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Stolz auf das Herzkatheterlabor (v. l.): Chefarzt der Inneren Medizin, Dr. Lorenz Bott-Flügel, Pflegeleiterin Monika Zimmer und Vorstandschef Sàndor Mohácsi.

Fünf Jahre Katheter am Klinikum 

Eine Investition mitten ins Herz

Erding – Insgesamt 4664 Patienten haben seit der Eröffnung 2011 auf der Liege des Herzkatheterlabors im Klinikum Erding gelegen. Während ein Drittel davon das Krankenhaus direkt nach der Behandlung wieder verlassen konnte, mussten sich zwei Drittel unters Messer legen. Nach einem fünfjährigen Betrieb steht fest: Die Kosten haben sich gelohnt.

Rund 1,6 Millionen Euro wurden in das Labor investiert – ein guter Entschluss, wie der Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, Dr. Lorenz Bott-Flügel, bestätigt. „Die Patientenzahl zeigt, wie richtig die Entscheidung war. Der Bedarf in der Region ist da.“ Von der Untersuchung des Herzens mithilfe eines Katheters bis zum Einsetzen eines Defibrillators – das Behandlungsspektrum wurde seit der Einweihung deutlich erweitert.

Unter anderem können mittlerweile die Herzkranzarterien dargestellt werden, wodurch sich Verengungen leicht erkennen lassen. Auch Todesfälle aufgrund von Herzinfarkten versucht man im kommunalen Krankenhaus zu senken. „Die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst ist hervorragend“, betont Klinikvorstandschef Sàndor Mohácsi. So sei es durch eine spezielle Funkverbindung zu den Rettungswagen möglich, ein erstes EKG bereits während der Fahrt in die Notaufnahme zu schicken.

Erst kürzlich sei dem Personal der Kardiologie ein weiterer Erfolg gelungen: Erstmalig wandte es in Erding ein so genanntes Impella-Herzunterstützungssystem bei einem Patienten an. Um die Symptome eines kardiologischen Schocks zu lindern, wird dem Betroffenen dabei ein Elektromotor implantiert, der das Blut in die Arterien pumpt und das Herz dadurch entlasten soll. „Das System ist so klein, dass man den Brustkorb gar nicht erst öffnen muss. Es kann über die Leiste eingeführt und entfernt werden. Das ist ein wesentlich leichterer Eingriff“, erklärt Bott-Flügel.

Das Team um drei Ärzte und fünf Pflegefachkräfte ist stolz. „Immer weniger Patienten müssen in Münchner Kliniken verlegt werden, da sie jetzt in Erding komplett untersucht und behandelt werden können“, sagt Mohácsi. Besonders bei Herzinfarkt-Patienten sei eine wohnortnahe Behandlung wichtig.

Auf dem Erfolg wolle sich das Kardiologiepersonal nicht ausruhen. „Zwar besteht bereits eine enge Zusammenarbeit zwischen der Kardiologie und der Gefäßchirurgie, dennoch wollen wir diese in den nächsten fünf Jahren in einem kardiovaskulären Zentrum festigen“, konkretisiert der Vorstand im Pressegespräch.

Julia Adam

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