1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Erding

Bauern: Mehr Regionales auf dem Herbstfest

Erstellt:

Von: Hans Moritz

Kommentare

null
Als drittgrößtes Volksfest in Oberbayern ist das Erdinger Herbstfest ein großer Absatzmarkt für die heimische Landwirtschaft. Mehr regionale Produkte fordern BBV-Geschäftsführer Gerhard Stock, Kreisbäuerin Irmgard Posch und Kreisobmann Jakob Maier (v. l.) von OB Max Gotz (2. v. l.). © Hans Moritz

Erding – Das Erdinger Herbstfest soll noch stärker eine bayerische Veranstaltung werden – auch auf dem Teller. Der Bayerische Bauernverband hat sich mit einer Petition an OB Max Gotz (CSU) und den Volksfestausschuss gewandt.

Erding – Darin fordert er, bei den Speisen verstärkt auf regionale Herkunft zu achten. Gotz sieht das genauso und sicherte seine Unterstützung zu. Er werde die Gastronomen bei den jetzt anstehenden Gesprächen für das 80. Herbstfest darauf drängen. Er erklärt aber auch, zwingen könne er die Wiesn-Wirte nicht.

Auslöser für die Initiative von BBV-Kreisobmann Jakob Maier, Kreisbäuerin Irmgard Posch und BBV-Geschäftsführer Gerhard Stock war das argentinische Rindfleisch, das 2019 in einem der Zelte serviert wurde. Das schmeckt den heimischen Bauern gar nicht.

„Die Bürger verlangen hohe Standards. Dazu passt das Fleisch aus Südamerika nicht“, sagt Maier. Denn das Produktionsniveau liege in Argentinien deutlich unter dem in Bayern. Er verwies auf den Einsatz von Antibiotika und Pflanzenschutzmitteln sowie die Rodung des Regenwalds für Weideflächen.

Stock verweist auf die Forderungen aus dem Artenschutz-Volksbegehren: hohe Standards, kurze Wege, Bio und Tierschutz. „Die Landwirte in der Region sind in der Lage, höchste Qualität zu liefern“, versichert der BBV-Geschäftsführer. Allein im Erdinger Land gebe es 800 rinderhaltende Betriebe.

Darüber hinaus wünschen sich die Bauern, dass auch Gemüse sowie Hendl und das Fleisch für Würste möglichst regional bezogen werden. Posch sagte: „Uns geht es auch darum, die Menschen zu sensibilisieren.“

Bei Gotz rennen sie damit offene Türen ein: „Als ich bei der Bierprobe das argentinische Rindfleisch auf der Karte gesehen habe, war ich schon erstaunt.“ Er spricht von einem „sehr sehr guten Impuls“ durch den Bauernverband. Der OB erinnert an die neue regionale Marke des Landkreises. Sie solle sich am Herbstfest wiederfinden. Gotz meint, „ein geringfügig höherer Preis für qualitativ hochwertige Ware kann kein Hinderungsgrund sein. Wir sind immer viel günstiger als das Oktoberfest“. Auf der Erdinger Wiesn gebe es viele regionale Produkte, die teils mehrmals täglich frisch vom Metzger geliefert würden.

Als bedauerlich empfindet es Gotz, dass einer der Wirte trotz mehrfacher Anfrage des BBV nicht einmal geantwortet habe. Der OB versprach: „Regionalität ist ab sofort Thema in den Verhandlungen.“ Und Stock redet den Konsumenten ins Gewissen: „Klimaschützer kaufen regional.“ » KOMMENTAR

Auch interessant

Kommentare