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Zum Feiern ist im AWO-Kinderhaus niemand zumute. Unser Bild entstand beim Sommerfest 2017. Nun müssen 17 Kinder gehen – wegen Betreuermangels in Altenerding. 

Nach Gruppenschließung in Kindergarten 

Eltern machen AWO schwere Vorwürfe

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Die Schließung einer Kindergartengruppe im AWO-Kinderhaus in Altenerding schlägt hohe Wellen. Die Eltern schwanken zwischen Wut und Verunsicherung, wie es nach dem 1. April weitergeht.

Altenerding – Wie berichtet, will die AWO 17 Familien kündigen – wegen akuten Mangels an Erzieherinnen. Mittlerweile hat sich Oberbürgermeister Max Gotz eingeschaltet. Er macht den Eltern Mut.

Der Elternbeirat des Kinderhauses kritisiert die Entscheidung der Schließung massiv. Es seien nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden. Den Eltern sei erst etwas anderes erzählt worden, der Informationsfluss sei schlecht. Vorsitzender Christoph Lotter sagte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Unser Ziel ist es, die Schließung der Gruppe abzuwenden.“ So müsse geprüft werden, ob etwa Eltern oder Großeltern mit entsprechender Ausbildung einspringen könnten. Zu klären sei auch, ob Personal aus der Krippe oder dem Hort abgezogen werden könnte. Zeitarbeitsfirmen müssten kontaktiert werden. Nicht zuletzt sollen alle Eltern gefragt werden, ob sie Betreuungsstunden reduzieren könnten, so dass das Personal ausreicht, die Gruppe weiter bestehen lassen zu können. Das schließt der Kindergarten aus, denn der große Bedarf am Vormittag sei so nicht zu decken.

Seinen Ärger hat der Elternbeirat in einem dreiseitigen Brief an den AWO-Vorstand sowie an Stadt und Landratsamt niedergeschrieben. Darin kritisieren sie, dass die AWO ihre Probleme auf die Eltern und vor allem die Kinder abwälze.

Am 21. Februar habe der Träger noch erklärt, dass der Betreuungsschlüssel 11:1 noch gedeckt sei. Am nächsten (!) Tag habe dann AWO-Leiterin Karin Seibt die Eltern über die Schließung der Gruppe zum 1. April informiert.

Die Eltern verlangen von der AWO Antworten darauf, was unternommen worden sei, um zusätzliches Personal zu rekrutieren beziehungsweise als Verband als Arbeitgeber attraktiv zu sein.

„Insgesamt stellt sich uns die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage die Betreuungsverträge gekündigt werden sollen“, heißt es in dem Brief. Eine Frist hat die AWO bereits verstreichen lassen – gekündigt werden muss ein Monat vorher. Bis zum gestrigen 1. März lag aber keiner Familie ein entsprechendes Schreiben vor. Nun kann die AWO nur noch außerordentlich kündigen – das ist juristisch angreifbar.

Einige Eltern stehen nun vor großen Problemen. Unsere Zeitung sprach mit einer Mutter, die am 1. April eine neue Stelle antritt, auf den Betreuungsplatz dringend angewiesen ist und nun keine Zeit hat, ihren vierjährigen Buben in einer neuen Einrichtung einzugewöhnen. Ein Vater kritisiert, sein Kind habe nicht zum ersten Mal wegen Personalmangels der AWO die Gruppe wechseln müssen.

AWO-Kreischef Fritz Steinberger kann den Ärger verstehen, die Schließung sei aber unumgänglich, erklärte er. Den Schwarzen Peter schiebt er auch den Behörden zu: „Das Landratsamt und die Regierung von Oberbayern prüfen sehr genau, ob die Betreuungsschüssel exakt eingehalten werden. Können wir das nicht, riskieren wir sofort Zuschüsse und sogar die Betriebserlaubnis.“ Er geht das Landratsamt an, weil es zu keinerlei flexiblen Lösungen bereit sei. „So lange können wir keine Gefahr eingehen.“

Steinberger versichert: „Wir haben alles versucht, um die Schließung abzuwenden.“ Denn auf Schwangerschaften, Erkrankungen, Kündigungen und Bewerbungsabsagen habe man so gut wie keinen Einfluss. „Wir haben für rund 15 000 Euro bundesweit Anzeigen geschaltet. Wir hätten auch Hilfe bei Umzug und Wohnungssuche angeboten“, sagt Steinberger.

Für Oberbürgermeister Max Gotz steht nur eines im Vordergrund: „das Wohl der Kinder“. Sein Kindergarten-Sachgebietsleiter Bartholomäus Aiglstorfer sei seit Tagen dabei, Ersatzplätze für die 17 gekündigten Kinder zu organisieren. „Es sieht gut aus. Ich bin zuversichtlich, dass alle eine neue Einrichtung finden, auch wenn wir wissen, dass es für die Kinder nicht leicht ist, sich neu einzugewöhnen“, so Gotz. Laut druckfrischem Leistungsbericht des Rathauses gibt es in den 19 Kitas 98 freie Kindergartenplätze; 1221 gibt es, 1123 sind belegt. „Die anderen Träger haben Bereitschaft signalisiert, den Familien zu helfen.“ Er setzt sich für unkomplizierte Übergänge ein. Auch Gotz übt Kritik an der AWO. Die Eltern hätten schneller und offener informiert werden müssen. Die Entwicklung sei ungut – „für die Eltern, vor allem aber für die Kinder“.

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