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Ein Foto von der Unfallstelle.

Beide Beine massiv betroffen

„Es hätte noch viel mehr Opfer geben können“: Auto fährt in Bus-Häuschen - Mädchen (16) schwer verletzt

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  • Armin T. Linder
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  • Andreas Beez
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Schwerer Unfall am Donnerstagabend in Erding: Ein Auto ist am Bahnhof in eine Bushaltestelle gefahren. Dabei wurde eine 16-Jährige schwer verletzt.

  • Ein 24-jähriger Autofahrer hat am Donnerstagabend die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und ist in Erding in ein Bus-Wartehäuschen gefahren.
  • Eine 16-jährige Schülerin wurde schwer an den Beinen verletzt.
  • Ein Fuß des Mädchens, der bei dem Unfall abgetrennt wurde, ist wohl nicht zu retten.
  • Es wurden insgesamt vier Personen verletzt.
  • Der Einsatzleiter des BRK sagt: „Es hätte noch viel mehr Opfer geben können.“

Erdings Polizeichef: Es gibt keinen Hinweis auf Raserei 

Update, 30.11.2018, 16.47 Uhr: „Solche Einsätze erlebt man zum Glück selten, das war schon sehr tragisch“, sagt Gerd Steinbach vom Bayerischen Roten Kreuz, der als Einsatzleiter Rettungsdienst am Unfallort war. Aber er meint auch: „Es hätte noch viel mehr Opfer geben können.“ Stadtbrandinspektor Manfred Kordick, Kommandant der Erdinger Feuerwehr, berichtet: „Anfangs war die Lage wegen etlicher Fahrgäste unübersichtlich.“ Seine First Responder und der Rettungsdienst hätten sich sofort um die junge Frau und ihren leicht- bis mittelschwer verletzten Großvater sowie um den Fahrer und seinen 57-Jährigen Vater gekümmert. „Alle Vier waren ansprechbar“, so Kordick. Zudem wurden ein Sichtschutz aufgebaut und der Bereich zwischen Haager Straße und Dorfener Straße gesperrt. Später wurde auch noch die gesplitterte Scheibe an der Haltestelle bei der Unterführung demontiert und verschalt.

Der Einsatz dauerte über vier Stunden. Die Busse konnten derweil den Bahnhof weder anfahren noch verlassen. Busunternehmer Martin Scharf berichtet, dass man auf die Schnelle Umleitungen eingerichtet habe. Erhebliche Verspätungen seien aber nicht zu vermeiden gewesen.

Die Feuerwehr war mit 38 Kräften vor Ort, BRK und Malteser mit fünf Rettungswagen und drei Notärzten. Erdings OB Max Gotz, der selbst an der Unfallstelle war, sprach von einer Tragödie. Er lobte die Einsatzkräfte, sich in dieser belastenden Situation bewährt zu haben. Wie schnell der 24-Jährige fuhr, muss der Gutachter ermitteln. Es gebe keine Hinweise darauf, dass er gerast ist“, so Erdings Polizeichef Anton Altmann.

Unfall in Erding: Fuß des Mädchens vermutlich nicht zu retten

Update, 30.11.2018, 12.54 Uhr: Nach dem entsetzlichen Unglück am Donnerstagabend am Busbahnhof in Erding steht zu befürchten, dass das 16 Jahre alte Mädchen einen Fuß verliert. Wie berichtet, hatte ein 24-Jähriger aus dem Landkreis Schwandorf kurz nach 18 Uhr in Folge eines Krampfanfalls die Kontrolle über seinen 3er BMW verloren.

Der Wagen mit Anhänger fuhr über die Bachingerstraße hinaus in den Busbahnhof. Dort erfasste er die Jugendliche und ihren 72 Jahre alten Großvater. Beide warteten auf einer Bank auf den Bus. Die Rettungskräfte sprachen am Freitag von einem sehr belastenden Einsatz. Gerd Steinbach vom Bayerischen Roten Kreuz war als Einsatzleiter Rettungsdienst vor Ort. Er berichtet, dass der Fuß der jungen Frau beim Eintreffen schon abgetrennt gewesen sei, der andere klemmte im Radkasten. „Wir haben uns sofort intensiv um das Opfer gekümmert. Der Notarzt hat ihr ein Schmerzmittel verabreicht, so dass sie wenigstens keine Schmerzen mehr hatte.“

Nachdem sie von der Feuerwehr Erding aus dem Radlauf befreit war, wurde sie nach einer Erstversorgung zunächst ins Klinikum Erding gebracht und von dort mit einem Rettungshubschrauber aus Regensburg ins Klinikum München-Bogenhausen geflogen. Dort wurde die 16-Jährige die ganze Nacht über operiert. Die Chancen, den Fuß zu retten, stehen nach Expertenmeinung aber nicht allzu gut. Auch ihr zweites Bein wurde nach Retterangaben schwer verletzt.

Oberbürgermeister von Erding: „Das waren schreckliche Bilder“

Update 30. November, 08.40 Uhr: Die Nachricht vom schweren Unfall am Donnerstagabend am Busbahnhof in Erding hat sich schnell in der ganzen Stadt verbreitet. Oberbürgermeister Max Gotz kam persönlich an die Unfallstelle – und zeigte sich schockiert. „Das waren schreckliche Bilder“, sagte er am Abend in der Bürgerversammlung in Altenerding. Der Unfall, bei dem eine 16-Jährige und ihr Großvater, die auf einer Bank saßen und auf den Bus warteten, teils schwerst verletzt wurden, sei „an Tragik nicht zu überbieten“.

Die Schülerin droht einen Fuß zu verlieren. Sie wurde noch in der Nacht in München operiert. 

Ausdrücklich lobte Gotz die Einsatzkräfte von BRK, Maltester und Feuerwehr Erding. „Das zeigt, wie wichtig es ist, gute Retter zu haben.“ Das Zusammenspiel habe an diesem Abend hervorragend funktioniert. Gotz dankte ihnen und würdigte ihre entbehrungsreiche Arbeit.

Nach Unfall in Erding: Experte spricht über extreme Entscheidungen

Prof. Dr. Peter Biberthaler auf einem Archivfoto.

Update von 21.57 Uhr: Unfallverletzungen an den Gliedmaßen können sehr tückisch sein – und den Ärzten extreme Entscheidungen abverlangen. „Während man verletzte Knochen sehr häufig rekonstruieren kann, können sich Verletzungen an den Nerven und Blutgefäßen als hochdramatisch erweisen. Denn wenn das Gewebe abstirbt, kann sich eine lebensbedrohliche Sepsis entwickeln, die im schlimmsten Fall zum Multiorganversagen führt“, erklärt der Chef der Unfallchirurgie des Klinikums rechts der Isar, Prof. Dr. Peter Biberthaler, im tz-Gespräch.

„Bei schweren Unfallverletzungen handeln wir Mediziner nach der englischen Regel life before limb – das Leben ist wichtiger als der Erhalt der Gliedmaßen. Das bedeutet, dass wir in manchen Fällen schweren Herzens eine Amputation vornehmen müssen, um den Patienten zu retten.“

Auto rast in Menschenmenge: Bilder vom Unfallort in Erding

Erding: Insgesamt vier Verletzte - 16-jährige Schülerin schwer verletzt

Update von 21.25 Uhr: Die Polizei Erding hat inzwischen mit einem Pressebericht den aktuellen Kenntnisstand mitgeteilt.

Demnach ereignete sich der Unfall am Donnerstag um 18.05 Uhr. Ein 24-jähriger Mann aus dem Landkreis Schwandorf fuhr mit seinem BMW 3er mitsamt Anhänger die Bachingerstraße in Erding in Fahrtrichtung Bahnhof Erding. Mit ihm im Fahrzeug saß sein 57-jähriger Vater als Beifahrer.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand erlitt der junge Mann, nach Aussagen des Vaters, einen Krampfanfall und verlor in Folge dessen die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Pkw fuhr geradeaus über die Straße „Am Bahnhof“ und in den dortigen Busbahnhof.

Dort erfasste das Fahrzeug zwei Personen, die auf einer Bank saßen, um auf den Bus zu warten.

Bei den Personen handelte es sich um eine 16-jährige Schülerin und ihren 72-jährigen Großvater aus dem nördlichen Landkreis Erding. Die junge Frau wurde durch den Unfall sehr schwer an den Beinen verletzt, unter Umständen droht eine Amputation. Sie wurde innerhalb kürzester Zeit durch den Rettungsdienst versorgt und mit dem Rettungshubschrauber in ein Münchner Klinikum geflogen. Ihr Großvater erlitt Verletzungen am Sprunggelenk und im Gesicht, er wurde durch den Rettungsdienst in das Klinikum Erding verbracht.

Der 24-Jährige und sein Vater wurden schwer bzw. leicht verletzt in das Krankenhaus Freising eingeliefert. Der 57-Jährige trug nach ersten Erkenntnissen lediglich Prellungen durch den Sicherheitsgurt davon. Sein Sohn klagte über Abdominalschmerzen, Krämpfe und eine Bissverletzung an der Lippe und muss zu weiteren Untersuchungen stationär aufgenommen werden.

Auf Grund der schweren Verletzungen der jungen Frau wurde durch die Staatsanwaltschaft ein Gutachten sowie die Sicherstellung des Unfallfahrzeuges angeordnet. Zu einer möglichen Krankheitsvorgeschichte bei dem Unfallfahrer gibt es bisher keine Erkenntnisse.

Erding: Fahrer erlitt wohl Anfall am Steuer

Update von 20.11 Uhr: Es gibt neue Informationen zur Unfallursache und zu den Opfern. Wie die Polizei der tz bestätigte, erlitt der Fahrer einen epileptischen Anfall am Steuer.

Nach tz-Informationen wurde ein 16-jähriges Mädchen bei dem Unfall schwer verletzt. Ihr Großvater kam mit leichteren Verletzungen am Sprunggelenk und im Gesicht ins Freisinger Klinikum.

Die Gesamtzahl der Verletzten ist bisher noch unklar.

Auto rast am Bahnhof Erding in Menschenmenge - Opfer droht Amputation

Erstmeldung von 18.52 Uhr:

Erding - Gegen 18.15 Uhr kam es am Bahnhof in Erding zu einem schweren Unfall: Ein Auto ist in eine Menschenmenge gerast.

Das Fahrzeug, ein BMW mit Anhänger, kam aus der Bachingerstraße. Statt abzubiegen, fuhr das Auto geradeaus in eine Gruppe wartender Fahrgäste am Busbahnhof, der im Feierabendverkehr rege bevölkert war.

Auto rast in Erding in Menschenmenge - Frau wird eingeklemmt

Eine Frau wurde unter dem Auto eingeklemmt. Sie musste von der Feuerwehr befreit werden. Ein Hubschrauber rückte an, um sie ins Krankenhaus zu bringen. Nach ersten Informationen droht ihr wohl eine Amputation des Fußes.

Im Fahrzeug selbst wurden nach ersten Informationen wohl zwei Personen verletzt sowie mindestens ein weiterer Passant. Ob weitere Menschen verletzt sind, stand zunächst nicht fest.

Unfallursache war möglicherweise ein medizinisches Problem bei Fahrerin oder Fahrer.

Das Unfallauto hatte das Kennzeichen BUL (Kreis Amberg-Sulzbach).

Vor Ort waren Feuerwehr Erding sowie Rettungsdienst (mit sechs Rettungswagen, die teils bis vom Flughafen her anrückten) und Polizei. 

Weitere Informationen folgen, sobald sie uns vorliegen.

Lesen Sie auch: Ein unfassbarer Unfall hat sich auf der Autobahn bei Bremerhaven ereignet. Ein Ford flog zunächst durch die Luft und stürzte dann zehn Meter in die Tiefe.

Chaos auf der S-Bahn-Stammstrecke im Feierabendverkehr am Donnerstag.

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