Die Selbstversorgungsbilanz bereitet den Bauern sorgen. Vor allem in der Corona-Zeit wird klar: Regionale Lebensmittelproduktion hat einen existenziellen Wert.
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Der Bauernmarkt in Erding ist eine Möglichkeit, sich mit Lebensmitteln aus der Region zu versorgen. Die Qualität ist hoch, die Transportwege kurz. Trotzdem werden immer noch zu viel Obst und Gemüse importiert.

Renaissance des Regionalen

Bauern betonen Wert heimischer Produktion zur Versorgung der Bürger

  • Hans Moritz
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Die Selbstversorgungsbilanz bereitet den Bauern sorgen. Vor allem in der Corona-Zeit wird klar: Regionale Lebensmittelproduktion hat einen existenziellen Wert.

Erding – Die Vereinigung „Landwirtschaft im Landkreis Erding“ verweist in Corona-Zeiten auf den existenziellen Wert regionaler Lebensmittel. „Sie sind von entscheidender Bedeutung, seit die weltweiten Warenströme durch Quarantäne und Transportbeschränkungen weitgehend zum Erliegen gekommen sind“, erklärt Sprecher Michael Hamburger.

Allerdings bereitet der Gruppierung die Selbstversorgungsbilanz mit Lebensmitteln Sorgen. Hamburger berichtet, dass diese „stark rückläufig und in den vergangenen drei Jahren immer mehr ins Negative gerutscht ist. Wie sich eine sehr starke Abhängigkeit vom Ausland auswirken kann, ist aktuell im Medikamentenbereich zu beobachten. So weit sollte es beim Essen nicht kommen.“

Selbstversorgungsrate bei Obst und Gemüse niedrig

Vor allem bei Obst und Gemüse sei die Importrate besonders hoch, so der stellvertretende Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. Beim Obst liege der Selbstversorgungsgrad lediglich bei 13 und bei Gemüse bei 38 Prozent.

„Landwirtschaft im Landkreis Erding“ appelliert daher an die Verbraucher, beim Einkauf die Bauern vor Ort zu unterstützen. „Es gibt vielfältige Einkaufsmöglichkeiten – ob auf dem Hofladen, am Wochenmarkt oder auf den Bauernmärkten in mehreren Gemeinden im Erdinger Land.“ Der in Erding findet jeden Freitag von 12 bis 16.30 Uhr im Bauernhausmuseum des Landkreises an der Taufkirchener Straße statt. In der Corona-Zeit kann allerdings keine Bewirtung vor Ort angeboten werden.

Hamburger meint, dass regionales Einkaufen auch ein Beitrag zum Klimaschutz sei. Aufgrund der strengen Produktionsstandards seien deutsche Lebensmittel mit die besten und sichersten, so der Sprecher. 

Hans Moritz

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