In Klimaboxen sicher verpackt sind die fünf Bündel mit je zehn Einzelbarren, die das Museum Erding dem Landesmuseum Halle ausgeliehen hat – mit den drei in Oberding nachgewiesenen Bastbündelungsvarianten.
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In Klimaboxen sicher verpackt sind die fünf Bündel mit je zehn Einzelbarren, die das Museum Erding dem Landesmuseum Halle ausgeliehen hat – mit den drei in Oberding nachgewiesenen Bastbündelungsvarianten.

Erdinger Spangenbarren als Leihgabe bei Landesausstellung in Halle

Eine Kostbarkeit auf Reisen

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Erding - Der Spangenbarrenhort im Museum Erding ist ein begehrtes Ausstellungsstück. Jetzt geht der Kupferschatz wieder auf Reisen.

Der Oberdinger Spangenbarrenhort, der nach seiner Entdeckung im Museum Erding eine neue Heimat gefunden hat, geht wieder auf Reisen – zumindest Teile von ihm: als Leihgabe für die Landesausstellung „Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte“ im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale).

Dafür wurden 50 Spangenbarren – also fünf Zehner-Bündel – abgeholt und sicher in einer Klimakiste abtransportiert. Die Anfrage hatte das Museum Erding bereits 2019 erreicht. In Halle werden die Funde aus Oberding neben herausragenden weiteren vorgeschichtlichen Objekten aus Europa vom 4. Juni bis 9. Januar 2022 zu sehen sein. Bei der Himmelsscheibe von Nebra handelt es sich um die älteste konkrete Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte, sie zählt deshalb als UNESCO-Dokumentenerbe.

Der Spangenbarrenhort von Oberding stammt aus der Frühbronzezeit (um 1650 vor Christus), besteht aus insgesamt 796 Einzelbarren und wiegt über 80 Kilogramm. Er gilt als umfangreichster Spangenbarrenhort Europas. 2014 war er im Zuge einer Ausgrabung vor Bauarbeiten an einem Einfamilienhaus in Oberding entdeckt worden: ein Sensationsfund. Die Spangenbarren gelten als einer der frühesten Nachweise für die Anwendung eines Dezimalsystems im komplexen Wirtschaftssystem der Frühbronzezeit in Mitteleuropa. Denn die Barren waren sauber zu Zehnerbündeln geschnürt im Boden gefunden worden. Später hat sie die Stadt Erding für das Museum erworben.

Im Rahmen eines von der Stadt Erding finanzierten Forschungsprojekts in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde und wird der Kupferschatz erforscht. Seit 2017 ist er im Museum ausgestellt. Bereits 2018 war der Fundkomplex als Leihgabe für die Bundesausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ an den Martin-Gropius-Bau in Berlin entliehen worden.

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