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Knüpfen das regionale Pflegenetzwerk (v. l.): BRK-Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden, AOK-Direktor Andreas Kochbeck, Landrat Martin Bayerstorfer, Christine Kaltenbach (Fachbereichsleiterin Soziales am Landratsamt), Bezirksrat und BRK-Vorsitzender Franz Hofstetter sowie Gemeindeschwester Martina Vollmuth.

Netzwerk von AOK, Landratsamt und vielen Einrichtungen

Neue Koordinierungsstelle für Pflegepatienten

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Das BRK knüpft ein neues Netzwerk, das allen Pflegepatienten sowie deren Angehörigen helfen soll. Erding übernimmt damit eine Vorreiterrolle in Oberbayern.

Erding – Die Zahl der bei der AOK versicherten Pflegebedürftigen hat sich zwischen 2012 und heuer nahezu verdoppelt – von 1174 auf 2131. Jeder Fünfte lebt im Heim. Die Zahlen werden weiter steigen, ebenso der Schweregrad. Die Betroffenen, oft aber noch mehr ihre Angehörigen, stehen vor der Herausforderung, das Leben völlig neu zu bewerkstelligen.

Dabei hilft ihnen die beim BRK Erding soeben neu eingerichtete Koordinierungsstelle Pflege. Sie versteht sich als Mittelpunkt eines Netzwerks, das Pflegende und deren Angehörige über alle Leistungen sowie haupt- und ehrenamtliche Unterstützungsangebote informiert.

Unter anderem die AOK fördert die Koordinierungsstelle – derzeit mit 20 000 Euro jährlich. Das BRK ist die erste Institution im Landkreis, die dazu Mittel von der AOK erhält. In ganz Oberbayern gibt es erst drei Landkreise mit diesem Angebot.

Offen für Angehörige aller Pflegekassen

AOK-Direktor Andreas Kochbeck, der den Anstoß für das Netzwerk gegeben hatte, erklärte in einer Pressekonferenz, Ziel sei, „für Pflegebedürftige und Angehörige regionale Betreuungs- und Entlastungsangebote zu schaffen“. Dabei tauschten sich Akteure, die sich vor Ort in der Pflege engagieren, aus und entwickelten am Unterstützungsbedarf ausgerichtete Angebote und Strukturen“. Die Koordinierungsstelle stehe den Versicherten aller Pflegekassen offen, betonte Kochbeck.

Wer plötzlich zum Pflegefall werde oder Angehöriger sei, „steht vor vielen Entscheidungen“. In dieser Situation ergäben sich drängende Fragen: Wer hilft mir? Welche Ansprüche habe ich? Steht mir eine Kur zu? Wie finde ich ein Heim oder einen Pflegedienst? Welche Anträge muss ich stellen?

Breite Angebotspalette wird noch einmal erweitert

Gisela van der Heijden, Kreisgeschäftsführerin des BRK Erding, wies darauf hin, dass es unter anderem bei ihrer Organisation schon zahlreiche Angebote gebe, die in das Netzwerk einflössen. Als Beispiele nannte sie die Leistungen des BRK-Hauses der Begegnung Am Rätschenbach in der Erdinger Altstadt, das etwa eine Demenzgruppe, Frühstück und Mittagstisch für sozial Schwache und ein Erzählcafé biete, ebenso diverse Gymnastik- und Sportgruppen.

Hinzu kommen BRK-Leistungen wie der Hausnotruf, der Betreute Fahrdienst oder Essen auf Rädern. „Unser Auftrag ist, die Unterstützungsmöglichkeiten für Pflegefälle und Angehörige zu koordinieren“, sagte van der Heijden. An dem Netzwerk seien viele andere Institutionen beteiligt, etwa der Hospizverein, Träger stationärer Pflege, ambulante Dienste und die Kassen. „Unser Wunsch ist, dass es noch mehr werden“, so van der Heijden. „Denn viele wissen gar nicht, auf was sie Anspruch haben.“ Kochbeck erinnerte an die Vielzahl ehrenamtlicher Organisationen, etwa die Nachbarschaftshilfen oder Selbsthilfegruppen.

Enge Kooperation mit neuem Pflegestützpunkt

Eng zusammenarbeiten will man mit den Pflegeberatern der Kassen und dem gerade erst beim Landkreis angesiedelten Pflegestützpunkt. Auch der bietet nach den Worten von Christine Kaltenbach, Fachbereichsleiterin Soziales am Landratsamt Erding, Information. Schwerpunkte seien die (Wohn-)Beratung und demnächst der Pflegekrisendienst. Der soll einspringen, wenn ein Patient aus dem Krankenhaus entlassen wird, in der unmittelbaren Übergangszeit etwa übers Wochenende noch nicht in der Lage ist, sich daheim selbst zu versorgen.

Landrat Martin Bayerstorfer nannte das BRK „wieder einmal einen Vorreiter“. Das regionale Netzwerk sei wichtig, weil die Zahl der Pflegebedürftigen und deren Schweregrade zunähmen.

Demenz nimmt stark zu

BRK-Gemeindeschwester Martina Vollmuth, die die neue Stelle betreut, ergänzte, vor allem die Demenzproblematik nehme stark zu. „Die Erfahrung zeigt, dass der Beratungsbedarf enorm hoch ist. Viele fallen aus Unwissenheit durchs Raster.“

BRK-Vorsitzender und Bezirksrat Franz Hofstetter geht es „um mehr Lebensqualität durch eine gute Versorgung und ein breites Unterstützungsangebot“. Gerade bei der Entscheidung zwischen einer ambulanten Versorgung daheim und einem Platz im Heim gebe es hohen Informationsbedarf. Kenne man alle Angebote, könne man das Leben in den eigenen vier Wänden verlängern.

Information

Martina Vollmuth von der Koordinierungsstelle Pflege ist mit Ausnahme Mittwoch von Montag bis Freitag zwischen 9 und 11 Uhr unter Tel. (0 81 22) 8 80 15 68 oder direkt im BRK-Haus der Begegnung Am Rätschenbach 12 erreichbar.

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