Marke Eigenbau ist der neue Abrollbehälter Wasserschaden/Notstrom der Erdinger Feuerwehr.
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Marke Eigenbau ist der neue Abrollbehälter Wasserschaden/Notstrom der Erdinger Feuerwehr.

Feuerwehr Erding nimmt Abrollbehälter für Wasserschäden in Betrieb

Ein Spezialist mit gewaltigem Durst

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Feuerwehren müssen nicht immer Wasser verspritzen, manchmal müssen sie es auch aufnehmen. Dafür hat sich die Erdinger Feuerwehr nun technisch gerüstet mit einem Abrollbehälter Wasserschaden/Notstrom.

Erding – Zum Kerngeschäft einer Feuerwehr gehört es, Wasser zu verspritzen, etwa um einen Brand zu löschen. Gar nicht so selten kommt es aber vor, dass sie auch große Mengen Wasser aufnehmen muss. Für diese Aufgabe hat sich die Erdinger Feuerwehr jetzt technisch gerüstet und einen eigenen Abrollbehälter Wasserschaden/Notstrom eingerichtet.

Es ist ein Spezifikum der Erdinger Feuerwehren: Für unterschiedliche Herausforderungen stehen ihnen Abrollbehälter zur Verfügung. Sie stehen fertig gepackt im Gerätehaus und können im Alarmfall in Sekundenschnelle auf eine Zugmaschine verladen werden. Das spart teure Zugmaschinen und macht die Feuerwehren noch schlagkräftiger.

Bereits seit 2001 verfügen die Erdinger über einen Abrollbehälter schwere technische Hilfeleistung, der etwa bei größeren Verkehrsunfällen zum Einsatz kam. Dieser wurde nun mit Hilfe des örtlichen Unternehmens Huber Technik und nicht zuletzt in Eigenarbeit umgerüstet. Für die Unfallhilfe hat man einen neuen Auflieger erhalten. „Jetzt haben wir alles Equipment gebündelt, um bei Hochwasser und vor allem Überschwemmungen etwa in Kellern schnell handlungsfähig zu sein“, freut sich Stadtbrandinspektor und Kommandant Markus Gebauer.

Die Planungen begannen 2019. Federführend waren Gebauers Vorgänger Manfred Kordick, Berufsfeuerwehrmann in München, und Gerätewart Benjamin Löffelmann. Die Geräte stammen alle aus dem Bestand beziehungsweise aus dem externen Sondergerätelager der drei Erdinger Feuerwehren.

Stets einsatzbereit sind mehrere Pumpen und Wassersauger, die bis zu 11 000 Liter pro Minute abpumpen können, etwa um eine vollgelaufene Tiefgarage zu retten. Erst vor wenigen Wochen hatte die Sprinkleranlage des Hagebaumarkts im Gewerbegebiet Erding West den schwer zugänglichen Keller geflutet. „Solche Ereignisse kommen immer häufiger vor“, berichtet der Kommandant und meint damit auch die Starkregenereignisse, die immer wieder Häuser unter Wasser setzen. Erding wird dabei auch gemeindeübergreifend ausrücken.

Der neue Abrollbehälter hat Gebauers Angaben zufolge weitere Vorteile: „Wir kommen mit deutlich weniger Personal aus, weil sich das gesamte Equipment in einem Fahrzeug befindet.“ Vier Kräfte müssten es mindestens sein. Andere Fahrzeuge werden nicht beansprucht und stünden für weitere Einsätze zur Verfügung. „Das ist eine Erkenntnis aus dem Hochwasser 2013“, erläutert der Stadtbrandinspektor.

Weil der Behälter auch mit Notstromaggregaten mit 50 und zweimal 13 kVA ausgestattet ist, „kann das Team völlig autark arbeiten“, erklärt Gebauer. In vollgelaufenen Gebäuden gebe es häufig keine Stromversorgung mehr beziehungsweise müsse diese aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden.

Doch nicht bei jedem Wasserschaden muss das schwere Fahrzeug ausrücken. Denn auch die Löschfahrzeuge und das Kleinalarmfahrzeug verfügen über entsprechende Ausrüstung – nur ein paar Nummern kleiner. Hier setzt „Florian Erding“ ebenfalls auf ein modulares Konzept: Rollwagen können schnell zugeladen werden.

Hans Moritz

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