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Otto Heinz, IHK-Vizepräsident. 

Corona wirkt sich vor allem auf Reise- und Veranstaltungsbranche aus

Umsatzrückgang um bis zu 100 Prozent

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Bilanz der Erdinger Wirtschaft nach über vier Monaten im Corona-Modus fällt unterschiedlich aus. Während vor allem viele Mittelständler einigermaßen erträglich durch die Krise gekommen sind, melden einige Branchen Totausfälle. In manchen Branchen gingen die Umsätze um 100 Prozent zurück. Vor allem hofft die örtliche Wirtschaft auf ein Wiedererstarken des Flughafens.

Erding – Die Pandemie und die Folgen standen im Mittelpunkt des Regionalausschusses des Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Landkreise Erding und Freising. Einig waren sich alle: Das Virus hat das Arbeiten völlig verändert.

Es wurde deutlich, dass die von Veranstaltungen, Festen und Reisen abhängigen Unternehmen und Dienstleister am schwersten getroffen sind und teilweise noch immer unter massiven Umsatzeinbußen leiden. In vielen Fällen seien die Umsätze auf null gesunken, so ein Unternehmer. „Uns fehlt jegliche Perspektive für die kommenden Monate“, erklärte er.

Gastronomie und Hotellerie besonders hart getroffen

„Im verarbeitenden Gewerbe ist die Krise nicht so hart eingeschlagen wie zum Beispiel in der Gastronomie oder dem Tourismus, berichtet IHK-Sprecher Florian Reil. Manche Unternehmen verzeichneten „durchaus Umsätze ähnlich dem Vorjahresniveau“. Kunden würden jedoch verstärkt ihre Investitionen einfrieren oder geplante Aufträge auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. „Damit trüben sich die Aussichten für das kommende Jahr ein“, so Reil.

Otto Heinz, Vorsitzender des Regionalausschusses und IHK-Vizepräsident zieht das erste Resümee: „Unser Mittelstand ist teilweise relativ gut durch die Krise bekommen und schaut optimistisch nach vorne. Ich hoffe, dass das so bleibt.“ Entscheidend dafür sei, „dass es keine zweite Infektionswelle und keinen zweiten Lockdown gibt“, so der Entsorgungsunternehmer aus Moosburg.

IHK begrüßt Hilfen von Bund und Land

Die IHK begrüßt die staatlichen Hilfen: „Die Überbrückungshilfe des Bundes und die bisherigen Zuschussprogramme sind wichtige Maßnahmen, damit die Firmen in der Region die Krise überstehen und in die Zukunft schauen können“, lobt Heinz. „Ein Gewinner der Krise ist in jedem Fall die Digitalisierung. Hier haben wir viel erreicht – und darauf sollten wir aufbauen.“

Die örtliche Wirtschaft setzt darauf, dass am Flughafen möglichst schnell wieder möglichst viel Verkehr abgewickelt wird, nachdem es dort zeitweise zu Einbrüchen von 99 Prozent bei Passagieren und Verbindungen gekommen war. „Die Krise führt vor Augen, wie sehr unsere Region wirtschaftlich vom Flughafen beeinflusst wird“, sagt der IHK-Chef. Der Airport beziehe Waren und Dienstleistungen in Millionenhöhe aus den beiden Landkreisen. Außerdem sei er „als internationales Drehkreuz für die bayerische Außenwirtschaft wichtig“. Die Ausschussmitglieder forderten weiterhin, dass die Flughafengesellschaft ihre Ausschreibungen und Aufträge künftig so gestalte, dass sich kleinere und mittlere Betriebe aus der Region verstärkt daran beteiligen können.

Gelobt wurde die Krisenberatung der Kammer. Sie ist auch weiterhin unter Tel. (089) 5 11 60 erreichbar.

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