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Ein Elektroauto zum Teilen: das wäre eine der Carsharing-Optionen.

Carsharing-Projekt steht auf der Kippe

Zu wenig Sponsoren fürs E-Auto zum Teilen

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Gut ein Jahr ist es jetzt her, dass die Geschäftsführer der Mikar GmbH mit Sitz in Deggendorf auf Werbetour im Landkreis Erding unterwegs waren. Sie stellten in einigen Gemeinden ihr kommunales Carsharing-Projekt vor. Den Kommunen gefiel’s, viel mehr aber nicht.

Südlicher Landkreis - Ein Siebensitzer mit Elektromotor, den sich Vereine, Gruppierungen und Privatleute unkompliziert und günstig ausleihen können: Diese Idee des Carsharings gefiel dem Forsterner Gemeinderat grundsätzlich. Aber auch Pastetten, Neuching und Ottenhofen waren angetan von dem Angebot, mit dessen Hilfe der Individualverkehr verringert werden könne (wir berichteten).

Laut Homepage sind deutschlandweit aktuell knapp 20 Standorte in Kürze oder bereits verfügbar. Aus dem Kreis Erding ist keiner dabei. Zumindest für drei Kommunen mussten die Geschäftsführer bereits abwinken.

Nach dem positiven Gemeinderatsbeschluss war Mikar im Bereich der VG Oberneuching und in Pastetten aktiv geworden. „Wir haben die ansässigen Unternehmen eingeladen, sich in unser Carsharing-Projekt einzubringen“, berichtet Karl-Heinz Kaiser auf Nachfrage. „Dies ist uns zum Teil gelungen. Leider nicht in dem Maße, dass wir den Carsharing-Standort für vier Jahre finanziell absichern können“, bilanziert der Mikar-Geschäftsführer für Neuching, Ottenhofen und Pastetten. Für einen solchen Standort sei es „aus unserer Sicht unabdingbar, dass sich die Bürger langfristig darauf verlassen können, ein Sharing-Fahrzeug zu nutzen. Über unsere sehr niedrigen Nutzergebühren freuen sich die Bürger, aber dafür braucht es die Unterstützung der regionalen Unternehmerschaft“, ergänzt Kaiser.

Wie berichtet, gehört es zum Konzept von Mikar, dass das Auto zum Teilen mit Hilfe lokaler Firmen finanziert wird, die einen Werbeplatz auf dem Fahrzeug buchen – und zwar für vier Jahre. So lange gibt das Unternehmen dann eine Standortgarantie. „Finden sich jedoch nicht genügend Sponsoren, können wir das Angebot nicht realisieren“, hatte Kaiser Anfang 2018 in der Ratssitzung in Forstern deutlich gemacht. Dort ist bislang kein finaler Ratsbeschluss gefallen, ob Mikar mit der Sponsoren-Akquise beginnen soll oder nicht.

In der Sitzung vor gut einem Jahr hatte sich vor allem Bürgermeister Georg Els (AWG) vorstellen können, dass in seiner Gemeinde genügend Potenzial für Carsharing vorhanden sei. Besonders das Elektrofahrzeug war gut angekommen. Nach einstimmigem Beschluss sollte die Verwaltung abklären, ob ein Elektrofahrzeug überhaupt möglich wäre, denn dafür müsste eine Ladesäule installiert werden.

Die nötigen Leitungen für eine E-Tankstelle wurden inzwischen bis vors Rathaus gelegt, berichtet Els im Gespräch mit der Heimatzeitung. Mittlerweile gebe es auch die Überlegung von ihm und Vizebürgermeister Sebastian Klinger (CSU), eine Art Bürgerbus zu etablieren. Ihnen schwebt ein Neunsitzer vor, idealerweise ein Elektrofahrzeug. Damit könnten am Wochenende abends die Jugendlichen nach Erding gebracht werden, unter der Woche die Senioren zu Arztterminen.

„Wir sind bei dieser Idee noch ganz am Anfang“, betont Els. Ein Bürgerbus sei rechtlich nicht ganz unproblematisch. So dürfe er etwa keine Konkurrenz zum ÖPNV darstellen, müsse ehrenamtlich betrieben werden, und man brauche zudem eine Lizenz für den Betrieb. „Aber das wäre eine gute Möglichkeit, um den Individualverkehr etwas einzuschränken“, ist sich der Bürgermeister sicher.

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