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Eine großes Ereignis ist für alle Kinder der erste Schultag. Doch der Zeitpunkt sollte überlegt gewählt werden, um die ABC-Schützen nicht zu frustrieren. 

„Einschulungskorridor“

Einschulung: Mehr Mitsprache für die Eltern

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Mit dem sogenannten Einschulungskorridor sollen die Eltern mehr Mitspracherecht bei der Einschulung ihrer Kinder bekommen. 

Erding Es war der schlimmste Fall, der nach der Einschulung passieren kann: „Das Kind musste im November wieder zurück in den Kindergarten“ – erst zwei Monate nach dem ersten Schultag, erinnert sich der Leiter der Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg, Michael Braun. Der zunächst eingeschulte Bub mit Migrationshintergrund ist im August geboren und war damit ein Kann-Schulkind – aber irgendwie war er noch nicht bereit für den Ernst des Lebens.

In Zukunft sollen Eltern mehr mitreden, ob und wann ihr Kind eingeschult wird. Mama Romy Uhlig (39) aus Erding findet das „total super“. Ihre Tochter Grace wird heuer ABC-Schützin. Uhlig sagt: „Eltern kennen ihre Kinder doch am allerbesten.“

Das Stichwort für die neue Regelung heißt „Einschulungskorridor“: Dafür hat sich das Kultusministerium Anfang Februar entschieden. Und gibt damit den Erziehungsberechtigten bei „Kann-Kindern“ mehr Macht. Denn in der Vergangenheit galt: Wer bis zum 30. September sechs Jahre alt wurde, kommt in die 1. Klasse. Wenn Eltern dagegen waren, mussten sie einen Härtefallantrag stellen. Laut Bayerischem Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) „ein enormer bürokratischer Akt, der teilweise vor Gericht endete“. Das soll mit dem Korridor einfacher werden.

Das Verfahren: Bei Kindern, die von Juli bis September sechs Jahre alt werden, sollen Eltern bis Mai entscheiden, ob ihr Sprössling heuer in die 1. Klasse kommt.

Dass es einem Kind manchmal besser geht, wenn es noch nicht eingeschult wird, zeigt der Fall von Grace Uhlig aus Erding. Sie ist im vergangenen Oktober sechs Jahre alt geworden und hätte schon mit fünf Jahren im September 2018 eingeschult werden können. Sie war ein Kann-Kind. Aber ihre Mama Romy Uhlig entschied sich dagegen. „Das eine Jahr im Kindergarten tut ihr noch richtig gut“, und: „Sie ist in der letzten Zeit viel selbstständiger geworden, zieht sich alleine an, deckt den Frühstückstisch und spricht auf einmal viel von der Schule.“ Außerdem ist Grace in den vergangenen Monaten noch einmal gewachsen und kann den Schulranzen leichter tragen.

Als Papa findet Michael Braun den Einschulungskorridor auch „super“, allerdings rät er als Schulleiter: „Es geht nicht ohne Gespräche, da wird sich nicht viel ändern.“ Und er warnt davor, dass Eltern die Einschulungs-Entscheidung allein treffen. Vielmehr sollten sie sich mit dem Kindergarten- und Schulpersonal an einen Tisch setzen und folgende Fragen klären: „Ist das Kind schulreif oder nicht? Was denkt da wer?“

Ein wenig kritisch sieht Lehrerverband-Mitglied Braun den Einschulungskorridor trotzdem: Denn die meisten Schuleinschreibungstermine sind Mitte April: „Aber eigentlich könnten sich Eltern bis 3. Mai entscheiden.“ Außerdem kritisiert der BLLV, dass der Einschulungskorridor im Hoppla-Hopp-Verfahren eingeführt wurde. In einer Pressemitteilung steht: „Ein Mädchen, das davon ausging, dass es nun bald zur Schule gehen darf, muss nun vielleicht noch ein Jahr warten.“

Und manchmal fällt die Einschulungs-Entscheidung eben schwer. Und es gibt Grauzonen, wie bei dem eingangs erwähnten Bub: „Er war sprachlich noch nicht so weit“, stellt Braun heute fest: „Zurück im Kindergarten war er einfach froh, dass er wieder spielen konnte.“

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