Gruppenbild vor der Jahrhunderthalle in Breslau: die polnisch-deutsche Schülergruppe mit Mitorganisatorin Eva Kolenda.

Mittelschule Altenerding auf Polen-Reise 

Eine herzliche Begegnung

Erding - Seit 2009 sind die Städte Erding und Mszczonów freundschaftlich verbunden. Vor allem über die Mittelschule Altenerding wird der Kontakt gehalten. Ein Reisebericht.

Zum vierten Mal waren Altenerdinger Mittelschüler Gäste der Gemeinde Mszczonów nahe Warschau. Seit 2009 gibt es die Schülerbegegnung, die der Stadtrat fördert und die ehemalige Dritten Bürgermeisterin Eva Kolenda mitorganisiert. 35 Schüler, die Klassenlehrer Bernd Nowak und Winfried Schierl, Schulleiterin Karin Rausch, Konrektorin Renate Holzinger, Rektor i.R. Peter Libossek und Dolmetscherin Malgorzata Maidl hatten sich heuer auf den Weg nach Polen gemacht. Nach 14 Stunden Busfahrt kamen sie am Gymnasium in Mszczonów an. Nach herzlicher Begrüßung und ausgiebigem Mittagessen standen Entspannen in der Therme und Integrationsspiele auf dem Programm. Bürgermeister Jósef Kurek hieß die Gäste persönlich willkommen.

Am zweiten Tag fuhr man zur Schule in Osuchów, wo eine Botanikerin über Pflanzen und deren Verwendung sprach. Übersetzerin Maidl war hier besonders gefordert, löste ihre Aufgabe aber gewohnt souverän. Ein Förster führte die Schüler anschließend in ein Naturschutzgebiet, in dem ein Wolf und Elche leben sollen. Zu Gesicht bekam man sie nicht. Es folgten Aufgaben für gemischte Gruppen. So mussten polnische Schüler ein Geburtstagslied auf Deutsch lernen – und umgekehrt. Die Verständigung erfolgte hauptsächlich auf Englisch.

Emotionaler Höhepunkt war die Führung durch das Museum des Warschauer Aufstands, das die Ereignisse vom 1. August bis 2. Oktober 1944 thematisiert. Die Schüler zeigten sich betroffen vom Leid der polnischen Bevölkerung unter der Nazi-Herrschaft. Anschließend blieb Zeit, sich in der Altstadt, die nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in neuem Glanz erstrahlt, zu erholen.

Ein Besuch in Breslau, 2016 Kulturhauptstadt Europas, stand am nächsten Tag auf dem Programm. Die Altstadt mit Marktplatz und Rathaus, die Jahrhunderthalle mit den Fontänen, der japanische Garten, die Aula der Universität Leopoldina und das Viertel des gegenseitigen Respekts begeisterten die Besucher. Ein Höhepunkt war die Fahrt mit dem Lift in den 49. Stock des Sky Towers. Er ist mit 212 Metern das höchste Gebäude Polens. Die Schüler hatten einen fantastischen Überblick über die Stadt und die Berge im Südwesten. Dort, im Eulengebirge, wurde in einer Pension übernachtet, ehe man die Friedenskirche in Schweidwitz und Schloss Fürstenstein besuchte. Hier hatten die Nazis ab 1943 eine Kommandozentrale mit unterirdischen Gängen und Räumen einrichten wollen.

Weiter ging es zur Bolkoburg am Rande des Riesengebirges. Dort zog sich ein polnischer Lehrer eine schwere Knieverletzung zu, als er mit dem Guide einen Schwerterkampf austrug. Am Disco-Abend konnte er deshalb nicht teilnehmen. Auch die Wanderung zum Großen Heuscheuer am letzten Tag musste er auslassen.

Der Abschied fiel nach solch ereignisreichen Tagen schwer. Tränen flossen, Komplimente wurden ausgetauscht. Über die sozialen Netzwerke werden die Kontakte nun gepflegt, bis man sich im Mai 2018 wieder trifft. Das Fazit der Altenerdinger Mittelschüler fiel überwiegend positiv aus. Ein Junge wollte gleich in Polen bleiben. Vielleicht geht der Wunsch von Bürgermeister Kurek doch in Erfüllung, dass sich aus der Schülerbegegnung möglicherweise eine Hochzeit ergeben könnte.

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