2,6 Millionen Euro für letzte „weiße Breitband-Flecken“

Glasfaser erobert die Schulen

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Während Bund und Länder noch über die Digitalisierungsmilliarden aus Berlin streiten, macht sich Erding erst einmal daran, bei der Breitbandversorgung nicht nur die letzten weißen Flecken aus dem Stadtplan zu tilgen, sondern auch sämtliche Bildungseinrichtungen an die schnelle Datenautobahn anzuschließen – mit Glasfaser und 50 Mbit/Sekunde beim Download.

Erding – Der Stadtrat gab am Dienstagabend Grünes Licht für einen Vertrag mit der Deutschen Telekom. Bei der Ausschreibung des so genannten Wirtschaftlichkeitslückenmodells war der Magenta-Konzern der einzige Bieter. Dessen von einem Ingenieurbüro als seriös eingestuftes Angebot liegt bei knapp 2,6 Millionen Euro. Nur 20 Prozent oder 520 000 Euro sind von der Stadt zu stemmen, 50 Prozent übernimmt der Bund, 30 der Freistaat, erklärte Christian Famira-Parcsetich vom Stadtplanungsamt.

Er wies darauf hin, dass man mittlerweile mit den Trägern der Bildungseinrichtungen im Stadtgebiet Kostenübernahmevereinbarungen für den Breitbandausbau in die Schulen unterschrieben habe. Denn von dem Programm sollen nicht nur die zwei Mittel- und die sechs Grundschulen der Stadt profitieren, sondern auch alle anderen Schulen, darunter die Gymnasien und Realschulen sowie unter anderem FOS/BOS und Berufsschule des Landkreises, die kirchliche Mädchenrealschule Heilig Blut, aber auch die Volkshochschule.

Famira-Parcsetich berichtete, der Vertrag sei unterschriftsreif. „In der Regel fängt die Telekom danach recht schnell mit dem Bau an.“ OB Max Gotz (CSU) wies aber darauf hin, „dass der Konzern eine Bauzeit von bis zu drei Jahren in die Verträge schreibt“ – nicht zuletzt aufgrund voller Auftragsbücher.

Auf den Digitalisierungspakt ging in der Sitzung auch Schulreferent Josef Biller (CSU) ein. Er meinte, man solle mit der Anschaffung der Multitouchtafeln im Zuge der Generalsanierung der Mittelschule am Lodererplatz noch warten. „Vielleicht können wir von den Milliarden des Bundes profitieren“, meinte er. Das sagte Gotz zu, mahnte aber, dass man mit dem Vorhaben deshalb nicht in Verzug geraten dürfe.

Reine Formsache war im Stadtrat der Beschluss, den Mittelschulverbund Erding neu zu gründen. Gotz erinnerte daran, dass die Große Kreisstadt im Juli 2018 den bisherigen Mittelschulverbundsmitgliedern Oberding, Wörth und Finsing zum 31. Juli dieses Jahres gekündigt habe, „weil diese zu Lasten der Erdinger Mittelschulen immer wieder Jugendliche anderen Mittelschulen im Verband zugewiesen hätten, um deren Klassenstärken zusammenzubekommen“. Im gleichen Atemzug betonte Gotz jedoch, dass sich an der Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Bockhorn nichts ändern werde. Die habe sich bewährt. Der neue Vertrag sieht vor, dass die Stadt Erding auch für die Bockhorner Kinder den Schulaufwand trägt, und Bockhorn pro Jahr und Schüler 1500 Euro bezahlt. Zudem ist die Gemeinde für die Schülerbeförderung zuständig.

Nur die Kinder aus den Weilern Köhl und Windham sind außen vor. Aus geografischen Gründen besuchen sie die Mittelschule Taufkirchen.

Ein weiteres Schulthema brachte Horst Schmidt (SPD) zur Sprache. Er berichtete aus Schülerkreisen, vor der Herzog-Tassilo-Realschule an der Münchener Straße wünsche man sich eine Tempo-30-Zone wie vor Anne-Frank-Gymnasium und Heilig Blut. „Wir sind im Haus gerade dabei eine Ausweitung der Tempo-30-Zone zu prüfen“, so Gotz. Er appellierte vor allem an die Eltern, sich vor Schulen an die Verkehrsregeln zu halten.

Rubriklistenbild: © dpa / Peter Kneffel

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