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Gelber Sack
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Gelber Sack

Zahlen des Landratsamts

122 Kilo Restmüll pro Landkreis-Bürger

Die Erdinger Landkreisbürger sind gute Mülltrenner. Von den 66 000 Tonnen Abfall pro Jahr  geht nur ein knappes Drittel in die Verbrennungsanlage.

Landkreis – Brüder zur Tonne – eigentlich ist die Sache mit der Mülltrennung ganz simpel. So lange Glas zu Glas, Pappe zu Pappe und Plastik zu Plastik sortiert wird, kann aus Altem etwas Neues entstehen. Aus diesem Grund gibt es im Landkreis neben dem Hausmüll noch weitere Abfalltonnen, eben für Altpapier und Biomüll. Auch der Gelbe Sack wird alle 14 Tage abgeholt. Da sollte die Sache mit dem Recycling eigentlich funktionieren. „Im Landkreis Erding ist der Wertstoffanteil in der Restmülltonne auch eher gering“, bestätigt Daniela Fritzen, Pressesprecherin im Landratsamt.

Die frühzeitige Einführung der Biotonne in den 90er Jahren und das gut angenommene Recyclinghofsystem, damit werde der größte Teil der Wertstoffe abschöpft: „Dies zeigt sich auch an den Müllmengen. In den letzten zehn Jahren sind die Einwohnerzahlen im Landkreis Erding um knapp zehn Prozent gestiegen, die Müllmenge im gleichen Zeitraum aber nur um knapp sechs Prozent“, so Fritzen.

Die Müllmenge liegt jährlich bei 66 000 Tonnen. Davon gehen 21 000 Tonnen in die Verbrennung: der Hausmüll und die Selbst- und Gewerbeanlieferung über die Müllumladestation Isen. Der Hausmüllanteil lag über die Sammlung in der Restmülltonne bei 16 800 Tonnen. „Die Pro-Kopf-Menge im Bereich Hausmüll für den Landkreis Erding lag im vergangenen Jahr bei 122 Kilogramm je Einwohner“, bilanziert Fritzen.

Dass der Landkreis so gut abschneide, liege auch an der frühzeitigen Heranführung der Kinder an die Mülltrennung. „Hier leisten Kindergärten und Schulen wertvolle Arbeit. Auch das richtige Vorleben im eigenen Haushalt sei wichtig.“ Das sieht auch Erdings Umweltreferent Thomas Schreder (CSU) so: „Je früher Kinder lernen, dass Recycling wichtig ist, desto schneller wird Mülltrennung zum Automatismus.“

Kinder und Jugendliche hätten beim Thema Umwelt oft sogar eine Vorbildfunktion: „Sie achten drauf, dass der Wasserhahn nicht so lange läuft, aber auch dass nichts Falsches in den Restmüll geworfen wird und animieren so die Erwachsenen zum sorgsamen Umgang mit dem Hausmüll.“ Doch Schreder ist nicht nur Biologe und Umweltreferent, sondern auch Vorsitzender des Kreisjagdverbandes. „Oft sehe ich Autobatterien oder sogar Kühlschränke, die illegal im Landkreis entsorgt werden“, schimpft er.

„Ich habe kein Verständnis für die Müllsünder.“ Schließlich gefährden diese die heimische Tier- und Pflanzenwelt. „Manchen Menschen ist wohl nicht bewusst, welchen Schaden die Giftstoffe im Gewässer anrichten. Und an sperrigen Metallteilen können sich die Wildtiere verletzen.“ In diesem Jahr fiel das alljährliche Müllsammeln beim städtischen Ramadama wegen Corona aus. Im Jahr 2019 zogen 300 freiwillige Helfer los, um auf Erdings Grünflächen und Gewässern den Müll aufzusammeln. 40 Kubikmeter waren es insgesamt. Das entspricht der Füllmenge von 333 der großen 120 Liter-Tonnen, die nicht in, sondern neben den Abfalleimern landeten.

„Mir sträuben sich da teilweise die Haare“, sagt Schreder. Ein Problem sei vor allem das Plastik. Das löse sich langsam auf und gelange dann in Form von Mikroplastik in den Organismus der Fische – und über diesen Weg auch in den der Menschen, wenn diese Fische geangelt werden.

Helga Stieglmeier, Grünen-Stadträtin in Erding, ärgerte sich nicht nur beim letzten Ramadama über die vielen Zigarettenkippen, die sorglos weggeschmissen werden: „Das ist eine große Sauerei.“ sie. Die Stummel würden immerhin 7000 Giftstoffe enthalten und sind keineswegs harmlos. So kann eine einzige Kippe mit ihrem Mix aus Toxinen zwischen 40 und 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen oder das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen.

Auch der Zigarettenfilter ist kein harmloses Baumwollstückchen, sondern viel mehr schwer abbaubarer Kunststoff. Es dauert viele Jahre, bis die Filter zerfallen. „Man sollte den Leuten klar machen, wie schädlich Zigarettenstummel für die Umwelt sind“, meint Stieglmeier.

Michaele Heske

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