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Zankapfel unter Nachbarn: die AWO-Kinderkrippe „Zum Regenbogen“ an der Erdinger Wilhelm-Weindler-Straße. Im Sommer müssen die Kinder raus, die Nachfolgenutzung dürfte nicht minder umstritten sein.

Einrichtung in Erdinger Wohngebiet

Streit mit Nachbarn: AWO schließt Krippe

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Die Arbeiterwohlfahrt schließt in Erding eine Kinderkrippe, weil es mit Nachbarn ständig Ärger gibt, der bis vor Gericht ging. Immerhin: Alle Kinder können in anderen Häusern untergebracht werden. Für die Krippenräume schwebt der AWO ein Arbeiterwohnheim für Männer vor.

Erding - Seit 2005 betreibt die Arbeiterwohlfahrt Erding (AWO) in einem Reihenhauskomplex an der Wilhelm-Weindler-Straße eine Kinderkrippe mit 20 Plätzen und fünf Betreuerinnen. Früher residierte hier die evangelische Militärseelsorge. 2008 erwarb die AWO das Haus.

Doch seit Jahren gibt es Ärger um das Kinderhaus „Zum Regenbogen“, berichtet AWO-Kreisvorsitzender Fritz Steinberger im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Lage unweit des Erdinger Bahnhofs ist verworren, gibt er zu. „Es handelt sich um eine Eigentumsgemeinschaft mir zehn Parteien. Immer wieder gibt es Streit um den gemeinschaftlichen Besitz.“ Vor der Krippe befindet sich ein eingezäunter Garten. Laut Steinberger gibt es laufend Krach etwa um Fahrradständer sowie Häuschen für die Kinderwagen und die Mülltonnen. Eine Anteilseignerin zog sogar vor Gericht.

Es gibt laut dem AWO-Chef zwei weitere Streitpunkte. „Wir brauchen eine Einfriedung, damit die Ein- bis Dreijährigen das Haus nicht unbemerkt verlassen können. Bei der Sicherheit lasse ich nicht mit mir reden.“ Weiter berichtet er von Beschwerden einiger Nachbarn wegen des Hol- und Bringverkehrs.

Nun ist dem streitbaren und bestens vernetzten AWO-Chef der Kragen geplatzt: „Mir reicht’s. Wir schließen die Kinderkrippe zum Ende des Kindergartenjahres.“ Am 30. August ist Schluss.

Die Familien müssen dennoch nicht fürchten, ab Herbst ohne Betreuung für ihre Kleinkinder dazustehen. „Wir sind ein großer Träger. Somit werden wir alle Mädchen und Buben auf andere Häuser verteilen“ versichert Steinberger. Sieben Kinder ziehen in das Kinderhaus in Erding-West um. „Deswegen können wir dort künftig keine neuen Kinder aus anderen Gemeinden aufnehmen“, bedauert Steinberger. Dieses Angebot hätten einige Arbeitnehmer aus dem Gewerbegebiet Erding-West angenommen. „Die restlichen 13 bringen wir im AWO-Kinderhaus an der Dr.-Henkel-Straße, dem früheren Montessori-Kindergarten, unter. Hier befinden sich aktuell eine Krippe und ein Hort. „Den Hort geben wir auf, was aber auch keine Probleme bereitet“, klärt Steinberger auf. „Zum Teil verlassen die Kinder die Grundschule. Zweitens haben wir freie Plätze in unserem Kinderhaus an der Pfarrer-Fischer-Straße in Altenerding. Und drittens werden Hort-Plätze wegen immer mehr Ganztagsschulen gar nicht mehr so stark nachgefragt.

Was empfindliche Nachbarn betrifft, ist die AWO Kummer gewohnt. Vor gut zehn Jahren klagten Anwohner gegen den Kinderlärm in der Altenerdinger Einrichtung. Ein Gericht verdonnerte den Träger daraufhin, die Mädchen und Buben zu bestimmten Zeiten ins Haus holen zu müssen.

Und was macht die AWO mit ihrer Immobilie an der Wilhelm-Weindler-Straße? Steinberger kommt mit einer Lösung daher, die den Nachbarn kaum schmecken wird: „Möglich ist dort ein Wohnheim für alleinstehende Männer.“ Für solche Arbeitskräfte, die wenig verdienen, gebe es auf dem freien Markt so gut wie nichts. Denkbar sei aber auch eine Nutzung als Frauenhaus beziehungsweise als dessen Nebenstelle.

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