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Offene Briefe verteilte der Elternbeirat am Freitag vor dem AWO-Kinderhaus. Wenn Eltern Betreuungsstunden reduzieren würden, könnte die Gruppe erhalten werden, glaubt man. Die AWO-Spitze verweigerte sich dem Dialog.

Vier Fachkräfte wären bereit, bedrohte Kindergartengruppe zu retten

AWO: Eltern werben Erzieherinnen an

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Was dem Vorstand der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Erding angeblich über Wochen nicht gelungen ist, haben Eltern der von der Schließung bedrohten Dschungel-Gruppe im AWO-Kinderhaus Hand in Hand in Altenerding binnen drei Tagen geschafft.

Altenerding - Sie haben ausreichend Fachpersonal gewinnen können, das bereit ist, sich um die 17 Kindergarten- und sieben Vorschulkinder zu kümmern, die ab 1. April ohne Betreuungspersonal dazustehen drohen. Erste Gespräche mit der AWO-Geschäftsführung finden seit Donnerstag statt.

Eine Erzieherin würde zur AWO gehen, aber nicht im Kinderhaus Hand in Hand arbeiten wollen. Sie könnte allerdings mit einer Fachkraft des AWO-Märchenmonds mit der Parksiedlung tauschen. Hinzu kommen zwei Erzieherinnen, die sich derzeit in Elternzeit befinden, sich aber vorstellen könnten, in der Dschungelgruppe auszuhelfen. Eine hat sich bereits vorgestellt, die andere muss erst mit ihrem Arbeitgeber klären, ob sie einspringen darf. Und dann gibt es noch einen Kinderpfleger in Vollzeit, der ebenfalls nach Altenerding kommen würde.

Die betroffenen Eltern blicken nun aufmerksam auf AWO-Vorsitzende Karin Seibt. „Nun wird sich zeigen, ob es der AWO ernst ist, die Gruppe zu retten“, erklärt ein Vater.

Eine Familie mit vier Kindern pocht darauf, dass die Gruppe bestehen bleibt. „Mein Mann und ich arbeiten Vollzeit. Wir können unsere Kinder nicht auf mehrere Einrichtungen verteilen, denn jedes Haus hat andere Schließzeiten“, sagt die Mutter. Sollte die Gruppe geschlossen werden, „muss ich meinen Job aufgeben“. Damit stehe sie nicht allein. Der Erhalt ist auch das Hauptanliegen des Elternbeirats. Dessen Vorsitzender Christoph Lotter betont jedoch: „Wir sind der Stadt dankbar, dass sie so engagiert hilft.“

Juristisch spannend ist, ob die AWO den Familien überhaupt kündigen kann. Laut Satzung ist das nur erlaubt, wenn wenn Familien oder Kinder fortlaufend Probleme machen. Die übliche vierwöchige Frist ist jedenfalls verstrichen.

Derweil verfestigt sich der Eindruck, dass AWO und Einrichtungsleitung überfordert sind. Obwohl sich der Engpass bereits seit längerem abgezeichnet hat, wurde die Stadt über die drohende Schließung erst diese Woche informiert. Dies bestätigt Rathaussprecher Christian Wanninger. Nach Aussage von Eltern aus anderen AWO-Häusern finden auch hier ständige Personalwechsel und Abordnungen statt.

Was die Verteilung der 17 Kinder auf andere Kitas betrifft, keimt in Erding die Sorge, zugesagte Plätze könnten entfallen.

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