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AOK: Viren hatten’s schwer

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Von: Hans Moritz

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Rückenschmerzen sind ein klassischer Grund für Krankschreibungen. © Shutterstock

 Der Durchschnitts-Erdinger war im vergangenen Jahr 4,7 Tage krankgeschrieben, genauso viele wie 2020. Das ergeben Daten der AOK für ihre Versicherte. Auffällig ist, dass Atemwegserkrankungen nicht mehr der Hauptgrund für eine Krankschreibung waren.

Vielmehr lagen sie nach einer deutlichen Talfahrt mit den Muskel- und Skeletterkrankungen erstmals nahezu gleich auf, berichtet Reiner Kratzl, stellvertretender Direktor der AOK Freising-Erding.

Der Grund dürfte ausgerechnet in Corona beziehungsweise den Schutzmaßnahmen liegen. Bei der größten Krankenkasse im Landkreis vermutet man, dass Masken- und Abstandspflicht sowie Hygienemaßnahmen dazu beigetragen haben, Viren und Bakterien besser im Griff zu haben. „Im Landkreis Erding entfielen 29,5 Krankmeldungen je 100 AOK-versicherte Berufstätige auf Atemwegserkrankungen, 29,3 auf Muskel- und Skeletterkrankungen“, bilanziert Kratzl.

Betrachtet man hingegen die Dauer der jeweiligen Erkrankung, so verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen von allen Diagnosen weiterhin die meisten Ausfalltage. Statistisch gesehen war deswegen 2021 jeder AOK-versicherte Berufstätige aus der Region Erding 4,7 Tage krank geschrieben. 2,1 Fehltage ergaben sich aus Atemwegserkrankungen, 0,6 wegen nachgewiesener Covid-19-Infktion und 2,7 aufgrund psychischer Leiden.

Mag das SarsCoV2-Virus 2021 seinen Schrecken ein wenig verloren haben, die Infektionszahlen lagen deutlich über denen von 2020 – in der Folge auch die Arbeitsunfähigkeit. Die AOK hat ermittelt, dass im Landkreis 4,5 von 100 Fällen auf die gesicherte (Haupt-)Diagnose Covid-19 zurückzuführen gewesen sei. 2020 hatte der Wert 3,7 betragen. Allerdings berichtet Kratzl auch, dass die Zahl der Atemwegserkrankungen mit Krankschreibung „insgesamt stark zurückgegangen sind“.

Landkreisweit waren es 2020 und 2021 in etwa gleich viele Krankmeldungen. Deren Dauer sank hingegen laut Kratzl um 2,4 Prozent auf 15,6 Tage. Der AOK-Bayernschnitt liegt bei 17,5 Tagen.

Im Klinikum Erding, das während der Hochphase der Pandemie bis ins Frühjahr 2021 hinein nur dringend notwendige Eingriffe vornehmen durfte, herrscht wieder weitgehend Normalzustand. Das berichtet Sprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer auf Anfrage.

„Es können alle Patienten behandelt werden, die Notfallversorgung ist jederzeit sichergestellt“, so Fiebrandt-Kirmeyer weiter. Herausfordernd seien allerdings die für diese Jahreszeit unüblich hohen Krankheitsausfälle im Bereich des Personals, die zum großen Teil durch Corona verursacht würden. Das heißt auch: Dessen Belastung bleibt hoch.

Auch das Elektivprogramm sei wieder „in vollem Umfang“ angelaufen, alle planbaren OPs würden wieder durchgeführt, erklärt die Sprecherin. Wartezeiten aufgrund coronabedingter Personalausfällen gebe allerdings vereinzelt. Für die Rückkehr zum Normalen spricht auch die Auslastung der Klinikbetten von derzeit 84 Prozent. ham

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