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Einst Flüchtlingsunterkünfte, bald Corona-Notklinik: die Leichtbauhallen in Camp Shelterschleife. 

Start mit vorerst 160 Betten für Erdinger Infizierte – 210 Corona-Patienten – 22 in Klinik

Landrat: Fliegerhorst-Notfallklinik steht nächste Woche bereit

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Der Landkreis Erding treibt den Aufbau seiner Corona-Notfallklinik auf dem Gelände des Warteraums Asyl mit allen Kräften voran. Bereits kommende Woche könnten die ersten Leichtbauhallen im Fliegerhorst genutzt werden. Dertweil steigen die Corona-Fälle, aber nicht mehr so stark.

Erding – Noch weiß niemand, ob sie benötigt werden. „Wir wollen aber gerüstet sein“, erklärte Landrat Martin Bayerstorfer am Donnerstagnachmittag vor der Presse. Es sei die „letzte Möglichkeit“, Patienten fachgerecht versorgen zu können. „Vielleicht brauchen wir sie gar nicht.“ Aber das hält er für eher unwahrscheinlich.

Der Bund hat bereits sein Okay für die Umnutzung von Camp Shelterschleife gegeben, ebenso Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Das Plazet der Regierung von Oberbayern fehlt allerdings. „Ich weiß auch nicht warum“, sagte Bayerstorfer.

Deswegen werde man vorerst 160 Betten vorbereiten, die für Covid 19-Patienten aus dem Landkreis Erding reserviert seien. Dafür wird ausschließlich der Landkreis Ärzte und Pfleger bereitstellen. Unter anderem laufen Gespräche mit niedergelassenen Ärzten, deren Praxen derzeit wegen der Pandemie geschlossen sind.

Feuerwehren helfen beim Aufbau

Erst wenn alle Genehmigungen vorliegen, kann das Lazarett auf bis zu 1000 Betten ausgebaut werden. Dann können laut Landrat auch Patienten aus Ebersberg und Freising sowie vom Flughafen aufgenommen werden. Die Aufbauarbeiten haben am Mittwoch mithilfe mehrerer Feuerwehren begonnen.

Noch verfügt das Klinikum Erding aber über Kapazitäten. Aktuell werden dort 22 Corona-Patienten versorgt. 16 befinden sich dort in Isolation, sechs auf der Intensivstation. Fünf müssen künstlich beatmet werden. „Derzeit besteht aber in keinem Fall Lebensgefahr“, berichtet Andreas Münsch vom Gesundheitsamt. Insgesamt kann das Kreiskrankenhaus 100 Corona-Fälle medizinisch betreuen.

22 Corona-Patienten in der Klinik - keine Lebensgefahr

Die Zahl der Covid 19-Infizierten ist von Mittwoch auf Donnerstag von 178 auf 210 gestiegen. Münsch berichtet, dass die Infektionskurve einen leicht abgeflachten Verlauf nehme. Bayerstorfer ist daher „vorsichtig optimistisch, dass die Ausgehbeschränkungen eine erste Wirkung zeigt“.

Die neuen Fälle kommen aus Erding (13), Dorfen (4), Moosinning (3), Taufkirchen, Wörth (je 2), Bockhorn, Buch, Eitting, Forstern, Fraunberg, Neuching, Oberding und St. Wolfgang (je 1). An den drei Screeningstellen wurden bislang über 2000 Verdachtsfälle untersucht.

Ausreichend Schutzausrüstung

Gute Nachrichten gibt es auch von der Ausrüstung. Bayerstorfer berichtete, dass die Alkoholproduktion zur Herstellung von Desinfektionsmittel optimal laufe. Und zwar so gut, dass man 2000 Liter 84-prozentiges Ethanol ans Klinikum Rosenheim abgeben habe. Auch der Bestand an Masken, Brillen, Schutzanzügen, Sauerstoff, Handschuhen und Überziehschuhen ist nach Angaben Bayerstorfers gut – auch dank Materialspenden zweier Firmen aus Eching und Hallbergmoos. Dennoch werde laufend Schutzausrüstung bestellt, darunter 75 000 Masken und 31 500 Infektschutzkittel.

Der Telefonservice für Ratsuchende wird gut angenommen – von Verdachtsfällen aus ganz Deutschland, berichtete Bayerstorfer. Die Telefonzeiten seien vereinfacht worden. Die Nummer (0 81 22) 59 67 73 ist montags von 13 bis 17 Uhr, dienstags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und an Wochenenden von 10 bis 13 Uhr erreichbar.

Landrat lobt Hilfsbereitschaft

Bayerstorfer ist beeindruckt von der Hilfsbereitschaft. Wer helfen will oder Unterstützung braucht, kann sich auf www.landkreis-erding.de/helfen eintragen, eine Mail an ehrenamt@lra-ed.de schreiben oder unter Tel. (0 81 22) 58 17 88 anrufen. HANS MORITZ

Mittlerweile gibt es im Landkreis Erding einen leisen Hoffnungsschimmer - Die Coronavirus-Fallzahlen stiegen langsamer an. 

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