2019 war die Sinnflut-Welt noch in Ordnung. Peter Feller. Lea Feller und Bönie Sparkowski (v.l.) waren zufrieden mit dem Festival.
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2019 war die Sinnflut-Welt noch in Ordnung. Peter Feller. Lea Feller und Bönie Sparkowski (v.l.) waren zufrieden mit dem Festival.

Maximal 100 Besucher

Auch der Sinnflut-Biergarten scheitert an strengen Auflagen

  • vonTimo Aichele
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Maximal 100 Besucher - so  lässt sich kein Sinnflut-Biergarten betreiben. Die Veranstalter geben damit ihre Pläne auf, im Corona-Jahr 2020 eine Alternative für das ausgefallene Festival auf die Beine zu stellen.

Erding – Die Hoffnung der Veranstalter ging am Ende fast gegen null, doch endgültige Gewissheit bekamen sie erst am Montagabend: Einen Sinnflut-Biergarten wird es heuer nicht geben. Das Gesundheitsamt Erding hätte zwar eine Ausnahmegenehmigung erteilt, allerdings mit einer Auflage, die das Kultur- Event auf dem Erdinger Volksfestplatz zu einem einzigen Zuschussgeschäft gemacht hätte: maximal 100 Besucher gleichzeitig – wie beim Streetfood-Festival, das gegen die Auflage erfolglos geklagt hatte (wir berichteten).

„Das macht natürlich keinen Sinn“, erklärt Börnie Sparakowski. Er und Peter Feller hatten sich mit ihren Mitarbeitern von der Sinnflut Kultur GmbH für das wegen Corona gestrichene Sinnflut-Festival eine Alternative ausgedacht. Von 23. Juli bis 2. August hätten täglich zwei Bands vor einem eigens nach Infektionsschutz-Regeln aufgebauten Biergarten auftreten sollen. Alleine die Distanz zwischen Bühne und erster Besucherreihe war mit 16 Metern angesetzt. Zwischen den laut Antrag 100 Tischen waren jeweils zwei Meter Abstand eingeplant. „Wir hätten ganz viel Platz am Platz gehabt“, sagt Feller über die zur Verfügung stehenden 20 000 Quadratmeter. Da hätten auch Schlangen vor Verpflegungsständen gut entzerrt werden können.

Der Frust ist groß beim Sinnflut-Team. „Das ist nicht schlüssig“, sagt Feller über die rechtliche Lage. „Ein temporärer Biergarten ist kein Biergarten, sondern eine kulturelle Veranstaltung. Damit gelten hier die einschlägigen Richtlinien“ – so sei ihm das vom Juristen des Landratsamts erläutert worden. Die Behörde habe sich dazu auch noch mal mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium kurzgeschlossen und habe nicht anders entscheiden können, so Fellers Bericht.

Juristische Schritte schließt Sparakowski aus. „Vielleicht schreiben wir in dieser Sache einen Brief an Aiwanger oder Söder.“ OB Max Gotz habe die Pläne für den Sinnflut-Biergarten von Anfang unterstützt, und auch das Landratsamt habe Verständnis gezeigt. Er wolle hier keine Neiddebatte führen, aber in festen Biergärten komme es derzeit ja auch zu großen Menschenansammlungen, teilweise mit Musik von einer Band oder einem DJ.

Ziel sei nie gewesen, „großes Geld zu machen“, sagt Feller. „Es wäre nur darum gegangen, sich zu zeigen und den Leuten etwas zu bieten.“ Die Entwicklung „ist absolut existenzgefährdend“, so Sparakowski. Weder Sinnflut noch eine Nacht der Blauen Wunder könne die Agentur 2020 veranstalten. 

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