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Die Therme weiß immer noch nicht, wann sie wieder Gäste empfangen darf.

Landrat lobt Exit-Strategie, kritisiert aber weitere Schließung der Therme

„Lockerungen waren überfällig“

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Erleichterung herrscht auch im Erdinger Land über die weitreichenden Corona-Lockerungen. Es gibt aber auch Verlierer.

Erding – Endlich haben Handel, Gastronomie, Kitas und Schulen in Bayern eine klare Perspektive, wie und wann Bayern aus dem Corona-Lockdown kommt. Bereits ab heute gibt es etwa keine Ausgangs-, sondern nur noch eine Kontaktbeschränkung mehr (alle Einzelheiten im Hauptteil dieser Ausgabe). In einer Pressekonferenz hat Landrat Martin Bayerstorfer die Exit-Strategie ausdrücklich gelobt.

„Ich bin sehr froh über die Lockerungen und den klaren Zeitplan.“ Es sei richtig, stufenweise vorzugehen. Die Ankündigung von Ministerpräsident Markus Söder ist für den CSU-Kreisvorsitzenden „überfällig“ gewesen. Am Rande merkte er an: „Das hätte auch schon vor einer Woche verkündet werden können.“ Denn das Infektionsgeschehen sei seit längerem auf niedrigem Niveau stabil. Das bestätigten auch Klinik-Chef Dr. Dirk Last und Ärztlicher Direktor Privatdozent Dr. Lorenz Bott-Flügel.

Viele Entscheidungen hätten dringend angestanden, etwa der Fahrplan für Schulen und Kindergärten. Es sei zudem nur zu begrüßen, dass sich Familien wieder sehen könnten, vor allem Heimbewohner.

Denen versprach er sogar kleine kulturelle Ereignisse, etwa Standkonzerte in den Gärten, sodass die Bewohner von ihren Zimmern aus zuhören können. „Ich habe schon einige Angebote bekommen“, freute sich der Landrat.

Ganz zufrieden mit den Exit-Plänen ist Bayerstorfer aber nicht. „Ich vermisse ganz klar eine Aussage zu öffentlichen Bädern und vor allem zur Therme.“ In der Tat hatte Söder nichts Konkretes zur Wiedereröffnung von Freibädern und Saunen gesagt.

Das ist Bayerstorfer zu wenig. „Die Therme hat aus meiner Sicht sehr überzeugende Pläne vorgestellt, die einen sicheren Ablauf in einem deutlich reduzierten Betrieb ermöglichen.“ Er kündigte an, diesbezüglich noch einmal das Gespräch mit der Staatsregierung zu suchen.

Klar ist aber auch: Wann in Erding, Taufkirchen und Dorfen die Freibad-Saison beginnen kann, steht in den Sternen. Pfingsten wird noch geschlossen sein.

Auch Thermen-Prokurist Marcus Maier zeigte sich enttäuscht. „Wir sind bei Herrn Söder wohl unter den Tisch gefallen.“ Eine Entscheidung, die erhebliche Konsequenzen für die gesamte Erdinger Hotellerie haben dürfte, die ab 30. Mai an sich wieder Gäste empfangen darf. Maier, Thermen Inhaber Jörg Wund und Hotel-Victory-Chef Jens Bernitzky müssen sich vorerst von ihrer Idee verabschieden, im Zuge der Hotel-Wiedereröffnung auch das Wellenbad und den Strömungskanal im Freien zu reaktivieren – quasi als Spa-Bereich des Hotels. Genau das ist aber verboten. Deshalb bleibt vorerst geschlossen

Die Therme ist nur ein Frequenzbringer – neben Messe Riem und Flughafen. „Wenn alle drei nicht öffnen dürfen, wird es die Hotellerie schwer haben. Wer soll denn dann kommen?“, fragt Maier. Eine Auslastung um die 20 Prozent sei alles andere als rentabel.

Bayerstorfer ist wie Last und Bott-Flügel überzeugt, dass die Infektionszahlen mit den neuen Freiheiten wieder steigen werden. Alle drei sehen das Erdinger Gesundheitssystem aber sehr gut gerüstet. Am Klinikum gebe es ausreichend Kapazitäten. Der Landrat glaubt nicht an ein neuerliches exponentielles Wachstum. „Die Leute sind vernünftig geworden, tragen Masken und halten Abstand.“ Deswegen werde auch die Rückkehr des Klinikums in den Normalbetrieb vorbereitet. ham

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