erding-bauschutt-recycling
+
Eine solche Anlage, die Bauschutt verwertet, soll es bald auch in Erding geben. Die Frage ist nur: Welcher Standort ist der Beste – auf dem Fliegerhorst vielleicht? Unser Bild zeigt eine Recycling-Anlage im Kreis Miesbach.

Bei der Standort-Suche sollen Experten helfen – Viel Material bei Fliegerhorst-Abriss

Erding braucht Bauschutt-Recyclinganlage

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
    schließen

In der Stadt Erding herrscht schon heute eine rege Abbruch- und Neubautätigkeit. Weitere tausende Tonnen Bauschutt werden anfallen, wenn ab 2025 der Fliegerhorst geschleift und in einen neuen Stadtteil umgewandelt wird. Nun stellt sich die Frage: Wohin mit dem – teils mit Giftstoffen versetzten – Baumaterial? 

Erding - Diese Frage will die Stadt nun beantwortet wissen. Sie sucht einen Standort, auf dem eine Bauschutt-Recyclinganlage entstehen und betrieben werden könnte. Helfen soll ihr dabei der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München. Die Analyse lässt sich das Rathaus knapp 14 000 Euro kosten. Der Stadtentwicklungsausschuss stimmte geschlossen zu.

In der Sitzung berichtete Christian Famira-Parcsetich, Leiter der Stadtentwicklung, dass in den vergangenen Jahren in Rathaus beziehungsweise Landratsamt mehrere Anträge für Bauschuttbrech- und -aufbereitungsanlagen eingegangen seien. „Mit Ausnahme eines Antrags konnten aufgrund von Umfang und Lage sowie bauplanungs- und bauordnungsrechtlicher Situation diese in der Regel nicht genehmigt werden“, teilte Famira-Parcsetich mit.

Vor einer Genehmigung müsse eine Bauleitplanung stehen. Nun stellen sich seinen Angaben zufolge mehrere Fragen: Will die Stadt das überhaupt? Welche Rahmenbedingungen gibt die Stadt vor? Und: Wo sind geeignete Standorte?

Der Ausschuss ging nun den ersten Schritt und gab eine Standortanalyse in Auftrag. Der zweite Schritt laut Famira-Parcsetich wäre die Änderung des Flächennutzungsplans. In dem sollen dann Sondergebiete für das Bauschuttrecycling festgelegt werden.

OB Max Gotz (CSU) wünschte sich eine „zügige Lösung“, denn der Bedarf sei heute schon da. „Es ist demnächst mit großen Bauschuttmengen zu rechnen.“

Untersucht werden müssen laut Famira-Parcsetich Lärm- und Staubentwicklung sowie die zu erwartenden Schwerverkehre. Auch könnten Synergieeffekte entstehen, etwa die Ansiedlung im Bereich der Kiesabbauflächen im Norden der Stadt. Die Stadt könne Vorgaben machen, was etwa Einzäunung und Einhausung von Anlagenteilen betreffe.

Gotz meinte, dass die Standortsuche in der Bevölkerung „keine große Freude“ hervorrufen werde. Allerdings sei für ihn klar, „dass wir den Bauschutt aus dem Fliegerhorst in räumlicher Nähe verwerten müssen, um Lkw-Verkehre auf ein Mindestmaß zu beschränken. Das würde für einen Standort im Bereich der Kaserne sprechen. Dabei müsse man aber den Schutz der Bevölkerung etwa in Williamsville und Langengeisling gewährleisten. Das Recycling sei zudem ein Beitrag, um Ressourcen wie Kies zu schonen.

Auf die Frage von Hans Balbach (Erding Jetzt) berichtete Famira-Parcsetich, dass in den vergangenen Jahren zirka 20 Anträge eingegangen seien. Wann ein Ergebnis des Planungsverbands vorliegt, ist noch nicht bekannt.

ham

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare