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16 Tropfen auf den heißen Stein

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Von: Hans Moritz

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Bald voll bebaut ist das südwestliche Areal der Siedlung Thermengarten-Süd. Der Pfeil markiert das Projekt der Baugenossenschaft Erding. Darunter ist ein Einheimischenmodell zu sehen, oben und rechts die Sozialwohnungen der Landkreis-Wohnungsbaugesellschaft, links frei verkaufte Bauplätze. In der Mitte ist gerade die Oberbayerische Heimstätte aktiv. © Hans Seeholzer

Der überhitzte Erdinger Wohnungsmarkt ist um 16 Einheiten reicher. Im 100. Jahr ihres Bestehens hat die Baugenossenschaft (BG) Erding eine zweiflügelige Wohnanlage im Baugebiet südlicher Thermengarten fertiggestellt.

Erding - Es handelt sich um teil-geförderten Wohnungsbau für Mieter mit schmalerem Geldbeutel. Die BG will ihr Engagement in der Stadt verstärken.

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr – die BG war 1922 gegründet worden – stellt die Genossenschaft wieder neuen Wohnraum zur Verfügung, den ersten nach 16 Jahren, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Peter Helmprecht am Freitag bei einer kleinen Feierstunde. Entstanden sind acht Zwei-Zimmer-Apartments mit je 52 Quadratmetern, sechs Drei-Zimmer-Wohnungen mit je 75 Quadratmetern sowie zwei Vier-Zimmer-Wohnungen für Familien mit Kindern mit je 104 Quadratmetern. Im Untergeschoss gibt es eine Tiefgarage mit 25 Stellplätzen. Vier verfügen über Wallboxen zum Laden von Elektroautos.

Die neuen Wohnungen an der Edeltraud-Huber-Straße sind dem freien Markt entzogen. BG-Vorstand Paul Reill erklärte, dass die Mietobergrenze bei zwölf Euro pro Quadratmeter liege. Der konkrete Mietzins orientiere sich am Einkommen der Bewohner – und geht laut Reill bis auf sechs Euro/kalt herunter. Im Schnitt werde er zwischen 6,50 und 8,50 Euro pro Quadratmeter liegen. Die Wohnungen würden zugeteilt, die Stadt habe für einen Teil ein Belegungsrecht.

Alle Wohnungen sind in Nord-Süd-Ausrichtung konzipiert. Architekt Markus Heilmaier erklärte, dass so das Sonnenlicht am besten genutzt werde. Alle Südbalkone seien überdacht „und stellen damit eine Wohnraumerweiterung dar“. Auf den Dächern befinden sich zwei Photovoltaikanlagen, im Inneren habe man sich für eine Luft-Wärmepumpe entschieden. In jeder Wohnung sei eine Lüftungsanlage installiert.

Weiter erklärte Heilmaier, dass ursprünglich zwei getrennte Baukörper geplant gewesen seien. „Realisiert haben wir dann aber einen gläsernen Verbindungsbau.“ An der Fassade sind die senkrechten Lärchenholzbalken charakteristisch, die zugleich einen Wind- und Sichtschutz darstellen. Laut BG-Vorstand Karsten Vieth sind einige Einheiten bereits vergeben, aber noch nicht alle.

Helmprecht dankte der Stadt für die Zusammenarbeit. „Wenn sie uns nicht das Grundstück zur Verfügung gestellt hätte, hätten wir nicht bauen können.“ OB Max Gotz berichtete dazu, dass man sich frühzeitig auf einen Baugrundpreis von 300 Euro pro Quadratmeter geeinigt habe. Der BG gelang es daraufhin, einen Baukostenquadratmeterpreis von 3000 Euro zu erzielen. Insgesamt kostet das Objekt laut Vieth rund sechs Millionen Euro.

Helmprecht kündigte an, „dass wir uns in den kommenden Jahren wieder verstärkt auf den Wohnungsbau konzentrieren werden. Wir haben einiges in der Röhre“. So könne man sich vorstellen, sich auf dem Fliegerhorstgelände zu engagieren.

Gotz lobte das Engagement der BG, aber auch der in der Nachbarschaft tätigen Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises. Beide seien wichtige Partner. Bund und Land hielt Gotz überbordende Bürokratie vor, die Bauen erschwere und verteure. Aber auch die Gemeinden müssten umdenken: „Wir müssen höher bauen. Eine andere Antwort auf die Wohnraumproblematik gibt es nicht.“

Auch Vize-Landrat Franz Hofstetter freute sich über den neuen Wohnraum. Es sei wichtig, Angebote für Familien und Senioren zu schaffen. Die Anlage im Thermengarten ist barrierefrei. Auch er richtete den Blick in die Nachbarschaft – dort errichtet die Oberbayerische Heimstätte eine große Anlage. Insgesamt besitzt das Unternehmen des Bezirks allein in der Herzogstadt rund 1000 Wohnungen, vor allem in Klettham-Nord. „Das macht mich stolz“, sagte Hofstetter.

ham

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