Ladestation - Elektroauto
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Fast 700 Elektroautos sind im Landkreis Erding zugelassen. Sie beanspruchen die Ladesäulen doppelt so stark wie noch vor einem Jahr,

Akku statt Tank: Immer mehr satteln um

Es knistert bei der Elektromobilität

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Regenerative Energien und Elektromobilität sind auf dem Vormarsch – auch im Landkreis Erding.

Erding – Der könnte sich bereits heute komplett mit „sauberem Strom“ versorgen. Freilich nur theoretisch, denn tatsächlich geht ein Großteil der aus Wasserkraft gewonnenen Energie ins Netz der Deutschen Bahn. Insgesamt gibt es in der lokalen Energiewende aber große Fortschritte. Darauf gerichtet ist die „Themenwoche Mobilität“ des „Teams Energiewende Bayern“, eine Aktion des Wirtschaftsministeriums.

Im Landkreis Erding sind derzeit etwas mehr als 136 000 Fahrzeuge zugelassen, teilt Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer auf Anfrage unserer Zeitung mit. 673 verfügen über einen reinen Elektroantrieb, darunter 597 Autos, aber auch schon 33 Lastwagen. Hinzu kommen laut Zulassungsstelle 2076 Fahrzeuge mit einem Hybridmotor, darunter zwei Lastwagen. In der Regel ist es ein Mischantrieb aus Benzin oder Diesel mit einer Speicherbatterie.

Doch die Palette reicht noch weiter: 530 Fahrzeuge verfügen über eine andere alternative Kraftquelle, vor allem Flüssig- und Erdgas. Wasserstoff spielt mit Ausnahme eines Motorrades keine Rolle.

Das erste Elektro-Kfz im Landkreis wurde übrigens 2009 zugelassen. In größerer Zahl nahm die E-Mobilität erst 2018 Fahrt auf: 54 reine Stromer sowie in den Jahren danach 143 und 305.

Damit einher geht auch die Menge an Energie, die an den neun Ladesäulen des Landkreises abgenommen wurde. In deren erstem Betriebsjahr 2019 waren es rund 1000 Ladevorgänge, voriges Jahr schon 2300, ein Plus von über 100 Prozent, bilanziert Pressesprecherin Daniela Fritzen. Insgesamt hingen die Stromer über 7800 Stunden am Kabel, durch die über 32 000 Kilowattstunden flossen, knapp 20 000 mehr als 2019. Die meistgenutzte Landkreis-Ladesäule befindet am Landratsamt (582 „Betankungen“), gefolgt von der an der Herzog-Tassilo-Realschule (405) und der an der Landwirtschaftsschule (373).

Landrat Martin Bayerstorfer sieht in der öffentlichen Ladeinfrastruktur „einen wichtigen Treiber beim weiteren Ausbau der E-Mobilität“. Deswegen habe man auch die neun Säulen aufgestellt, vom Freistaat mit 40 Prozent gefördert und von den Überlandwerken der Stadtwerke Erding betrieben. Genutzt werden können sie mit allen gängigen Ladekarten oder einer App mit QR-Code. „Es kann sie jeder nutzen“, betont Bayerstorfer. Mit der Energievision Erding GmbH will er ein Gesamtkonzept für den Ausbau des E-Tankstellennetzes erstellen.

Auch das Landratsamt stellt sukzessive auf E-Mobilität um. Los ging es 2011 mit einem Stromauto im Bauhof, heute sind es zwei weitere an der Behörde und am Klinikum sowie drei E-Bikes.

Der Nahverkehr soll ebenfalls bei der Energiewende mitmachen. Wie berichtet, hat der Landkreis eine Studie in Auftrag gegeben, ob und wie Linienbusse auf alternative Antriebe umgestellt werden können. Die Ergebnisse sollen noch im ersten Halbjahr 2021 vorgestellt werden, kündigt Fritzen an.

Auch die Gewinnung regenerativer Energie baut der Landkreis aus – mit neuen PV-Anlagen auf der Herzog-Tassilo-Realschule, der Landwirtschaftsschule sowie auf dem Landratsamt. Geprüft werden zudem Freiflächen-PV-Anlagen auf Konversionsflächen sowie an Autobahn- und Gleisböschungen.

ham

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