Die Ausstellung „Menschen in Bewegung“ wartet am heutigen Donnerstag noch bis 15 Uhr auf Besucher.
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Volles Frauenkircherl: Die Vernissage mit der musikalischen Lesung des Autors Peter Felixberger und des Pianisten Dieter Knirsch stieß auf großes Interesse.

Verständnis für Geflüchtete

Ausstellung „Menschen in Bewegung“ im Frauenkircherl

Die Ausstellung „Menschen in Bewegung“ wartet am heutigen Donnerstag noch bis 15 Uhr auf Besucher.

Erding„Menschen in Bewegung“ – unter diesem Titel steht die Ausstellung zum Thema Migration des BayernForums der Friedrich-Ebert-Stiftung im Frauenkircherl, veranstaltet vom Bündnis „Bunt statt Braun“ und der Flüchtlingshilfe Erding. Sie ist noch am heutigen Donnerstag von 9 bis 15 Uhr zu sehen.

Es werden Schautafeln präsentiert, die fachlich fundiert viele Gründe für Migration darstellen: Die Verwirklichung persönlicher Lebensträume, der Wunsch nach guter Bildung und Berufschancen gehören ebenso dazu wie die Flucht vor Armut, Krieg, Unterdrückung und Verfolgung. Die Vernissage mit einem besonderen Rahmenprogramm war bestens besucht.

Auswahl von Aussagen Ai Weiweis

Der Erdinger Autor und Journalist Peter Felixberger hatte in einer klugen Auswahl Aussagen des chinesischen Künstlers und regierungskritischen Menschenrechtsaktivisten Ai Weiwei zusammengestellt. Felixberger las aus dem aktuellen „Manifest ohne Grenzen“, das er als Mitherausgeber auf den Weg gebracht hat.

Das Buch basiert auf Tonbandaufnahmen des politisch engagierten Konzeptkünstlers und Bildhauers Ai Weiwei, der erhellende Positionen formuliert: „Wenn ein Künstler kein Aktivist ist, ist er ein schlechter Künstler. Kunst muss Werte bestimmen und Bedeutung herstellen.“ Ein weiteres Zitat: „Die selbstgerechte Annahme, wir seien von Flüchtlingen unterschieden, ist Teil der Katastrophe.“

Lesung mit Musik

Zu den Texten improvisierte Pianist Dieter Knirsch mit kraftvoller Sensibilität. Es entstand eine berührende Wechselwirkung von Wort und Musik.

Petra Bauernfeind von „Bunt statt Braun“ erzählte, dass Knirsch und Felixberger bereits vor 35 Jahren zusammen eine musikalische Lesung im „Picnic“ gestaltet hätten. Mehrere Zuhörer wünschten sich nach der Darbietung bald wieder ein gemeinsames Projekt.

Menschen verstehen, die ihre Heimat verlassen müssen

„Wir setzen uns alle für eine offene Gesellschaft ein – gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung“, sagte Ulla Dieckmann von „Bunt statt Braun“. Sabrina Tarantik von der Flüchtlingshilfe Erding stellte die ehrenamtliche Arbeit der gemeinnützigen Organisation vor und äußerte aufgrund der vielen Aufgaben einen dringenden Wunsch: „Eine Vollzeitstelle im Verein wäre notwendig.“

Erdings Vize-Bürgermeister und Kulturreferent Ludwig Kirmair betonte, dass es immer wieder Wanderungen ganzer Völker gegeben habe und gebe. „Die Ausstellung trägt viel dazu bei, Menschen zu verstehen, die ihre Heimat verlassen – verlassen müssen.“ Politikwissenschaftler Simon Primus vom Verein Commit München wies darauf hin, dass Migration ein ganz normales Phänomen, Sesshaftigkeit die Ausnahme sei. Die Ausstellung soll „Empathie und Verständnis“ wecken.

Horst Schmidt ging auf die abgedruckten und fotografisch illustrierten Interviews ein. Hier kommen Menschen zu Wort, die nach Erding gezogen sind. Sie betrachten die Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln, erzählen von ihren Träumen und Wünschen. Schmidt bedankte sich bei den Befragten: „Ein herzliches Dankeschön, dass ihr euch geöffnet und mitgemacht habt.“

Vroni Vogel

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