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Eltern von Kindergartenkindern erhalten vom Staat einen Zuschuss von 100 Euro. Dieses Geldgeschenk war Thema der letzen Stadtratssitzung, deren Beschluss nächste Woche bestätigt wird. (Symbolbild)

Zuschuss für Betreuungskosten von Kindergartenkindern 

Eltern zahlen 100 Euro weniger

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Eltern von Kindergartenkindern erhalten vom Staat einen Zuschuss von 100 Euro. Dieses Geldgeschenk war Thema der letzen Stadtratssitzung, deren Beschluss nächste Woche bestätigt wird.

Erding – Gute Nachrichten für Eltern, deren Nachwuchs in den Kindergarten geht. Seit 1. April bekommen sie einen Zuschuss von 100 Euro auf die Betreuungskosten. Auf dieses Geldgeschenk vom Staat reagiert nun der Erdinger Stadtrat. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss beschloss am Dienstag die Änderung der Satzung für den städtischen Kindergarten St. Antonius. Dies ist deshalb rückwirkend möglich, weil die Betroffenen finanziell entlastet werden.

Der Beschluss, der vom Stadtrat kommende Woche noch bestätigt werden muss, dürfte Auswirkungen auf die anderen 18 Kindergärten in Erding haben, die in Trägerschaft von Kirchen oder Verbänden wie der Arbeiterwohlfahrt sind. Denn in der Regel passen sie ihre Bestimmungen an. Deswegen gibt es in Erding auch einen einheitlichen Gebührensatz. Von der Senkung betroffen sind Familien mit Kindern ab dem dritten Geburtstag. Auch für Vorschulkinder gilt der 100-Euro-Nachlass.

Bartholomäus Aiglstorfer von der Stadtverwaltung berichtete, dass die Betreuungsstunde derzeit 1,20 Euro koste. Rechnet man eine tägliche Betreuungszeit von 4,25 Stunden am Tag und 20 Tage im Monat, kommt man auf einen Monatsbeitrag von 102 Euro. Das heißt, Eltern müssen fortan nur noch zwei Euro aufbringen. Wer sein Kind 7,25 Stunden täglich in der Kita hat, zahlt statt 174 nur mehr 74 Euro. Bei 9,25 Stunden sind es statt 222 nur noch 122 Euro. Für Krippenkinder unter drei Jahren wird laut Aiglstorfer der zweifache Stundensatz erhoben.

Das Procedere sieht so aus: Die Stadt wird den Zuschuss für die Kinder, die voriges Jahr drei Jahre alt geworden sind, im Juli vier Monate zurückerstatten, also erst, wenn die Kommune das Geld vom Staat überwiesen bekommen hat. Familien mit Kindern, die heuer ihren dritten Geburtstag feiern, werden ab September berücksichtigt. Das Rathaus hat allen Trägern empfohlen, in gleicher Weise zu verfahren, um nicht in Vorleistung gehen zu müssen beziehungsweise einen Einbruch bei den Einnahmen zu erleiden. Immerhin geht es um 750 000 Euro im ersten Jahr.

Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) lobte zwar die Entlastung der Eltern, goss aber sogleich Wasser in den Wein. „Mit dieser Regelung bekommen wir keine einzige Erzieherin mehr. Und diese Erzieherinnen erhalten keinen einzigen Euro mehr Gehalt.“ Er ist der Auffassung, dass der Staat an dieser Stelle hätte ansetzen müssen, zumal ein beträchtlicher Teil der Familien Zuschüsse vom Landkreis zur Betreuung erhalte.

Gotz glaubt, dass die Kommunen künftig noch stärker belastet würden, durch neue Betreuungsschlüssel, die noch mehr Fachpersonal für jede Gruppe vorsehe. „Unser Ziel muss sein, dass wir auch in Zukunft für jedes Kind einen Platz haben.“  

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