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Jede Menge Tipps in Sachen Einbruchschutz hatte Kripo-Experte Johann Radlmaier parat.

Einbruchschutz

Fenster zu, Riegel vor, Bewegungsmelder an

Erding - Maximal fünf Minuten: Ist ein Einbrecher in dieser Zeit nicht in Haus oder Wohnung gelangt, gibt er auf, sagt Johann Radlmaier von der Kripo Erding. Im Mayr-Wirt gab er Tipps, wie man Langfingern das Leben besonders schwer macht.

Update vom 22. März 2017: Bei der KfW-Förderung von Einbruchschutz gelten neue Regeln. Wer sein Haus sicherer machen möchte, profitiert schon bei kleineren Umbaumaßnahmen. Wir haben zusammengefasst, was Sie zur neuen KfW-Förderung für Einbruchschutz wissen müssen.

Weil es zunehmend mehr Einbrüche auch im Landkreis Erding gibt, vor allem jetzt in der dunkleren Jahreszeit, boten Polizei und Stadt gemeinsam einen Informationsabend im Mayr-Wirt an. Johann Radlmaier von der hiesigen Kriminalpolizei schlug den zahlreichen Zuhörern technische Maßnahmen vor und sprach über richtiges Präventiv-Verhalten.

Zuallererst aber beruhigten sowohl er als auch Polizeihauptkommissar Konrad Ecker und Erdings OB Max Gotz die Bürger: „Was Einbrüche angeht, ist Bayern das mit Abstand sicherste Bundesland“, so Radlmaier. „Pro 100 000 Einwohner gibt es bei uns 59 Einbrüche. Im Bundesdurchschnitt sind es 226 und in Bremen sogar 535.“ Sein Polizeikollege Ecker ergänzte: „Im vergangenen Jahr gab es in Erding nur sechs ausgeführte Einbrüche, die meisten Versuche scheiterten zum Glück.“ Und so warb auch OB Gotz dafür, „keine Hysterie aufkommen zu lassen. Wir leben hier insgesamt doch sehr sicher.“

Was der Einzelne dennoch an Haus oder Wohnung verbessern kann, um sein Gut noch besser zu sichern, darauf ging Experte Radlmaier ein. „Bei Häusern, egal ob frei stehend oder in Reihe, sollte die Sicherung von Terrassentüren und Fenstern im Fokus stehen. Über Haustüren und Keller wird hier weniger eingebrochen, denn sie stehen meist eher im Blickfeld oder erfordern zu viel Mühe. Denn wenn der Dieb nicht in spätestens fünf Minuten in ein Haus kann, hört er auf.“

Anders, so Radlmaier, verhält es sich bei Mehrfamilienhäusern. Hier seien die Türen der meisten Wohnungen meist nicht so stabil und daher leichter zu überwinden. In beiden Wohnarten aber könne intelligente Zusatztechnik in den meisten Fällen einen Einbruch erschweren oder verhindern. Explizit ging er auf Sicherungen an Fenstern und Türen ein. Einbruch durch brutales Aufhebeln sei hier die geläufigste und schnellste Methode der Diebe, „gekippte Fenster im Erdgeschoss sogar eine wahre Einladung“.

Zudem würden viele Wohnungsbesitzer draußen einen Schlüssel in vermeintlich sicheren Verstecken deponieren – „doch die kennt mittlerweile jeder Einbrecher“. Hingegen lasse sich mit modifizierten Schlössern und Zylindern sowie Riegeln an Türen mehr Sicherheit erreichen.

Für eher schwierig hält Radlmaier den Einbau von Alarm- oder Einbruchmeldeanlagen: „Die meisten sind aufwändig in der Montage und teuer im Unterhalt, und sie verhindern nicht unbedingt einen Einbruch.“ Gut seien Bewegungsmelder mit automatischem Außenlicht, denn das schrecke viele ab. Dabei geschehen die meisten Einbrüche übrigens nicht nachts, sondern von 16 bis 22 Uhr sowie vormittags.

Sehr wichtig sei richtiges Verhalten als Prävention. „Drehen sie immer zwei Mal den Schlüssel im Schloss um, dann erst ist eine gute Sicherung gegeben. Eine Tür aber nur zuzuziehen ist sträflich leichtsinnig, offene Garagen- und Hoftore ebenfalls – das lädt Fremde ein. Lassen Sie ein Licht gut sichtbar brennen, wenn Sie nicht in ihrer Wohnung sind, und geben Sie niemals über Anrufbeantworter oder Social Media zu erkennen, dass Sie im Urlaub sind.“

Schließlich erinnerte Ecker daran, dass auch wachsame Nachbarn ein guter Schutz sein können. „Entwickeln Sie eine gesunde Neugier für alles, was in Ihrer Umgebung geschieht, und rufen Sie die Polizei, wenn Sie einen Verdacht haben. Selbst ein Fehlalarm ist immer noch besser als der hohe psychische Schaden, den jemand bei einem Einbruch erleidet.“ (Friedbert Holz)

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