Warteraum Asyl 

„Elefant im Porzellanladen“

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Schwere Kritik am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat Erdings Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) geübt.

In der Bürgerversammlung in Langengeisling äußerte er seinen massiven Unmut über „die nach wie vor miserable Informationspolitik“ der Nürnberger Behörde. „Es hat immer geheißen, in den Warteraum Asyl kommen pro Monat 500 Flüchtlinge, aus Griechenland und Italien.“

Nun, so Gotz empört, habe er erfahren müssen, dass es pro Monat 1000 seien – 500 aus Griechenland und 500 aus Italien. Dies habe ihm die bayerische Sozialministerin Emilia Müller (CSU) mitgeteilt. Erst vor wenigen Wochen hat auch das Bundesinnenministerium auf Anfrage unserer Zeitung die Zahl 500 pro Monat bestätigt.

Gotz warf dem Bamf vor, bei einem sehr sensiblen Thema wie „der Elefant im Porzellanladen“ zu agieren. Für ihn fatal: „So werden Ängste geschürt, was dazu führt, dass radikale Parteien gewählt werden.“

Diese Information nutzte Gotz zu einer grundsätzlichen Stellungnahme zum Thema Flüchtlinge. „Deutschland ist und bleibt ein Land der Hilfsbereitschaft.“ Dies sei nicht erst seit der ersten großen Migrationswelle im Sommer vorigen Jahres zu beobachten, „sondern bei jeder Naturkatastrophe bei uns oder in anderen Ländern“. Der Politik müsse endlich klar werden, „dass es auch Menschen gibt, die Angst haben“. Diese Sorgen müssten dringend ernst genommen werden. Er bedankte sich bei allen Ehrenamtlichen, die sich um Asylbewerber kümmern. „Das ist in Deutschland selbstverständlich.“

Die Lage in Stadt und Landkreis ist nach seiner Auffassung gut. „Hier findet eine dezentrale Unterbringung statt. Soziale Brennpunkte gibt es nicht.“ Über die „Unaufgeregtheit“ vor Ort sei er sehr dankbar.

Zum Warteraum Asyl merkte er an, dass er sich weiterhin im „reaktivierbaren Stand-by-Betrieb“ befände. Camp Shelterschleife werde gegenwärtig nur genutzt, um im Rahmen von EU-Abkommen vorregistrierte Flüchtlinge von Griechenland und Italien abzunehmen, um sie über das gesamte Bundesgebiet zu verteilen.

Hans Moritz

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