Die Ziele von Attac erläuterte Holger Oppenhäuser (kniend). Rainer Forster (r., weißes Hemd) will eine Regionalgruppe gründen. Foto: Seidel

Eine andere Welt in Erding

Erding - Mensch und Umwelt stehen über dem Profit. Das ist die Philosophie der Attac-Bewegeung. Rainer Forster will eine Regionalgruppe gründen.

Erst bei einem weiteren Treffen wird sich zeigen, ob zur Gründung einer Attac-Regionalgruppe genügend Interessenten übrigbleiben. Der Andrang bei der Einstiegsveranstaltung war zumindest enorm und ließ es im Schützenstüberl des Mayr-Wirts eng werden. Auf Einladung von Initiator Rainer Forster stellte Holger Oppenhäuser vom Berliner Attac Bundesbüro die Initiative vor. Ganz wie in einem Seminar, mit Pinnwand für die Leitgedanken, Projekte und Strukturen.

Attac entstand in Deutschland vor elf Jahren mit der Hauptforderung nach einer Finanztransaktionssteuer und Steuergerechtigkeit. Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit dem Welthandel, Klima und Umwelt, Privatisierungen und der Eurokrise. Für Attac mit bundesweit 26 500 Mitgliedern, darunter auch Organisationen wie Verdi, ist die Welt keine Ware. Mensch und Umwelt gehen vor Profit und vor allem eint die Überzeugung, dass eine „andere Welt möglich ist“.

Die Gründung einer Regionalgruppe, so erläuterte Oppenhäuser, müsse nicht auf Erding begrenzt werden, sondern könne auch die Landkreise Freising und Ebersberg mit einbeziehen. Derzeit gibt es 180 Regionalgruppen, und der von Attac gelebte Pluralismus liefert keine verbindliche Weltanschauung für sie. Jede Gruppe müsse lediglich einen Konsens finden, um das zu tun, worauf man sich bei Attac einigte. Im Vordergrund steht jedoch die Autonomie der Regionalgruppe, die eigene Themen entwickeln und andere Gruppen einladen kann, daran mitzuarbeiten.

Die Gründung sei lediglich durch ein Plenum mit Moderation und Protokollierung durchzuführen. Außerdem müsse dem Bundesbüro ein Ansprechpartner genannt werden. Einer Regionalgruppe Erding, nach Wunsch von Forster wären die Nachbarlandkreise einzubeziehen, gingen wohl die Themen nicht aus. Zumindest lieferte fast jeder der 35 „Seminar-Teilnehmer“ einen Vorschlag.

Von Bedeutung seien transparente Demokratie, Energie und Umwelt, die Agrarindustrie und insbesondere im Flughafenumland der Bau der dritten Start- und Landebahn sowie die Forderung nach einem Grundeinkommen. Abgeschlossen wurde die Einstiegsveranstaltung mit einer Diskussion, bei der zahlreiche Besucher ihr Interesse bekundeten, aber auch Kritik geübt wurde, das es sich hierbei lediglich um „flache Schlagwörter handelte“. Die Mehrheit der Teilnehmer sprach sich jedoch positiv für die Gründung einer Attac Regionalgruppe aus und will beim nächsten Treff am 13. Februar dabei sein.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare