Zu wuchtig ist der Stadt der geplante Komplex zwischen Dr.-Henkel- und Landgestütstraße. Der Denkmalschutz fürchtet einen Bedeutungsverlust für die Gründerzeitvillen (links oben). Für den Investor sprechen nun Anwälte. 

Bauvorhaben Landgestütstraße: Investoren drohen mit juristischen Schritten – Gotz: Komplex ist überdimensioniert

Streit um Wohn- und Geschäftshaus spitzt sich zu

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Im Streit um die Bebauung des Parkplatzes zwischen Dr.-Henkel- und Landgestütstraße mit einem Wohn- und Geschäftshaus werden die Fronten zwischen Investor und Stadt immer härter.

Erding– Die Wahrscheinlichkeit nimmt zu, dass (vorerst) gar nicht gebaut wird, zumal die Arbeitsagentur als möglicher Hauptmieter eine neue Geschäftsstelle in Erding wieder ausgeschrieben hat.

Die Stadt will sich nicht unter Druck setzen lassen und beharrt darauf, dass der Investor, die Bayerische Liegenschaften mit Sitz in Erding, zu voluminös plant. Dagegen sperrt sich auch das Landesamt für Denkmalpflege (wir haben mehrfach berichtet).

Nachdem im Planungs- und Bauausschuss des Stadtrats Stadtbaumeister Sebastian Henrich erneut betont hatte, dass man an dem Vorhaben dran sei, haben die Investoren nun ihre Anwälte einen geharnischten Brief an OB Max Gotz (CSU) und alle 40 Stadträte schreiben lassen, der unserer Zeitung vorliegt.

Darin wird kritisiert, dass die Stadt auf Schreiben der Bayerischen Liegenschaften nicht einmal reagiere und ein Termin ohne Angabe von Gründen abgesagt worden sei. „Eine Fortentwicklung des Bebauungsplans ohne Einbeziehung des Eigentümers ist weder zielführend, noch kann es zu sinnvollen Ergebnissen führen.“ Eine fehlende Beteiligung sei ein Mangel im Verfahren. Die vorgelegte Planung sei „nachhaltig und ökologisch“. Der in einem urbanen Gebiet zulässige Bauraum werde bewusst nicht ausgenutzt, damit etwa Fußgänger mehr Platz haben.

Der Investor kritisiert, dass die von der Stadt geforderten Geschosshöhen für Großraumbüros zu niedrig seien. Eine Beschränkung der Bauhöhe auf 13 Meter sei nicht begründbar. Nichts spreche gegen die vorgesehenen 14,75 Meter für vier Geschosse. Ferner bemängelt er die geringe Zahl an oberirdischen Stellplätzen. Somit sei eine zweite Tiefgaragen-Ebene erforderlich. Zudem drohe Wildparkerei. Zum Schluss droht der Anwalt mit Einschalten der Rechtsaufsicht.

Gotz bleibt im Gespräch mit unserer Zeitung gelassen. Er wiederholt seinen Hinweis, dass der Komplex viel zu massiv sei. Das bestätige auch das Landesamt für Denkmalpflege mit Hinweis auf benachbarte Villen aus der Gründerzeit.

Zudem wundere er sich, warum alle Schreiben umgehend an die Presse durchgestochen würden. „Wir lassen uns auch nicht mit Fristen unter Druck setzen.“ Gotz erinnert daran, „dass der Investor ein Grundstück mit einem fertigen und passgenauen Bebauungsplan erworben hat“. Eine Änderung sei überhaupt nicht zwingend nötig.

Nachdem die Investoren nun Anwälte eingeschaltet hätten, „werden wir uns vorläufig gar nicht äußern, wie es weitergehen könnte“. Das habe sich der Grundeigentümer selbst zuzuschreiben. Der Stadtrat werde souverän entscheiden. Eine Lösung sieht Gotz nur darin, dass die Pläne erheblich abgespeckt werden – vor allem in Breite und Höhe. 

ham

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