Kahlschlag auf ökologisch wertvollem Boden: Am 11. November fielen an der Dachauer Straße etliche Bäume – auf einer Öko-Ausgleichsfläche. Die Stadt geht nun gegen die Firma, aber auch die Fischer’s Stiftung als Eigentümerin vor. Archivfoto: Günter Herkner

Abholzaktion am Reiterhof hat juristisches Nachspiel

Ermittlungen gegen Fischer‘s Stiftung

  • Hans Moritz
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Der Streit um gefällte Bäume rund um den Stiftungshof in Erding gewinnt an Schärfe.

Erding– Auch wenn es in Erding keine Baumschutzverordnung gibt, darf nicht jeder nach Gutdünken auf seinem Grundstück zur Säge greifen – schon gar nicht, wenn es sich um ökologisch wertvolle Flächen handelt. Das bekommt nun die Fischer’s Stiftung zu spüren. Nicht nur für sie könnte es teuer werden.

Im Stadtrat am Dienstagabend erkundigte sich Tobias Krüger (AfD), wie die Fällaktion am 11. November auf dem Gelände des Reiterhofs der Stiftung an der Dachauer Straße weiterverfolgt werde. Wie berichtet, hatte Stiftungsgeschäftsführer Matthias Vögele zahlreiche Stämme fällen lassen, um den Abriss des Gestüts vorzubereiten. Dort soll ein Gewerbegebiet entstehen, unter anderem mit einer Backfabrik der Edeka-Tochter Wünsche. Vögele hatte mit den Eigentumsverhältnissen und dem straffen Zeitplan argumentiert, der solche Arbeiten zum Schutz von Flora und Fauna nur in den Wintermonaten zulasse.

Rathaus-Jurist Andreas Erhard berichtete, dass es sich um eine Ausgleichsfläche für den benachbarten Logistiker handle. Die Stiftung hätte die Stadt um Erlaubnis bitten müssen. „Wir haben ein Verfahren eröffnet“, so Erhard.

Die Arbeiter der Fachfirma müssten mit Ordnungswidrigkeitsgeldern rechnen. Zudem werde erwogen, die Stiftung zur Wiederaufforstung zu verpflichten. Erhard sprach von einem „durchaus gravierenden Fall“. Der Stadtrat werde über den Fortgang informiert. ham

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