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Gut vorbereitet auf die Abschlussprüfung ist die Klasse 10 d der Realschule Taufkirchen mit Lehrerin und Konrektorin Judith Heugel (r.). Durch die Trennung der Klasse war eine individuellere Förderung möglich. 

Am Mittwoch beginnt an den vier Realschulen die von Corona geprägte Abschlussprüfung

Der Geist ist fit, aber was ist mit der Seele?

511 Schüler absolvieren ab Mittwoch ihre Abschlussprüfungen für die Mittlere Reife an den vier Realschulen im Landkreis – in Taufkirchen, Oberding und den beiden in Erding. Corona spielte zuletzt eine große Rolle.

Erding 511 Schüler absolvieren ab Mittwoch ihre Abschlussprüfungen für die Mittlere Reife an den vier Realschulen im Landkreis – in Taufkirchen, Oberding und den beiden in Erding. Los geht es für alle mit Deutsch, dann folgen Französisch, Englisch, Mathematik, Betriebswirtschaftslehre, Physik, Kunst, Ernährung und Gesundheit und zum Schluss, am Freitag, 10. Juli, Werken. Die Sprechfertigkeitsprüfungen haben die Schüler da schon hinter sich.

Um zwei Wochen hat das Kultusministerium die Prüfungen wegen der Corona-Pandemie Richtung Sommerferien verschoben. Mit Abstand die Besten wollen sie sein, so steht es zumindest auf einigen der obligatorischen Abschluss-Shirts dieses besonderen Jahrgangs. Mit Homeschooling, Unterricht in kleinen Gruppen und Fokussierung auf die Prüfungsfächer sollte es gelingen, die vier Wochen unterrichtsfreie Zeit wieder aufzuholen.

Kleine Gruppen = Idealer Unterricht

Und das sei auch gelungen – da sind sich die zumindest die Schulleiter der vier Realschulen einig. Vor allem der Unterricht in kleinen Gruppen, der wegen der Abstandsregeln verpflichtend war, und der immer von den jeweiligen Fachlehrern unterrichtet wurde, wird als sehr effektiv beurteilt.

In der Oberdinger Realschule war es aufgrund der niedrigen Zahl der Prüflinge (49) sogar möglich, in Mathematik und Deutsch Testprüfungen in der Konstellation der realen Abschlussprüfung, sprich in der Turnhalle, abzuhalten. „Wir möchten den Schülern damit ein Stück weit die Nervosität nehmen“, erklärt Schulleiter Martin Heilmeier.

Laut Aussagen der Schüler fühlen sie sich wirklich gut vorbereitet, berichtet Heilmeier und geht sogar noch einen Schritt weiter: „Vielleicht sogar besser denn je.“

Fachlich sind die Jugendlichen gut gerüstet

Christine Scharfe, stellvertretende Schulleiterin an der Mädchenrealschule Heilig Blut in Erding, kann ihrem Kollegen aus Oberding nur zustimmen: „Fachlich sind sie bestimmt gut dabei, die psychische Komponente in dieser schwierigen Zeit ist natürlich für uns Lehrer nur schwer einzuschätzen.“ 177 Mädchen machen in sechs verschiedenen Zweigen dort ihre Prüfungen. Neben den vier üblichen – mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch, kaufmännisch, sprachlich und Werken – bietet die Mädchenrealschule zusätzlich Kunst sowie Gesundheit & Ernährung an.

Wo sollen all die Prüflinge sitzen?

Ein bisschen Kopfzerbrechen bereitete vergangene Woche Konrektorin Scharfe noch die Sitzverteilung während der Prüfung. „Um die Hygienevorschriften einhalten zu können, bringen wir nur 50 Schülerinnen in der Turnhalle unter, der Rest muss auf Klassenzimmer verteilt werden. Das wird natürlich ein riesen Betreuungsaufwand.“

Einfacher hat es da Oberding. „Die 49 Schülerinnen und Schüler werden wie üblich in der Oberdinger Mehrzweckhalle, wo der Mindestabstand sehr gut eingehalten werden kann, ihre Prüfungen schreiben“, sagt Heilmeier.

In der Herzog-Tassilo-Realschule in Erding wird neben der großen Turnhalle auch noch die kleine verwendet. „Die 139 Schülerinnen und Schüler haben dort wirklich ausreichend Abstand“, versichert Schulleiter Tobias Schiller. Auch Josef Hanslmaier, Schulleiter an der Realschule Taufkirchen, nutzt für seine 146 Prüflinge die Turnhalle. „Die Halle ist groß genug und kann über die vier Ausgänge gut belüftet werden“, teilt er mit.

Offen ist noch, wie die Abschlussfeiern aussehen

Die Hörverstehensprüfungen in Englisch und Französisch finden an allen Schulen in Kleingruppen in Klassenzimmern statt, das sei auch in anderen Jahren so. Auch Hanslmaier sieht seine Schüler „gut vorbereitet“. Ob sie nervöser seien als sonst, könne er nicht mit Sicherheit verneinen, doch er habe bemerkt, dass auch mit zunehmender Zeit mit Masken und Desinfektionsmitteln an den Schulen ein „Gewöhnungseffekt“ eingetreten sei.

Alle Schulleiter konnten sich noch nicht im Detail äußern, in welchem Rahmen die Zeugnisse am 24. Juli übergeben werden sollen. Doch alle sind sich einig: Es soll eine kleine, aber feine Verabschiedung werden. „Schließlich sind für unsere Absolventen dieses Jahr alle Highlights wie Studienfahrt, Abschlussball und Abschlussfeier ausgefallen“, erinnert Hanslmaier. Scharfe betont: „Einen würdigen und feierlichen Abschluss halte ich für ganz wichtig.“

Alexandra Anderka

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