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Routinetests brachten es ans Licht: Am Klinikum Erding haben sich neun Mitarbeiter und Patienten mit dem Corona-Virus infiziert. Die betroffenen Stationen wurden abgeriegelt. Derzeit scheint die Lage unter Kontrolle. 

Zwei Stationen isoliert – 28 neue Ansteckungen übers Wochenende

Klinikum: Patienten und Personal infiziert

Im Klinikum Erding ist es vergangene Woche zu einem Corona-Ausbruch unter Mitarbeitern, aber auch Patienten gekommen. Mit einer ersten Bilanz dazu ging der Landkreis als Träger am Montag in die Öffentlichkeit. Es geht um neun positiv getestete Personen.

Erding – Sprecherin Daniela Fritzen teilt mit, dass bei zwei regelmäßigen Routinetestungen bei zwei Patienten von zwei Teilstationen das Sars-CoV-2-Virus festgestellt worden sei. „Daraufhin wurden sofort die nötigen Schritte veranlasst, die Kontaktpersonen und als Vorsichtsmaßnahme die beiden betroffenen Bereiche isoliert sowie Reihentestungen angesetzt“, so Fritzen.

Diese ergaben vier infizierte Mitarbeiter: zwei Auszubildende, ein Praktikant und ein Ableistender des sozialen Jahres (FSJ). Aber auch fünf Patienten wurden positiv getestet. Ob sie sich im Klinikum infiziert haben, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Bei der Aufnahme seien sie negativ gewesen, so Fritzen. Zu diesem Zeitpunkt könnte die Viruslast noch unter der Nachweisgrenze gelegen haben.

Der Ausbruch scheint aber schon wieder unter Kontrolle zu sein. „Die weiteren Reihentestungen fielen sämtlich negativ aus. Am Montag gab es eine weitere“, versichert die Sprecherin. Erneut betont sie, dass das Klinikum zu keiner Zeit komplett unter Quarantäne gestanden habe, wie es gerüchteweise übers Wochenende geheißen hatte.

Gleich zehn Infizierte ergab ein vom Gesundheitsamt angeordneter Serientest in einem Betrieb in Buch am Buchrain. „Hier wurden alle notwendigen Maßnahmen veranlasst“, betont Fritzen.

Während von der sich anbahnenden dritten Welle die Rede ist, meldet das Gesundheitsamt zwar 28 neue Corona-Ansteckungen, die übers Wochenende bekannt geworden sind. Allerdings sind es weniger als an den Montagen zuvor, als es 33 (8. März) beziehungsweise 30 (1. März) neue Fälle waren. Und das, obwohl sich seit Freitag 1137 Landkreisbürger testen ließen, deutlich mehr als in den Wochen zuvor. Erste positive Ergebnisse dürften in die Montagsstatistik bereits eingeflossen sein.

Dass die Impfungen Wirkung zeigen, ist daran abzulesen, dass es in der Gruppe der über 80-Jährigen immer weniger Ansteckungen gibt. Am Montag bewegte sich die Altersspanne der Neuinfizierten zwischen zwei und 70 Jahren.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit drei Tagen konstant bei 61,5 Neuinfektionen binnen einer Woche, bezogen auf 100 000 Einwohner. Am Dienstag dürfte der Wert wieder höher liegen. Am Freitag hatte ihn das Robert-Koch-Institut mit 65,1 angegeben. Bundesweit beträgt der Wert mittlerweile 82,9. Den Sieben-Tage-R-Wert gibt das RKI mit 1,19 an. Das heißt: Zehn Infizierte stecken knapp zwölf weitere Personen an.

Im Klinikum ist die Lage weiter stabil, die Zahl der Covid-19-Patienten sank nach Angaben Fritzens wieder leicht auf 14. Unverändert befinden sich zwei davon auf der Intensivstation, die auch beide beatmungspflichtig sind. Die Zahl der Toten erhöht sich um eins auf 102.

Das BRK berichtet von 15 153 Impfungen seit 27. Dezember, darin enthalten sind 5499 Zweitimpfungen. Allein am Freitag wurden 415 Dosen verabreicht, davon 105 durch das mobile Team. Kliniken und Praxen – sechs sind seit Montag offiziell Teil der Impfkampagne – haben 3171 Dosen erhalten.

In zwei Fällen musste das Gesundheitsamt wegen Covid-19-Fällen Quarantäne verhängen: für (weitere) acht Kinder der AWO-Kita Sonnenschein in Erding sowie für 23 Kinder und drei Betreuungskräfte des Mehrgenerationenhauses der Caritas in Taufkirchen. 

ham

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