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Einfallsreiche Sternsinger

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Andacht im Freien: An der Forsterner Pfarrkirche versammelten sich die jungen Sternsinger mit (hinten, v. l.) Michaela Schmidt-Wilms, Lisa Mittermeier (Pfarrgemeinderat), Sabine Grill und Gemeindereferentin Manuela Steck.
Andacht im Freien: An der Forsterner Pfarrkirche versammelten sich die jungen Sternsinger mit (hinten, v. l.) Michaela Schmidt-Wilms, Lisa Mittermeier (Pfarrgemeinderat), Sabine Grill und Gemeindereferentin Manuela Steck. © Alexander Lotz

Erding - Die Corona-Pandemie kann die Sternsinger im Landkreis Erding nicht aufhalten. Sie haben sich einiges einfallen lassen und sind dieser Tage auf vielfältige Weise unterwegs.

Die Sternsinger sind seit Jahrzehnten ein Segen für die Kinder in der Welt. Für sie sammeln sie traditionell zum Jahreswechsel in den einzelnen Pfarreien –auch im Landkreis Erding. Die Pandemie macht das heuer nicht leicht, aber die Verantwortlichen haben Wege gefunden, wie die Aktion sicher umgesetzt werden kann. Sie steht heuer unter dem Motto „Gesund werden, gesund bleiben – Ein Kinderrecht weltweit“.

Im Pfarrverband Isen wurden über 3000 schwarze Aufkleber gedruckt, die oft besser an den Haustüren haften als die übliche Kreide-Schrift. Denn die Sternsinger bringen – verkleidet als die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar – Segen in jedes Haus. Dies drückt sich in dem lateinischen Spruch „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) aus.

In einigen Dörfern wie Pemmering oder Watzling wird auch von Haus zu Haus gegangen. „Das ist für die Kinder und Jugendlichen oft eine große Freude“, sagt Isens Pfarrer Josef Kriechbaumer. Die Sternsinger sollen während des Singens Abstand halten und die Häuser nicht betreten. Während man die Kinder in den kleineren Dörfern und Weilern mit offenen Armen empfange, so gebe es in Isen immer häufiger auch negative Erfahrungen. „Die Sternsinger werden oft blöd angeredet“, erzählt Kriechbaumer. Das wirke sich dann schlecht auf die Bereitschaft aus, im kommenden Jahr dieses wichtige Amt wieder zu übernehmen.

Der Pfarrverband Maria Tading hat sich für Sternsinger-Andachten entschieden. Diese gestalten die Kinder und Jugendlichen mit. Sie finden bis 6. Januar in den einzelnen Pfarreien statt (wir berichteten). „Für dieses Konzept haben wir uns schon Ende Oktober entschieden“, erklärt Mitorganisatorin Lisa Mittermaier. In Maria Tading konnte man bis zu 30 Sternsinger gewinnen. Doch es sei „von Jahr zu Jahr schwieriger, Sternsinger zu finden“, sagt Mittermaier.

Im Pfarrverband Wartenberg fällt der Startschuss für die Sternsinger am heutigen Mittwoch. Um 17 Uhr findet die Aussendung für den gesamten Pfarrverband in der Pfarrkirche statt.

Dort hat man darauf geachtet, dass die Sternsinger-Gruppen vor allem aus Geschwistern bestehen. Wer von den Sternsingern besucht werden will, trägt sich in Listen ein, die in der Kirche ausliegen. Man kann sich aber auch telefonisch oder per E-Mail im Pfarrbüro anmelden.

Pfarrer Gregor Bartkowski bedauert vor allem, dass das gemeinsame Mittagessen ausfallen muss. Es habe immer einen Anlass zum fröhlichen Austausch geboten. „Bei uns stellen die Ministranten die Sternsinger, daher haben wir kein Problem mit Nachwuchs“, sagt Bartkowski stolz.

In der Stadtteilkirche Altenerding-Klettham hat man sich für eine kontaktlose Segnung in Form kleiner Päckchen entschieden, die neben den Gaben der Heiligen Drei Könige auch die Kontonummer für eine Spende enthalten. Der Pfarrverband Erding-Langengeisling hat sich auf ein Doppelmodell festgelegt. Während es in Erding keine Gruppen gibt, ziehen in Langengeisling Sternsinger von Haus zu Haus und werfen Kuverts mit Aufklebern und Spendenwusch in die Briefkästen. „In Langengeisling kennt man sich noch persönlich, da sind die Leute großzügiger“, erzählt Pater Peter Dus. In Erding komme noch die Weitläufigkeit der Stadt hinzu. Auch hätten viele Kinder und auch die Erwachsenen Angst wegen der Pandemie, so der Pater. Außerdem könne man am 6. Januar nach dem Gottesdienst oder im Pfarramt Weihrauch gegen eine kleine Spende bekommen.

In der Pfarrei St. Peter in Wörth stellen die Sternsinger eine Kasse vor die Haustüren, halten Abstand, singen ihre Lieder und nehmen die Kasse erst wieder mit, wenn die Tür geschlossen ist. Danach könne auch kontaktlos der Segensspruch angeschrieben werden, sagt Claudia Müller, eine der Verantwortlichen.

Der Pfarrverband St. Anna im Moosrain hat ein Hygienekonzept entwickelt. Es sieht vor, dass sich die Kinder vor ihrem Sternsinger-Einsatz bei einer offiziellen Stelle testen lassen. Außerdem gelten Maskenpflicht und Mindestabstand bei den Besuchen in Neuching und Eicherloh. Zudem würden Flyer in die Briefkästen geworfen. Sie enthalten auch einen Link, der auf ein von den Moosinninger Ministranten erstelltes Video verweist. ALEXANDER LOTZ

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