Ein Licht ging den jungen Studierenden der Kinderuni beim Vortrag von Prof. Dr. Peter Härter (r.) auf. Foto: vam

Kinderuni der Volkshochschule 

Eine alte Bananenschale als Lichtquelle

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Erding – Sterne an Wänden oder Decken, die nachts im Dunkeln leuchten, gibt’s in vielen Kinderzimmern. Doch auch Steine und Tiere können von selbst oder unter bestimmtem Licht leuchten. Das erklärte Chemiker Prof. Dr. Peter Härter in der Kinderuni an der Volkshochschule (VHS) Erding.

Richtig hell wurde es im VHS-Saal erst nach der Vorlesung wieder: Für seine Experimente brauchte Professor Dr. Peter Härter in seiner jüngsten Vorlesung an der Kinderuni Dunkelheit. Dass es einige Tiere gibt, die Licht erzeugen können, wussten die Ministudenten sehr gut. Laternenfische, Quallen, Seeanemonen und Korallen fielen ihnen sofort ein. Auch Skorpione können leuchten – zumindest im UV-Licht.

Doch Härter hatte die Glühwürmchen zum Thema gemacht, und räumte gleich zu Beginn mit einem Missverständnis auf: „Glühwürmchen glühen nicht, sie leuchten. Würden sie glühen, wären sie nicht mehr am Leben, denn Glühen hat immer was mit Hitze zu tun“, erklärte er. Darum heißen die Insekten eigentlich „Leuchtkäfer“. Weltweit gibt es rund 2000 Arten von Glühwürmchen.

In den meisten Fällen dienen die Leuchtsignale dazu, dass männliche und weibliche Tiere zur Paarung zueinander finden. Bei manchen Arten besitzen nur die Weibchen Leuchtorgane, bei anderen beide Geschlechter. Manche blinken, andere senden Dauerlicht aus. „In Brasilien gibt es sogar eine Art, die in zwei Farben leuchtet“, erklärte Härter.

Eine organische Verbindung ist der Grund, warum die Hinterteile der Käferchen strahlen: das so genannte Luciferin. Reagiert es mit Sauerstoff, wird Energie in Form von Licht freigesetzt.

Wie das funktioniert, zeigte Härter in einem einfachen Versuch: Anstelle von Luciferin verwendete er die chemische Verbindung Luminol in Form eines grauen Pulvers. Mit einfachem Spülmaschinenreiniger – eigentlich mit dem darin enthaltenen Wasserstoffperoxid – und einer Eisenverbindung ließ er den Inhalt eines Reagenzglases bläulich schimmern. Dieser Effekt in der Dunkelheit erzeugte bei den Kindern staunende „Aaahhh“-Rufe. „Das, was man hier leuchten sieht, ist die Übertragung der Energie auf einen organischen Stoff“, erklärte Härter.

In weiteren Versuchen bewies der Chemiker, dass auch ranziges Walnussöl mit Hilfe von Chemikalien und Hitze leuchten kann, ebenso wie alte Bananenschalen beziehungsweise dortige Bakterien im UV-Licht. Anhand von Kalkkristall bewies Härter: Auch Steine können funkeln. „Im Dunkeln leuchtende Steine gibt es schon sehr lange. Früher waren sie äußerst beliebt, aber den Leuten auch suspekt, da sie den Grund für das Licht nicht kannten“, erklärte Härter.

Die erste Darstellung eines nachleuchtenden Stoffes gelang einst dem italienischen Alchemisten Vincencio Casciarola beim Versuch, aus so genanntem Bariumsulfat mit Mehl und Hitze Gold herzustellen. Stattdessen erhielt er den so genannten Bologneser Leuchtstein, benannt nach Casciarolas Heimatstadt Bologna. Dessen Herstellung ist heute ein beliebter Praxisversuch für Lehramtsstudenten zur Phosphoreszenz. „Dieses Thema ist in der Chemie derzeit der Renner“, erklärte Härter. Viele Wissenschaftler versuchten, neue leuchtende Farbstoffe zu finden – beispielsweise auch für Bildschirme von Computern.

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