sprachen gar von einem Pilotvorhaben für ganz Erding. Neben der St. Martin-Straße verlief über viele Jahre ein Entwässerungsgraben. Laut Henrich wurde der irgendwann verrohrt. Darin wurde das Regenwasser abgeleitet.

Am 29. Juli 2014 erließ die Stadt Erding eine Entwässerungssatzung für Niederschlagswasser aus den anliegenden Grundstücken, auf denen das Wasser nicht versickern kann. Einleiten von Niederschlagswasser in die reguläre Kanalisation – in diesem Fall in die des Abwasserzweckverbands Erdinger Moos – ist gesetzlich streng verboten.

In Indorf, so Henrich und sein Kollege Karlheinz Martinetz, habe man mit 15 Anrainern auf der östlichen Straßenseite eine Einigung über einen eigenen Regenwasserkanal nebst Hausanschlüssen erzielt. Das Wasser dieser Grundstücke fließt ebenso in besagten neuen Kanal wie das von der Straße sowie von den hinterliegenden Äckern, das in Drainagen gesammelt wird. Die Rohre münden in das Grasser Bächlein nördlich von Indorf. Laut Henrich mussten sich die Anschließer an der Herstellung finanziell beteiligen. Kanalgebühren wie bei der Schmutzwasserableitung fallen nicht an.

Insgesamt hat die Maßnahme 675 000 Euro gekostet. Die neue Straßenbeleuchtung schlägt mit 52 000 Euro zu Buche. „Damit bleiben wir unter den geschätzten Kosten“, freute sich Gotz. Liefern muss nur noch die Sempt EW: Von den Lampen stehen bislang nur die Masten.

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