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Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Eine Woche vor der Bundestagswahl

Kommentar: Schwächelnde CSU könnte für Vielfalt sorgen

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So groß waren die Chancen Erdinger Bundestagskandidaten noch nie. Auf der anderen Seite lässt die Pannenserie im Erdinger Wahlamt aufhorchen. Der Rückblick auf die politische Woche von Redaktionsleiter Hans Moritz.

Anders als viele andere Regionen rund um München ist der Wahlkreis Erding-Ebersberg seit dem Tod von SPD-Abgeordnetem Ewald Schurer am 3. Dezember 2017 nur noch mit einem Abgeordneten im Bundestag vertreten – Andreas Lenz (CSU). Das könnte sich jetzt ändern – wegen der in den Umfragen schwächelnden CSU.

Experten warnen vor einem so stark aufgeblähten Bundestag wie nie in der Geschichte, von bis zu 1000 statt der ursprünglich geplanten knapp 600 Abgeordneten ist die Rede. Davon wiederum könnten die Erdinger und Ebersberger Parteien profitieren.

Denn es gilt als sicher, dass Lenz sein Mandat verteidigen wird – wie die meisten CSU-Direktkandidaten. Weil die Partei damit die Konkurrenz übervorteilen würde, gibt es das System der Überhang- und Ausgleichsmandate. Denn die Parteien müssen im Parlament in einer Stärke vertreten sein, die dem (Zweit-)Stimmenergebnis entspricht.

Am nächsten Sonntag könnte das dazu führen, dass es Magdalena Wagner (SPD) in den Bundestag schafft. Aber auch Christoph Lochmüller von den Grünen und Peter Junker (AfD) haben Landeslistenplätze, die ein Mandat möglich erscheinen lassen, wenn es bei der aktuellen Stimmverteilung bleibt.

In den Sog der CSU-Schwäche gezogen werden dürfte hingegen Caroline Brielmair. Sie kandidiert nur auf der CSU-Landesliste. Und von der werden herzliche wenige eine Berliner Karriere machen, wenn die Union am 26. September nicht noch deutlich zulegt.

***

Mag sein, dass die Wahlpanne im Erdinger Rathaus technische Ursachen hat und man niemand persönlich verantwortlich machen kann. Die Folgen sind dennoch verheerend, wenn Bürger bis zu vier (!) Briefwahlunterlagen zugesandt bekommen. So eine Schlamperei ist Wasser auf die Mühlen derer, die schon in den Startlöchern stehen, um von Wahlmanipulation zu sprechen. Die Stimmung ist ohnehin angeheizt.

In der Tat können einen Zweifel beschleichen, ob man in der Stadtverwaltung angesichts der Fehlerhäufigkeit noch in der Lage ist, alle falschen Nummern herauszufiltern und pro Wahlberechtigtem nur einen Stimmzettel auszuwerten.

ham

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