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Den Reiherorden bekam Werner Brombach (2. v. l.) von Thorsten Neidlein, Stefan Neumaier, Siegi Ippisch, OB Max Gotz und Detlef Felixberger (v. l.).

Der Patriarch des Erdinger Weißbräu

Närrischer Hofknicks für Weißbier-König: Werner Brombach mit Reiherorden geehrt

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Die Liste der Reiherorden-Träger ist um einen Prominenten länger: Die Faschingsgesellschaft Narrhalla würdigte das Lebenswerk von Werner Brombach, Patriarch des Erdinger Weißbräu. 

Der zu Ehrende erschien, wie es der Gastgeber gewünscht hatte – verkleidet mit einem kunterbunten Sakko und schwarzem Strohhut mit weißem Band. Im Dezember feiert Werner Brombach seinen 80. Geburtstag, am Samstag verlieh die Narrhalla dem Bräu von Erding den Reiherorden. Drumherum zog die Faschingsgesellschaft für die rund 200 Gäste in der Stadthalle ein fast fünfstündiges Programm auf.

An Auszeichnungen mangelt es Brombach nicht. 1989 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 2001 den Bundesverdienstorden, 2002 folgte die Goldene Stadtmedaille, 2005 der Bayerische Verdienstorden, 2012 der Ehrenring des Landkreises und 2015 die Bayerische Gastlichkeitsmedaille. Am Samstag kam eine weitere dazu: der Reiherorden der Narrhalla. Damit steht der 79-Jährige in einer Reihe mit Alfons Goppel, Franz Josef Strauß sowie seit der Wiedereinführung des Ordens vor zwei Jahren mit Monika Gruber und Rainer Maria Schießler.

Persönliche Ehrung durch Oberbürgermeister

Die Laudatio hielt Erdings Oberbürgermeister Max Gotz. Er nannte Brombach einen „Patriarchen der alten Schule“. Einen Seitenhieb auf die Narrhalla München und ihre Posse um die Verleihung des Karl-Valentin-Ordens an den Alpenrocker Andreas Gabalier konnte sich der OB nicht verkneifen. „Der Reiherorden ist auf jeden Fall verdient. Da gibt es keine Diskussion.“

Gotz meinte, Brombach erfülle die Kriterien des Ordens, denn er mache sich um die Pflege von bodenständigem Humor und Geselligkeit verdient. „Bei ihm kommt noch hinzu, dass er den Stoff selbst herstellt, der zur Geselligkeit beiträgt“, meinte Gotz launig. Erding, die Brauerei und Brombachs Lebenswerk seien eng miteinander verwoben.

Trotz Erfolgs immer auf dem Boden geblieben - auch das Unternehmen

Trotz eines Ausstoßes von 1,8 Millionen Hektoliter Bier pro Jahr und dem Export in über 100 Länder sei der Weißbräu stets ein mittelständisches Unternehmen geblieben, das mitten in der Stadt ansässig sei. „Die Brauerei setzt die Tradition des Handwerks in Erding unter anderem mit den Loderern und den Glockengießern fort“, sagte der OB.

Närrischer Hofknicks für Weißbier-König: Werner Brombach mit Reiherorden geehrt

Er ging auf einige Lebensstationen des Geehrten ein. Brombach studierte Braumeister und erlernte zudem den Beruf des Diplom-Kaufmanns, ehe er das Unternehmen nach dem Tod seines Vaters Franz Brombach 1975 übernahm. In den 90er Jahren siedelte er die Braustätte in den Norden Erdings aus. „Dabei beweist er immer wieder ein legendäres Gespür, etwa durch die Einführung des alkoholfreien Bieres.

Großes soziales Engagement des Bier-Patriarchen

Gotz pries auch die soziale Ader und das gesellschaftliche Engagement Brombachs. Er habe nicht nur den FC Bayern gesponsert, sondern auch das im Spitzensport erfolgreiche Team Erdinger Alkoholfrei aufgebaut. „Aber er unterstützt auch die örtliche Vereinswelt.“ Nicht zuletzt kümmere er sich persönlich um seine Mitarbeiter und lasse etwa erkrankte Angestellte und ehemaliges Personal nie im Stich. Ausdrücklich bedankte er sich bei Brombach, dass er in den 90er Jahren die Fischer’s Stiftungsbrauerei gekauft und damit ein Erdinger Traditionsunternehmen sowie das Andenken an Friedrich und Katharina Fischer gerettet habe.

Urkunde und Orden verlieh ihm Narrhalla-Präsident Stefan „Ben“ Neumaier. Brombach selbst bekannte: „Ich bin dankbar und freue mich sehr. Das war fast zu gut gemeint.“ Er sei stolz, „den Namen Erding in die Welt hinauszutragen“. Erding sei eine „tolle Stadt mit tollen Menschen, die hier zu Hause sind“.

Gelungene Feier in jeder Hinsicht

Diese tolle Stadt präsentierte sich am Samstag als Hochburg des Faschings. Alle sechs Garden mit 120 Mitwirkenden traten auf. Geboten war aber nicht nur ein Augen-, sondern auch ein Ohrenschmaus. Der Sketch auf der in der Sempt schwimmenden „MS Erding“ erntete zahlreiche Lacher. Diesmal hatte auch Landrat Martin Bayerstorfer (wieder) seine Gaudi, dem das Theaterstück vor einem Jahr kräftig missfallen hatte. Die Stadtpolitik ebenfalls aufs Korn nahm das Prinzenpaar, das den vergeigten Christkindlmarkt mit Wonne ausschlachtete, sowie der geniale Karl „Gschmei“ Schmid als hinterfotzig grantelnder Straßenkehrer Kare. Die Abgründe der Kommunalpolitik gab es hier mit einem Augenzwinkern verpackt.

Applaus ernteten auch die acht neuen Jungelfer zwischen 18 und 22 Jahren, die sich vorgenommen haben, das Gesangstalent ihrer Vorgänger zu überbieten. Eine Jubiläumsvorstellung gaben die Lieselotten. Das bunte Männerballett feiert heuer 25-jähriges Bestehen. Gänsehautmomente gab es auch, vor allem bei Tobias Schemmels gesungener Liebeserklärung an Erding.

Souverän und launig führte Siegi Ippisch durchs Programm, wechselweise assistiert vom auf der Bühne thronenden Präsidium, dem Elferrat. Den nächsten Reiherorden gibt’s am 8. Februar 2020. Ein Preisträger wird freilich noch gesucht.

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