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Dr. Markus Marschall ist Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Erding. 

Große Resonanz in Praxen – Vorbereitung auf Hochtouren – 9085 Bürger geschützt

Niedergelassene Ärzte wollen impfen

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die niedergelassenen Ärzte im Landkreis Erding stehen Gewehr bei Fuß, sollte die Corona-Schutzimpfung auch in den Praxen freigegeben werden.

Erding – Noch fehlen allerdings die Bestimmungen, wie der Impfstoff in die Fläche kommt und wie das dokumentiert wird. Dies berichtet Dr. Markus Marschall, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Erding, im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch am Klinikum sollen sich Bürger schon bald gegen das Virus impfen lassen können.

„Wir haben noch keine Anweisungen vom Gesundheitsministerium“, sagt Marschall. In der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK), der Marschall angehört, habe man sich aber bereits Gedanken gemacht. Konkret habe man schon mit drei Praxen in Erding sowie im östlichen Landkreis gesprochen, wie Impfungen in der Fläche umgesetzt werden könnten.

Allerdings sei noch viel zu klären, betont Marschall, darunter die Frage wie eingeladen werde und welche Priorisierung gelte. „Der Teufel steckt im Detail, aber wir arbeiten daran“, so der Lungenfacharzt mit Praxis in Erding.

Marschall geht davon aus, dass bald so viel Impfstoff vorhanden sein wird, dass die Kapazitäten im BRK-Impfzentrum nicht mehr ausreichen. Dennoch werde diese Einrichtung der Dreh- und Angelpunkt für die Verteilung des Vakzins bleiben.

Am unkompliziertesten wäre der Impfstoff von AstraZeneca in den Praxen einzusetzen. Er wird bekanntlich nur an Personen bis 64 Jahre verabreicht. Marschall betont jedoch, „dass das ein sehr sicherer und zuverlässiger Wirkstoff ist“. Er könne ihn bedenkenlos empfehlen.

Das Serum von Biontech/Pfizer sei ebenfalls geeignet. „Es muss nur sichergestellt sein, dass er nach dem Auftauen binnen fünf bis sechs Tagen verbraucht wird.“ Der von Moderna hingegen dürfe ab der Entnahme aus dem Tiefkühlschrank nicht mehr transportiert werden.

Marschall betont jedoch, dass die Haus- und Fachärzte im Impfen erfahren seien und auch über Kühlvorrichtungen verfügten. „Wir sind an sich bereit, und die Resonanz der Kollegen, mitzuwirken, ist erfreulich hoch.“

Für das Klinikum teilt dessen Sprecherin Daniela Fritzen mit, dass auch hier bald Impfungen möglich sein könnten, nachdem der Impffortschritt beim eigenen Personal groß ist. „Vorstellbar ist, dass das im Personalwohngebäude oder im Untergeschoss geschieht“, so Fritzen. Marschall kann sich sogar vorstellen, „dass wir damit die Lücke an Wochenenden schließen könnten“.

In den Pflegeheimen sollen in den nächsten Tagen alle Impfwilligen zumindest einmalig geschützt sein. Das mobile Team macht nun auch Hausbesuche und geht in die Behinderteneinrichtungen.

Am Dienstag wurden 203 Landkreisbürger geimpft. 65 waren es durch das mobile Team. 9085 sind damit insgesamt geschützt, 3202 bereits das zweite Mal. Auch der Rettungsdienst ist nun nahezu durchgeimpft.

ham

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