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2,81 Millionen Kilometer pro Jahr legen die öffentlichen Busse im Landkreis Erding zurück. Dabei beförderten sie auf 30 Linien mit 434 Haltestellen in einem 846 Kilometer großen Netz zuletzt über 2,7 Millionen Fahrgäste. Unser Bild zeigt den Betriebshof des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO) in Altenerding.

40 Jahre Busverkehr im Landkreis Erding – Größere Fahrzeuge und Expresslinie ab Erding

Auf direktem Weg zum Flughafen

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Vor genau 40 Jahren, am 7. Januar 1980, rollten die ersten öffentlichen Busse durch den Landkreis Erding. Zum 40-jährigen Jubiläum kündigte Landrat Martin Bayerstorfer einen deutlichen Ausbau der am stärksten frequentierten Linie an – die von Erding an den Flughafen.

Erding - 27 Linien durchzogen 1980 das Erdinger Land – damals doppelt so viele wie im Nachbarlandkreis Ebersberg. Die Busse steuerten im 535 Kilometer großen Netz 308 Haltestellen an – und legten dabei pro Jahr 1,54 Millionen Kilometer zurück. Heute sind es 30 Linien mit 434 Haltestellen in einem 846 Kilometer langen Netz. 2,81 Millionen Kilometer wurden 2019 auf die Tachometer gefahren. Über 2,7 Millionen Fahrgäste nutzten dieses Angebot.

Doch es ist noch beträchtlich Luft nach oben. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Kilometerzahl nahezu verdoppelt, blickte Bayerstorfer zurück, doch das Passagieraufkommen sei um gerade einmal um vier Prozent gewachsen.

Erste Verbesserungen schon ab kommender Woche

Und dennoch gilt der ÖPNV als einer der wichtigsten Beiträge, den Klimaschutz auf lokaler Ebene umzusetzen. Beim Festakt in der Stadthalle versprach Bayerstorfer einen erneuten Aufschlag. Die Linie 512, die mit wenigen Stunden Ausnahme in der Nacht im 40-Minuten-Takt zwischen Erding und dem Flughafen hin und her pendelt, wird als eine der am stärksten frequentierten ausgebaut. Und das sehr kurzfristig. Der Landrat kündigte an, bereits ab Montag kommender Woche würden in der Zeit zwischen 3.50 und 5.53 sowie zwischen 15.13 und 17.13 Uhr Gelenkbusse eingesetzt, um auf die starke Nachfrage zu reagieren.

Noch im ersten Halbjahr 2020 will Bayerstorfer zudem Expressbusse einführen. Sie sollen nicht mehr durch sämtliche Oberdinger Ortsteile fahren, sondern auf der Flughafentangente Ost von der Kreisstadt über das Airport-Gewerbegebiet in Schwaig bis an den Flughafen. Die Fahrten sollen nicht mehr im München Airport Center enden, sondern erst am Besucherpark. Dort entsteht derzeit der Hochtechnologie-Standort Lab Campus mit mehreren tausend neuen Arbeitsplätzen. Dies ist bisher nicht möglich, weil die Fahrzeuge der Firma Scharf sonst die Umläufe zeitlich nicht mehr bewältigen könnten.

Expressbusse fahren bis Besucherpark

Bayerstorfer berichtete, neben dem Landkreis würden sich Erding, Oberding und der Flughafen an den Mehrkosten beteiligen. „Wir hoffen aber auch, dass der Freistaat kräftig mit im Boot ist.“ Die Verhandlungen mit dem MVV liefen. Die Erkenntnis, dass hier nachgebessert werden müsse, sei bei allen Beteiligten vorhanden.

Der ÖPNV bleibt für die öffentliche Hand ein Zuschussgeschäft. Bayerstorfer erinnerte daran, dass die Buslinien vor 40 Jahren 3,38 Millionen Mark gekostet hätten. Der Landkreis habe damals 660 000 Euro getragen. Heute seien es 8,11 Millionen Euro mit einem Landkreis-Anteil von 4,04 Millionen Euro.

Rufbusse kamen 1995

Ein weiterer Meilenstein wurde 1995 gesetzt – mit den ersten Rufbussen, die vor allem an Wochenenden und Feiertagen für eine Anbindung der Landgemeinden sorgen. Bayerstorfer kündigte darüber hinaus ein Mitfahrsystem nach dem Uber-Prinzip an – also digitale, genossenschaftlich organisierte Fahrgemeinschaften.

Erneut appellierte er an Freistaat, MVV und Deutsche Bahn, den Südostbayernbahn-Abschnitt durch den Landkreis endlich ins MVV-Tarifgebiet zu integrieren.

Junge Künstlerinnen geehrt

Die Feierstunde nutzte der Landrat, um die jungen Gewinnerinnen des Logo-Wettbewerbs auszuzeichnen. Das neue Fahrplanheft ziert eine Zeichnung der neunjährigen Helene Landbrecht aus Niederding. Auf Tassen wurde das Motiv von Marlene Marschall (11) aus Erding gedruckt. Beide hatten bei einem Voting die meisten Stimmen erhalten – und erhielten dafür Thermen- beziehungsweise Kino-Gutscheine. Danach ging es mit einem historischen MVV-Bus von 1980 durch Erding.

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