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Über 400 Feuerwehrler räumten am Wochenende am Königssee dutzende Dächer ab, insgesamt mehrere hundert Tonnen.

Hunderte Tonnen Schnee geschaufelt

Über 400 Feuerwehrleute am Königssee im Katastropheneinsatz

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Es war der größte Katastrophenschutz-Einsatz seit dem verheerenden Hochwasser im Juni 2013 zunächst im Landkreis selbst und danach in Niederbayern: Am Samstag und Sonntag rückten jeweils über 220 Feuerwehrleute in mehr als 30 Fahrzeugen ins Berchtesgadener Land aus. Am Dienstag geht es weiter.

Erding/Schönau - Dort war nach massiven Schneefällen der Katastrophenalarm ausgelöst worden. Kräfte aus ganz Bayern sowie das Technische Hilfswerk waren angefordert worden, um im südöstlichsten Zipfels Deutschlands hunderte Dächer von der gefährlichen Schneelast zu befreien. Am Dienstag macht sich ein drittes Kontingent auf den Weg.

Wie berichtet, war am Freitag um 18 Uhr die Kreisbrandinspektion und der Katastrophenschutz des Landratsamtsamtes zusammengetreten, um nach einer Anforderung durch die Regierung von Oberbayern die überörtliche Hilfe vorzubereiten. Noch in der Nacht fanden sich Dutzende Wehren mit über 400 Ehrenamtlichen, die am Samstag- und Sonntagmorgen aus in Richtung Berchtesgaden ausrückten. Die beiden Erdinger Kontingente waren damit deutlich übererfüllt, denn angefordert waren jeweils „nur“ 180 Feuerwehrler.

Eingesetzt waren die Erdinger vor allem in Schönau direkt am Königssee. Neben zahlreichen Privathäusern räumten beide Kontingente nach Angaben von Kreisbrandinspektor Andreas Pröschkowitz die Dächer einer Rehaklinik in Schönau, die Mittelstation der neuen Jennerbahn sowie der Kreisklinik in Berchtesgaden. Am ersten Tag wurden 15 Dächer von der Schneelast befreit, am Sonntag waren es 20.

Über 400 Feuerwehrleute am Königssee im Katastropheneinsatz - die Bilder

„Wir sind trotz Schnees am morgen und teils rutschiger Straßen gut durchgekommen und waren nach drei Stunden am Ziel“, berichtet Kreisrbandinspektor Andreas Pröschkowitz. Das Feuerwehrhaus in Schönau habe das Lagezentrum gebildet. „Dort wurden alle Meldungen gesammelt. Ehe das THW die Dächer nicht begutachtet hatte, ging niemand hinauf“, so der Kreisbrandinspektor. „Wichtig war, dass alle Kräfte gegen Abstürze gesichert waren.“ Dazu wurde auch der Teleskopgelenkmast der Altenerdinger Feuerwehr eingesetzt.

„Es war eine wirklich anstrengende Aufgabe“, berichtet Günter Vogt von der Kreisbrandinspektion. Zum Teil lag der Schnee meterhoch. Eile war geboten, weil Regen angesagt war, was die Dachlast noch einmal beträchtlich erhöhen würde. Immerhin: Beim Einsatz regnete und schneite es nicht. Geschaufelt wurde bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Pröschkowitz berichtet, dass die betroffenen Bewohner „sehr dankbar waren, dass wir ihnen helfen“. Sie hätten auch dafür gesorgt, dass genügend Essen und Trinken bereitstanden. Verpflegung gab es zudem im Schönauer Feuerwehrhaus sowie beim örtlichen Wirt.

Die über 400 Helfer arbeiteten ehrenamtlich. Alle anfallenden Kosten, etwa für Sprit, trägt zunächst der Landkreis Berchtesgadener Land, der aber Katastrophenschutzmittel des Freistaats abrufen kann. Hausbesitzer können jedoch zur Kasse gebeten werden.

Der Brandschutz in der Heimat war derweil sichergestellt. Auch das hatte die Kreisbrandinspektion koordiniert. Pröschkowitz ist froh, „dass keiner unserer Leute verletzt wurde“.

Am Dienstagmorgen formiert sich der dritte Konvoi. Er muss damit rechnen, es mit hunderten Tonnen Nassschnee zu tun zu bekommen. Der Katastrophenfall gilt noch die nächsten Tage.

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