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Ein Treffpunkt für Kinder und Jugendliche das ganze Jahr über ist das neue AWO-Jugendhaus auf dem Bauspielplatz in den Geislinger Ängern, direkt nördlich der Kleingartenanlage. Am Freitag wurde es eingeweiht.

Neue Attraktion auf dem Bauspielplatz im Erdinger Norden

AWO weiht neues Jugendhaus ein: Betrieb das ganze Jahr

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Stadt Erding ist um eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche reicher. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Erding hat am Freitag ihr neues Jugendhaus auf dem Gelände des Bauspielplatzes in den Geislinger Ängern eingeweiht.

Erding– Hier soll es künftig das ganze Jahr über Veranstaltungen für alle gesellschaftlichen Gruppen sowie Kinderbetreuung gegeben. Los geht es Ende Juli mit einem sechswöchigen Ferienprogramm für Kinder.

Im Herbst 2017 hatte der AWO-Kreisverband den Neubau beschlossen. Ein Jahr später wurde der Bauantrag gestellt. Nach der Grundsteinlegung vor einem Jahr fand nun die feierliche Eröffnung statt. 1,1 Millionen Euro hat die AWO dafür in die Hand genommen, allein 400 000 Euro macht die überwiegend ehrenamtlich erbrachte eigene Arbeitsleistung aus.

Barrierefrei, 200 Plätze und ein Schlaflager

Entworfen hat das Gebäude der Erdinger Architekt Werner Rotter. Es ist vollständig barrierefrei und verfügt über knapp 200 Plätze inklusive einem Schlaflager für die AWO-Bikertouren.

„Wir sind unserem Ziel – mehr Solidarität, Gleichheit sowie gegen Rassismus und Ausgrenzung – wieder ein Stück näher gekommen“, sagte AWO-Präsident Fritz Steinberger. Er erinnerte an die Anfänge des Bauspielplatzes Mitte der 90er Jahre, als man eine Beschäftigungsmöglichkeit für die Kinder kriegsflüchtiger Jugoslawen gesucht habe. Heute sei der Bauspielplatz als ein Ort bekannt, an dem sich Kinder ganz ohne Spielgeräte austoben und entfalten könnten. „Wasser, Erde, Luft, Feuer – das sind unsere Elemente.“ Dabei dankte Steinberger dem früheren Erdinger Bürgermeister Karl Heinz Bauernfeind für dessen Engagement. „Auch wenn er anfangs meinte, ich sei verrückt“, verriet der AWO-Präsident mit einem Augenzwinkern.

Ferienprogramm seit 25 Jahren - auch heuer

Seit 25 Jahren organisiert die AWO hier ein Ferienprogramm. Dem kommt heuer eine ganz besondere Bedeutung zu, hat die Stadt wegen Corona doch ihren Ferienspaß abgesagt. Dafür überlässt sie das 7600 Quadratmeter große Areal der AWO zu einer symbolischen Erbpacht von einem Euro.

AWO-Bezirkspräsidentin Nicole Schley schwärmte von dem Gelände als einem Ort, an dem sich Kinder austoben könnten – ohne Spielgeräte oder Vorgaben. „Solche Plätze sollte es häufiger geben.“ Es sei sehr erfreulich, dass es nun dank des Jugendhauses Ganzjahresbetrieb gebe, von dem auch andere Vereine oder Gruppen profitieren könnten.

AWO verfügt über 650 Betreuungsplätze

Angesichts sieben Kindertagesstätten in Erding und Moosinning, der Schulsozialarbeit und dem AWO-Café an der Münchener Straße, lobte Schley den Erdinger Kreisverband und sein Jugendwerk als „Macher für Kinder“, der 650 Betreuungsplätze in Krippen, Kindergärten und Horten bereithalte.

Auch Landrat Martin Bayerstorfer würdigte den Sozialverband als „wichtigen Bestandteil der Kinder- und Jugendarbeit in Stadt- und Landkreis“. Besonders lobte er das unermüdliche Engagement Steinbergers.

Erdings Zweite Bürgermeisterin Petra Bauernfeind wähnte sich gar in der „AWO-City“, in einem „Dorf in der Stadt“. In der Jugendarbeit sei die AWO Vorreiter.

SPD-MdL Doris Rauscher: Ein Paradies für Kinder

Die SPD-Landtagsabgeordnete Doris Rauscher nannte Bauspielplatz und Jugendhaus „ein Paradies für Kinder“. Die AWO kümmere sich um alle Gesellschaftsschichten und unterstütze Familien. „Wir dürfen nicht vergessen, auch in Erding gibt es Kinderarmut“, so die Vorsitzende des Sozialausschusses.

Die Weihe nahmen der katholische Stadtpfarrer Martin Garmaier, seine evangelische Kollegin Andrea Oechslen sowie Emre Keles von der islamischen Gemeinde vor. Dazu spielte Kreismusikschulleiter Bernd Scheumaier mit seiner Tochter auf. ham

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