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Erding international: Kanzlerin-Abgesandter Norbert Barthle, OB Max Gotz, Dramas Bürgermeister Christodoulos Mamsakos und Michalis Stavrianoudakis vom Athener Innenministerium (v. l.) in der Stadthalle. (Um das ganze Bild zu seh en klicken Sie bitte auf das Zoom-Symbol oben rechts.)

Von Freunden lernen

Deutsch-Griechische Versammlung: 300 Kommunalpolitiker tauschen sich aus

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Drei Tage dauert die Konferenz der Deutsch-Griechischen Versammlung in der Erdinger Stadthalle. Ein in Europa „einzigartiges Netzwerk“.

Erding – Wenn die Kommunen in Deutschland und Griechenland künftig noch besser zusammenarbeiten, der Wissenstransfer flüssiger läuft und man gegenseitig mehr voneinander lernt, wird dieser Prozess mit dem Namen Erding verbunden sein. Die Herzogstadt ist noch bis zum heutigen Donnerstag Gastgeber der dreitägigen Konferenz der Deutsch-Griechischen Versammlung (DGV). 300 Kommunalvertreter beider Länder tauschen sich seit Dienstag aus. Es geht um nicht weniger als einen Neustart der Beziehungen.

Der Grund dafür sind die Kommunal- und die Parlamentswahlen im Mai und im Sommer in dem Inselstaat. „Zwei Drittel der Bürgermeister sind neu gewählt worden und haben ein Interesse an engen Beziehungen zu Deutschland“, erklärte Christodoulos Mamsakos, Bürgermeister der griechischen Stadt Drama und Vertreter des Zentralverbands der griechischen Städte und Gemeinden, in einer Pressekonferenz in der Stadthalle.

Einzigartiges Netzwerk in Europa

Oberbürgermeister Max Gotz freute sich, dass Erding wegen der Nähe zum Flughafen als Tagungsort ausgewählt worden sei. Im Sommer war er im Vorfeld selbst in Athen und auf Kreta. Er lobte den guten Austausch und die Bereitschaft, voneinander lernen zu wollen.

Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Kanzlerin Merkels Abgesandter in der DGV, erklärte: „Dieses Netzwerk ist einzigartig in Europa. Wir wollen noch mehr kommunale Partnerschaft.“ Der Fokus liege auf dem lokalen Mittelstand.

Besuche beim Erdinger Weißbräu und der Therme Erding

Mamsakos und Michalis Stavrianoudakis vom Athener Innenministerium betonten, dass Deutschland in vielen Dingen Vorreiter sei. „Wir erhoffen uns etwa Impulse für unseren Bergtourismus. Da ist Deutschland weiter“, gab Mamsakos zu.

Im Kreis Erding wollen sich die griechischen Rathauschefs unter anderem über die Abwasser- und Abfallentsorgung informieren. Dazu besucht eine Delegation den Abwasserzweckverband und den Entsorger Wurzer in Eitting. Eine weitere Gruppe lernt beim Erdinger Weißbräu und bei der Erzeugergemeinschaft Tagwerk die Vermarktung regionaler beziehungsweise landwirtschaftlicher Produkte kennen. Eine dritte Rundfahrt führt zur Therme und dem Geothermieprojekt in Erding. Dabei soll es auch um Tourismusförderung gehen. Nicht zuletzt will die DGV den Jugendaustausch intensivieren.

Damalige Reformen heute ein Gewinn

Deutsche wie griechische Vertreter bestätigen, dass das bilaterale Verhältnis zur Zeit der Schuldenkrise vor zehn Jahren belastet gewesen sei. Barthle gab zu, „dass unseren griechischen Freunden der Ton nicht immer gefallen hat“ – und nannte Merkel sowie den damaligen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. „Unterm Strich sehen die Griechen die damaligen Reformen heute als Gewinn“, so der Staatssekretär.

Kommunen beider Länder eint das Ziel, sich gegenüber den nationalen Parlamenten zu behaupten. Denn hüben wie drüben gelte: Politik beginnt an der Basis. 

Hans Moritz

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