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Ein Bild der Vergangenheit? Raketen über der Erdinger Altstadt soll es bereits ab heuer nicht mehr geben. Der Stadtrat möchte Feuerwerke verbieten. 

Runder Tisch spricht sich für raketenfreie Erdinger Altstadt aus

Böllerverbot gilt als sicher

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Silvester dürfte es heuer in der Erdinger Altstadt bedeutend ruhiger zugehen als in all den Jahren zuvor. Es gilt als sicher, dass der Verwaltungs- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag ein Verbot von Böllern und Raketen beschließen wird. Das deutete Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) in der Bürgerversammlung in Eichenkofen an

Erding - Am Donnerstagnachmittag hatte ein Runder Tisch getagt – mit den Fraktionschefs im Stadtrat, Vertretern von Ardeo, der Gastronomie, der Polizei und der Feuerwehr. In dieser nicht-öffentlichen Runde soll es eine klare Mehrheit für das Verbot von Silvesterkrachern gegeben haben.

Die Zündschnur für das Verbot hatte im Frühjahr die Stadtrats-Fraktion von Erding Jetzt gelegt. Hans Egger hatte beantragt, Böller und Raketen in der Altstadt zu verbieten. Zuvor hatte Hermann Kraus jun., der am Kraus-Eck an der Friedrich-Fischer-Straße wohnt, erneut in einem Brief ans Rathaus für striktere Regeln gekämpft. Er berichtete unter anderem von Schäden an dem Haus seiner Familie.

Gotz hatte ein Verbot damals skeptisch betrachtet, da es sehr schwer durchsetzbar sei. Doch nun die Kehrtwende. „Wir werden ein Verbot auf den Weg bringen, auch wenn es teuer wird“, kündigte der OB im Gasthaus Brunold an. Teuer deswegen, weil die Stadt 20 Security-Kräfte anheuern will.

20-köpfiger Sicherheitsdienst

Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte Gotz: „Der Sicherheitsdienst wird bereits ab 18 Uhr immer zu zweit durch die Altstadt patrouillieren. Ähnlich wie beim Herbstfest wird es Taschenkontrollen geben.“

Die Gastronomen – nur zwei hatten zum Bedauern des OB am Runden Tisch Platz genommen – sollen ihre Gäste bereits bei der Reservierung anhalten, kein Silvesterfeuerwerk mitzubringen.

Der Verwaltungsausschuss wird kommende Woche auch beschließen müssen, in welchem Bereich das Verbot gilt. Wahrscheinlich ist, dass der Sperrring das Gebiet zwischen Schönem Turm, Münchener Brücke, Sempt-Brücke Haager Straße und Am Gries umfasst. Damit fällt der Schrannenplatz als Feiermeile weg.

Lichtshows und Silvestertanz

Gotz nannte zwei Gründe für das restriktive Vorgehen. „17 Prozent der jährlichen Feinstaubbelastung fallen zum Jahreswechsel an. Das ist doch Wahnsinn.“ An sich gibt es bereits klare Regelungen: Im Umkreis von 50 Metern ist Feuerwerk bei historischen Bauten, Kirchen, Kliniken und Altersheimen per Gesetz verboten. Beachtet und kontrolliert worden ist das bislang aber nie.

Hinzu komme, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen sei. 2014 wurde eine Elfjährige auf dem Schrannenplatz durch eine fehlgeleitete Rakete verletzt. Zudem berichtete Gotz von einem Einsatz, bei dem Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst an Silvester regelrecht beschossen worden seien. „Das geht gar nicht. Wohin ist unsere Gesellschaft eigentlich gekommen?“, empörte sich der Stadtchef.

Konsequenzen auch fürs Herbstfest?

Er betonte aber auch, die Stadt wolle kein Spaßverderber sein. „Ich kann mir für Silvester sehr gut Lichtshows vorstellen.“ Profitieren soll auch der „Tanz ins neue Jahr“, veranstaltet von Tanzschulinhaber Chris Melzer. „Das halte ich für die viel bessere Alternative.“

Änderungen könnte es auch beim Herbstfest geben. Petra Bauernfeind (Freie Wähler) und Helga Stieglmeier (Grüne) berichteten, dass man sich am Runden Tisch auch darüber unterhalten habe. Möglich sei, dass es künftig nur noch ein statt bisher zwei Feuerwerke gibt.

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