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Eine Frau saß im Rollstuhl auf dem Balkon in einem Altenheim in Erding, als eine Zigarette die Kleidung der Frau in Brand steckte.

Rauchte sie eine Zigarette?

Tragödie in Erdinger Altenheim: 99-Jährige verbrennt bei lebendigem Leib

Schreckliche Tragödie in einem Erdinger Altenheim: Eine 99 Jahre alte Bewohnerin ist am Donnerstagvormittag bei lebendigem Leibe verbrannt.

Erding – Es war um 10.01 Uhr, als bei der Integrierten Leitstelle Erding die Brandmeldeanlage auslöste und zeitgleich ein Notruf per Telefon einging – „Brand im Heiliggeist-Altenheim“. Sofort rückten die Feuerwehren Erding, Altenerding und Langengeisling sowie eine weitere Drehleiter aus Hallbergmoos zu der städtischen Einrichtung mit 157 Betten am Stadtpark aus. Die Bilder werden die Retter nicht so schnell vergessen: „Die Frau saß in Flammen im Rollstuhl“, berichtet Stadtbrandinspektor Manfred Kordick. Auch ein Zeuge vor dem Haus sah die Frau im Hochparterre wie eine Fackel lodern. 

Schreckliche Tragödie in Erdinger Altenheim: „Die Frau saß in Flammen im Rollstuhl“

Der Hausmeister hatte schon erste Löschversuche unternommen. Doch die Rentnerin war bereits tot. Sie verbrannte bis zur Unkenntlichkeit. Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Ingolstadt berichtet: „Wir gehen von einem Unglück mit einer Zigarette aus. Die Frau war starke Raucherin.“

Lesen Sie auch: In Gerolzhofen ist ein Krankenhausbett und mit diesem der Patient in Flammen aufgegangen. Angestellte löschten das Feuer. Zur Ursache gibt es bereits Vermutungen.

Sie sei mit ihrem Rollstuhl auf den Balkon gebracht und mit einem Notrufknopf ausgestattet worden. „Mutmaßlich ist Glut auf die Kleidung der Frau gefallen“, so Kammerer. Aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität war es der Hochbetagten vermutlich nicht möglich, die Glut zu ersticken und sich in Sicherheit zu bringen. Das ist schon tragisch genug. 

Erding: Frau verbrennt bei lebendigem Leib - in fünf Tage wäre sie 100 geworden

Hinzu kommt: In fünf Tagen hätte sie ihren 100. Geburtstag gefeiert. Oberbürgermeister und Landrat hatten ihren Besuch angekündigt. Laut Kordick war das Feuer beim Eintreffen des ersten Löschzugs gerade dabei, auf das Mobiliar auf dem Balkon überzugreifen. In das Apartment und Bettenhaus zog dichter Qualm. Sechs Personen, darunter Ersthelfer, erlitten Rauchgasvergiftungen und kamen vorsorglich ins Klinikum. 70 Bewohner des Flügels wurden evakuiert, konnten aber im Gebäude bleiben. Anfangs war nicht auszuschließen, dass das Feuer in dem Alten- und Pflegeheim mit teils bettlägrigen und auf den Rollstuhl angewiesenen Bewohnern übergreifen könnte. 

Schreckliche Tragödie: 99-Jährige stirbt bei Brand in Seniorenheim - Fotostrecke

Großeinsatz der Feuerwehr in Erding: 99-Jährige verbrennt

Deswegen rückte neben mehreren Feuerwehren auch ein Großaufgebot des Rettungsdienstes mit mehreren Notärzten an. Vorsorglich wurden auch zwei Rettungshubschrauber angefordert. Einer landete auf einem Bauplatz in der Nähe des Heims. Die Erdinger Feuerwehr traf um 10.05 Uhr ein, nur vier Minuten nach dem Alarm. „Um 10.08 Uhr konnten wir ,Feuer aus‘ melden“, berichtet Kordick. Teils wurden mobile Verschlüsse angebracht, damit der Rauch nicht durch das gesamte Gebäude zog. Der betroffene Trakt wurde entraucht. Der Balkon und die Etage darüber wurden stark verrußt. 

Das BRK-Kriseninterventionsteam, sowie Pfleger kümmerten sich um mehrere Bewohner. Sie hatten von der Tragödie erfahren und waren entsprechend aufgeregt. Noch am Vormittag rückten der Kriminaldauerdienst und das Kommissariat für Todesfälle der Kripo Erding an und inspizierte den Brandort. Das Apartment sowie der Fußweg entlang der Sempt zwischen Altstadt und Park wurden abgeriegelt und mit Flatterband gesperrt. Reinhard Böhm, geschäftsleitender Beamter der Stadt Erding, erklärte: „Im Haus herrscht Rauchverbot. Auf den Balkonen ist es aber erlaubt.“ Ob das so bleibt, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

In Garmisch-Partenkirchen hat sich ebenfalls ein tragisches Unglück ereignet: Dort wurde eine Frau von einem Zug erfasst, nachdem sie ihren Hund retten wollte, berichtet Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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