Seine Tage sind gezählt: Das Lehner-Haus an der Ecke Landshuter Straße/Ecke Zollnerstraße in der Erdinger Altstadt wird abgerissen und entsprechend der benachbarten Gebäudehöhen neu errichtet. Den Neubau will die VR-Bank mit ihrem Hauptsitz (l.) verbinden. Einen Zeitplan gibt es allerdings noch nicht. Foto: Hans Moritz

Abriss und größerer Neubau nach 2020 – Geldhaus benötigt zusätzliche Räume

VR-Bank kauft Lehner-Haus

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Das Lehner-Haus, kein Schmuckstück in der Erdinger Altstadt, wird bald der Vergangenheit angehören. Die VR-Bank hat das Objekt gekauft,  will es abreißen  und einen Neubau errichten.

Erding – Wenn das neue Rathaus an der Landshuter Straße fertig ist, wird nicht allzu viel Zeit vergehen, ehe nur ein paar Meter weiter die nächste Großbaustelle ansteht. Die VR-Bank Erding hat das alte Lehner-Haus an der Ecke Landshuter Straße/Zollnerstraße gekauft. Sie wird das Relikt aus der Nachkriegszeit, das nie wirklich ins Ensemble der Altstadt gepasst hat, abreißen und neu aufbauen. Die Bank braucht nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Johann Luber seit Jahren mehr Platz.

„Wenn Du ein Nachbarhaus kaufen kannst, dann kauf’ es.“ Luber zitiert für den Erwerb des Lehner-Hauses eine alte Bauernregel. Die VR-Bank an der Zollnerstraße 4 lebt nach Lubers Worten seit Jahren in stark beengten Verhältnissen. Seit der Fusion vor zwei Jahren habe sich die Raumnot verschärft. „Nicht zuletzt deshalb haben wir zugegriffen“, berichtet der Vorstandschef im Gespräch mit unserer Zeitung.

Eine Baugenehmigung liegt bereits vor

Mit erworben hat die VR-Bank eine Abbrucherlaubnis und einen genehmigten Bauantrag. Doch das kommende Jahr will man laut Luber nutzen, um die Pläne zu modifizieren, „Wir suchen gerade einen Architekten.“ Ziel sei, den Neubau mit der bestehenden Hauptstelle zu verbinden. „Wir brauchen mehr Büros und einen größeren Beratungsbereich“, erklärt Luber. Zudem sei es überfällig, einen barrierefreien Zugang zu schaffen. Bislang sei das nicht möglich gewesen. Luber berichtet, „dass wir noch nicht entschieden haben, ob wir das Erdgeschoss selbst nutzen oder wieder Ladenflächen schaffen“.

200 Mitarbeiter zählt die Bank, verteilt auf 16 Standorte. „Einige ausgelagerte Bereiche wollen wir in Erding konzentrieren“, so Luber. Damit meint er aber nur Verwaltung und Steuerung. „Unser Filialnetz ist von dieser Entscheidung nicht tangiert.“

Haus soll sich ins Altstadt-Ensemble eingliedern, also deutlich größer ausfallen

Der Eigentümerwechsel ist vor allem städtebaulich relevant. Errichtet wurde das Lehner-Haus nach dem Krieg, nachdem im April 1945 die Erdinger Altstadt bombardiert worden war. Das Vorgängerhaus war damals komplett zerstört worden. Der Neubau fiel jedoch in den wirtschaftlich schwierigen Nachkriegsjahren deutlich kleiner aus – Erdgeschoss plus eine Etage und Dach. Üblich sind in der Altstadt Erdgeschoss plus zwei Etagen und Dachgeschoss. „Genau da wollen wir auch hin“, berichtet Luber. Die Fassade solle sich in das Altstadt-Ensemble harmonisch einfügen.

Keine Angaben machen wollte Luber über den Kaufpreis sowie über die Gründe, warum die Vorbesitzer die Immobilie trotz Abbruch- und Neubaugenehmigung wieder abgestoßen hat. Die Grundfläche misst knapp 400 Quadratmeter.

Baubeginn nicht vor 2021

Einen Zeitplan gibt es noch nicht. Auch wenn Luber gerne gleich angreifen würde, weiß er, dass sich die Innenstadt wegen der dringenden Erneuerung des Kanals im kommenden Jahr monatelang in eine Großbaustelle verwandeln wird. „2020 wollen wir nutzen, um ein Konzept zu entwickeln.“ Ab 2021 könnte dann abgerissen und neu gebaut werden.

Dem Altbau werden die Erdinger nicht nachtrauern. Seit Jahren fristet das Lehner-Haus ein eher tristes Dasein. Der Metzger Wasner ist schon lange ausgezogen, der Wünsche-Backshop sowie ein Obst- und Weinhaus folgten. Seither sind die Fenster blind.

Nicht mehr lange. „Für die Übergangszeit wollen wir das Erscheinungsbild aufwerten“, verspricht der Bank-Chef. Möglich sei, dass die VR-Bank die Fenster selbst nutze oder sie Ardeo zur Verfügung stelle. Im Winter wird der Rotary-Club die Räume als Lager für seine Weihnachtstombola auf dem Christkindlmarkt nutzen.

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