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Das Landratsamt Erding mit dem Jugendamt. Archivbild.

Hier gibt es nichts zu kürzen

Immer mehr Fälle: Ausgaben für die Jugendhilfe steigen stark an

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„Der finanzielle Bedarf der Jugendhilfe ist hoch, deutlich höher als geplant.“ Mit dieser Diagnose eröffnete Jugendamtsleiter Peter Stadick die Vorstellung des Haushalts.

Erding – „Der finanzielle Bedarf der Jugendhilfe ist hoch, deutlich höher als geplant.“ Mit dieser Diagnose eröffnete Jugendamtsleiter Peter Stadick die Vorstellung des Haushalts seiner Abteilung im Jugendhilfeausschuss des Kreistages. Dafür nannte er drei Ursachen: Die Behörde muss sich um immer mehr Kinder und Jugendliche kümmern. Die Einrichtungen werden immer teurer. Zudem belasten steigende Personalkosten den Kreishaushalt.

Hinter den Zahlen stehen viele Schicksale, von denen Familien, Kinder und Jugendliche getroffen werden. Der Jugendamtsleiter musste dem Ausschuss mitteilen, „dass im Bereich der stationären Jugendhilfe, sprich der Heimunterbringung, die Fallzahlen seit etwa zwei Jahren spürbar in die Höhe gehen“. Mussten 2018 noch 50 Kinder stationär betreut werden, sind es heute bereits 70. Er sprach von einem „massiven Anstieg“.

Auch ambulante Hilfe bei Kindern und Jugendlichen steigt

Das gleiche Bild bei den ambulanten Hilfen: 2018 waren davon 110 Kinder und Jugendliche betroffen, ein Jahr später 150. „Da konnten wir den Etat schon heuer nicht einhalten“, räumte Stadick ein. Auf die Gründe für diesen Trend ging Stadick nicht ein.

Zudem seien die Entgelte, die der Landkreis den Einrichtungen bezahlt, „eklatant gestiegen“. Auch Tariferhöhungen belasteten den Kreishaushalt. 2020 kommt es noch schlimmer: Der Landkreis wird nicht umhinkommen, die München-Zulage für seine Beschäftigten zu übernehmen. „Das schlägt sich auf unseren Etat voll durch.“

Mehr Fachpersonal

Die Wohngruppen seien heute kleiner und müssten intensiver von Fachpersonal betreut werden – ein weiterer Kostentreiber.

Einige Kostensteigerungen griff Stadick exemplarisch heraus: vollstationäre Unterbringung (plus 800 000 Euro), Betreutes Wohnen (+ 40 000 e), ambulante Therapien (+20 000 e), Vollzeitpflege (+ 25 000 e).

Während um Einsparungen in anderen Teil-Haushalten in den Ausschüssen hart gerungen wurde, war dem Jugendhilfeausschuss klar: Hier gibt es nichts zu kürzen.

Hans Moritz

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