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Energievision Erding 

Strom aus wertlosen Flächen

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Der Landkreis Erding will die erneuerbaren Energien ausbauen – unter anderem an Bahngleisen und der A 92 München–Deggendorf. Windkraft könnte (wieder) Thema werden. Gefördert und ausgebaut werden soll die E-Mobilität.

Erding – Lange ist’s her: Im Erdinger Land gab es vor ein paar Jahren über 40 Standorte für Windräder. Dann kam Horst Seehofers 10H-Regelung, die besagte, ein Hundert-Meter-Mast müsse 1000 Meter von der nächsten Bebauung entfernt sein. Damit war es auf einen Schlag vorbei mit dem Strom aus Wind im Landkreis.

Dabei war für die Gewinnung von regenerativen Energien eine eigene Gesellschaft gegründet worden – die Energievision Landkreis Erding Projektentwicklungs GmbH (EVE).

Standorte für zwei Windräder

Die wird jetzt wieder gebraucht. In der Jahrespressekonferenz berichtete Landrat Martin Bayerstorfer (CSU), dass die EVE künftig so genannte Freiflächen-Photovoltaikanlagen realisieren wolle. Dabei handelt es sich um Panele, die auf freiem Feld stehen und nicht etwa auf Dächern montiert sind. „Dafür gibt es strenge Regeln, denn es dürfen keine etwa landwirtschaftlich nutzbaren Flächen ,versiegelt‘ werden“, so der Kreischef. Es müssten Flächen sein, für die es sonst keinen Bedarf gebe. Davon gebe es einige in der Region. Konkreter wollte er noch nicht werden, sprach aber „von einem Areal an der Bahnstrecke im südlichen Landkreis sowie einem zweiten an der Autobahn im nördlichen Landkreis“. Grundsätzlich erklärte Bayerstorfer hinsichtlich der Freiflächen-Photovoltaik, wolle man vor allem Konversionsflächen (zum Beispiel im Fliegerhorst) oder Gebäude des Landkreises auf ihre Eignung überprüfen.

Die EVE könne auf diesem Gebiet durchaus Erfolge vorweisen. Als Beispiele nannte der Landrat die Anlagen auf den Dächern des Dorfener Gymnasiums und der Realschule Taufkirchen. „Unser Ansatz ist, dass wir den Strom selbst verbrauchen und im Normalfall nicht ins Netz einspeisen“, erklärte Bayerstorfer auch im Hinblick auf die stark gesunkenen Vergütungen. Weitere Eigenverbrauchsanlagen sind unter anderem auf den Dächern des Gastrozentrums der Berufsschule in Erding sowie des Landratsamts geplant.

E-Tankstellen an den Schulen des Kreises

Das Thema Windkraft ist für den Landrat noch nicht ganz erledigt. Große Hoffnungen will er aber nicht verbreiten. „Es gibt noch zwei Standorte, an denen Windräder möglich wären“, sagte er, ohne ins Detail zu gehen. „Aber in beiden Fällen gibt es Probleme mit den Grundstückseigentümern.“ Theoretisch könnten aber sofort Bauanträge zur Errichtung gestellt werden. Die umgebende Bebauung sei weit genug entfernt.

Ferner kündigte Bayerstorfer an, die Elektromobilität ausbauen zu wollen. „Die EVE wird die vorhandenen Ladesäulen im Landkreis und den weiteren Bedarf ermitteln.“ Geplant sei ein landkreisweites Konzept zur Förderung der E-Mobilität. Damit wollen wir zusätzliche Anreize für Carsharing schaffen“, erklärte der CSU-Politiker weiter. „Das Netz soll dichter werden.“

Darüber hinaus kündigte er an, dass an allen Schulen in Trägerschaft des Landkreises öffentlich zugängliche Ladesäulen installiert werden. Die Grundlagenermittlung führen die Stadtwerke Erding durch. Aufbau und Betrieb erfolgen dann im Auftrag des Landkreises.

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