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Die Radabstellanlagen, hier am Bahnhof Altenerding, sind in die Jahre gekommen. Sie werden erneuert.

Einstimmiger Beschluss 

Hunderte neue Radstellplätze

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Das wird die Radpendler freuen: Die Stadt Erding investiert kräftig in neue Abstellanlagen für Fahrräder an den drei S-Bahnhöfen im Stadtgebiet.

Erding– Zusätzlich sollen Servicestationen mit Schließfächern, Lade- und Pumpmöglichkeit entstehen – wenn es nicht anders geht, auch zulasten von Pkw-Stellplätzen.Die Stadträte im Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss gaben nach kontroverser Diskussion für die Maßnahme mit geschätzten Kosten von gut 600 000 Euro einstimmig grünes Licht.

Laut Stadt gibt es aktuell in Erding 331 Stellplätze, in Altenerding 225 und in Aufhausen 76. Sie sollen kräftig aufgestockt werden, denn die bestehenden reichen längst nicht mehr. Insgesamt sind knapp 300 neue geplant. Außerdem ist „der Großteil der überdachten Anlagen nach 20 bis 25 Jahren stark gealtert und genügt aktuellen Anforderungen nur noch teilweise“, erklärte Christian Famira-Parcsetich von der Stadtentwicklung.

Laut Vertrag mit der Bahn fallen Betrieb und Erhaltung der Park-and-Ride- sowie der Radabstellanlagen in die Zuständigkeit der Stadt. Die Flächen, auf denen die Anlagen errichtet werden sollen, gehören jedoch der Bahn. Mit ihr muss sich die Stadt abstimmen. Aufgrund eisenbahnrechtlicher Vorschriften könne zudem ein Genehmigungsverfahren des Eisenbahnbundesamts erforderlich sein. Dann könne es bis zu drei Jahre dauern, bis die Anlagen errichtet werden können. Die gute Nachricht: Eventuell sind erhöhte Fördersätze von bis zu 75 Prozent drin.

Während die Anlagen in Aufhausen und Altenerding überdacht werden sollen, bleiben die in Erding zunächst unter freiem Himmel. Sie werden, wie der neue Busbahnhof auch, so gestaltet, dass sie problemlos in den Fliegerhorst umziehen können, was nur ohne Überdachung und damit Fundament möglich ist.

Herbert Maier (Grüne) sah für große Gepäck-Schließfächer keinen Bedarf. Er verwies aber auf einen Antrag der Grünen, eine Radstation auch am Grünen Markt zu errichten. „Das wäre für Radtouristen toll“, so Maier. Für Jakob Mittermeier (CSU) sind Angebote wie Servicestationen am besten an Bahnhöfen aufgehoben. „Das ist vor allem für Fremde gedacht, die finden das dort am ehesten.“ In jedem Fall müsse die Handhabung möglichst einfach sein, sagte Mittermeier und erteilte einem Biketower, also einer turmförmigen Fahrradgarage, eine Abfuhr: „Dafür ist die Akzeptanz nicht da.“

Burkhard Köppen (CSU) plädierte dafür, „auf dem wenigen Platz, den wir haben, möglichst viele und günstige Stellplätze unterzubringen“. Gute Absperrmöglichkeiten seien besonders wichtig, Lade- und Servicestationen hingegen „Schnickschnack, der Geld kostet und den wir nicht brauchen“. Dass Autoparkplätze wegfallen sollen, hielt er für fatal: „Der Parkdruck wird gewaltig groß werden“, prophezeite Köppen. Sein Antrag, möglichst viele Stellflächen zu schaffen und die E-Mobilität von den Bahnhöfen fernzuhalten, fand keine Anhänger.

Einstimmig fiel stattdessen der Beschluss, weitere Anlagen samt Servicestationen zu errichten – zuerst in Altenerding und Aufhausen, nach dessen Fertigstellung auch am neuen Bahnhof. Die Haushaltsmittel – Gotz konnte aufgrund der noch nicht feststehenden Förderung keine konkrete Summe nennen – werden in den Nachtragshaushalt eingestellt. 

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