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In die Erdinger Stadthalle lädt die AfD-Bundestagsfraktion am Montag ein.

Parteien reagieren entsetzt und empört

Mitten im Lockdown trifft sich die AfD in der Stadthalle

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Eine Präsenzveranstaltung der AfD-Bundestagsfraktion am Montag in Erding sorgt für heftige Gegenreaktion. Die Partei hingegen meint: Das ist ein Stück der von vielen herbeigesehnten Normalität.

Erding – In Bayern gelten die strengsten Kontaktbeschränkungen, nicht einmal zwei Familien dürfen sich besuchen, mehrere Kinder nicht miteinander spielen. Mitten in Pandemie und Lockdown veranstaltet die AfD in Erding eine große Publikumsveranstaltung – am Montag in der Stadthalle. „Bürgerdialog“ ist das Treffen überschrieben, zu dem die Abgeordneten Tobias Peterka, Peter Felser und Gerold Otten kommen – zu Reden und Diskussionen, inklusive Livestream.

Aber ist das in diesen Tagen überhaupt erlaubt? Ja, ist es. Es handelt sich um keinen Verstoß gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Die Stadthalle teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass „Veranstaltungen mit einem bestimmten politischen Charakter“ möglich seien. Aus dem gleichen Grund dürften auch Stadt- und Gemeinderäte tagen.

AfD-Kreisvorsitzender Wolfgang Kellermann betont, es handle sich um keine Veranstaltung seines Kreisverbands. Alle Hygienevorschriften würden eingehalten. „Wir leugnen Corona nicht. Unter Einhaltung diverser Regeln sollte man sich auch treffen können.“ Einen Termin wie diesen sehe er „als ein Stück Normalität, nach der sich alle wieder sehnen“, so Kellermann.

Andere Parteien reagieren entsetzt. Für die Grünen erklären deren Vorsitzende Helga Stieglmeier und Christoph Sticha: „Die Veranstaltung ist eine Provokation“, sie berge ein enormes Infektionsrisiko. Die Teilnehmer reisten von weither an und bewegten sich dann innerhalb Erdings. In Zeiten, in denen die meisten solidarisch zusammenstünden und sich einschränkten, „ist es eine Zumutung, dass das Treffen stattfindet“.

Für die FDP erklärt Rosmarie Neumeier-Korn, der Termin sei ein „Schlag ins Gesicht für alle, die mit der Krankheit kämpfen“. So etwas gehe auch online. Für Ulla Dieckmann (SPD) und Georg Els (FW) ist der Termin „blanker Hohn“. Die AfD wolle nur spalten, dabei sei jetzt Solidarität gefordert.  ham

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