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Der Bauernmarkt in Erding bekommt ein neues Dach über dem Kopf. Ein Anbau ist den Kreisräten aber zu teuer. Es muss gespart werden.

Bauernmarkt soll Obst- und Gemüseauslage bekommen, aber nicht zu diesem Preis

Bauernhausmuseum: Nein zum Holzschuppen für 250 000 Euro

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Der Landkreis schätzt sein Bauernhausmuseum in Erding. Aber ein Holzschuppen für eine Viertelmillion Euro? Das geht dann doch zu weit. Jetzt muss der Architekt noch mal ran.

Erding – Im Bauernhausmuseum an der Taufkirchener Straße entsteht derzeit ein neues Eingangsgebäude, in dem ab Ende kommenden Jahres auch der Bauernmarkt eine neue Heimat findet. Nun kam der Wunsch nach einem Anbau auf, um dort Gemüse und Obst verkaufen zu können. Den will der Bauausschuss des Kreistags gerne erfüllen. Aber nicht zu dem Preis, den Architekt Frieder Lohmann in der Sitzung am Montag aufgerufen hat.

Denn für den einfachen, nicht gedämmten Schuppen mit vier Fenstern, zwei Schiebetoren, einem zehn Grad geneigten mit Ziegeln gedeckten Pultdach und einen Pflasterboden soll der Landkreis als Träger des Bauernhausmuseums an der Taufkirchener Straße 250 000 Euro hinblättern. Nach längerer Debatte nordete der Kreistag den Planer bei etwa 150 000 Euro ein.

„Bei der Summe bin ich erschrocken“, gab Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) mit Blick auf den gerade einmal sechs auf zehn Meter hohen „Schopf“ mit 50 Quadratmetern Nutzfläche zu. Deutlicher wurde Christian Pröbst (CSU): „Eine schlichtere Planung reicht. Eine Viertelmillion Euro ist in Zeiten sinkender Steuereinnahmen für ein solches Vorhaben zu viel.“ Georg Nagler (SPD) sprach von einer „inakzeptablen“ Summe. Peter Attenhauser (AFD) meinte: „Das ist übertrieben für einen Bau ohne Bodenplatte. Das versteht kein Bürger.“

Der Planer verteidigte sich mit dem Hinweis, „dass wir nicht einfach einen Schuppen hinstellen können, der nach ein paar Jahren nachgibt“. Der Boden sei in dem Bereich nicht ganz einfach. Bayerstorfer berichtete, dass man alternativ eine Nutzung der alten Kegelbahn für den Obst- und Gemüseverkauf erwogen, dann aber wieder verworfen habe.

Willi Vogl (CSU) brachte einen Kompromissvorschlag ein: „Wir könnten an die Zimmererklasse der Berufsschule herantreten. Vielleicht können die etwas im Rahmen ihrer Ausbildung bauen.“ Die Anregung soll aufgegriffen werden. Grundsätzlich stimmte der Ausschuss zu, verbunden mit der Mahnung, die Kosten auf bis zu 150 000 Euro zu drücken.

Der Bauernmarkt findet jeden Freitag von 12 bis 16.30 Uhr im Museum statt. Das neue Eingangsgebäude soll Ende 2021 seiner Bestimmung übergeben werden. ham

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